Kaum noch kostenlose Girokonten ohne Bedingungen – FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung

Warum sehe ich FAZ.NET nicht?
Ressorts
Politik
Services:
Wirtschaft
Services:
Finanzen
Services:
Feuilleton
Karriere & HochSchule
Services:
Sport
Gesellschaft
Services:
Stil
Services:
Rhein-Main
Technik & Motor
Services:
Wissen
Reise
Services:
F+
Blogs
Podcasts
Multimedia
Video
Fotografie
Themen
Archiv
F.A.Z.-Kongress
Information
Verlag
FAZ.NET
Service
© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001–2021
Alle Rechte vorbehalten.
Permalink: https://www.faz.net/-hs7-aet69
Aktuelle Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur
Herausgegeben von Gerald Braunberger, Jürgen Kaube, Carsten Knop, Berthold Kohler
Zeitung FAZ.NET
Zur Kasse gebeten: ein Kunde am Geldautomaten Bild: dpa
Die Zahl der kostenlosen Konten ist im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunken. Auch wenn Gebührenerhöhungen durch die Hintertür nicht mehr möglich sind, wissen die Banken ihre Erhöhungen gut zu verstecken.
Permalink: https://www.faz.net/-hs7-aet69
Die Suche nach einem kostenlosen Girokonto ohne Bedingungen wird nach Einschätzung der Stiftung Warentest zunehmend schwieriger. „Auffällig ist, dass Gebühren erhöht werden, eingeführt werden oder kostenlose Konten mit Bedingungen verknüpft werden, beispielsweise einem monatlichen Geldeingang“, sagte „Finanztest“-Expertin Heike Nicodemus der Deutschen Presse-Agentur.
Bei einer Auswertung von 380 Modellen von 152 Banken und Sparkassen fanden die Tester 14 Konten, die ohne Bedingungen kostenlos waren. Vor einem Jahr waren es noch 20. Den Angaben zufolge sind zehn der kostenlosen Modelle bei Kreditinstituten mit Filialen, die anderen bei Direktbanken.
Als kostenlos definiert die Stiftung Warentest: keine Grundgebühr, keine Gebühr für Kontoauszug, Buchungen, Girocard und beim Geldabheben am Automaten im eigenen Bankenpool sowie keine Bedingungen wie regelmäßiger Geld- und Gehaltseingang in einer bestimmten Höhe. Zugrundegelegt für die Auswertung in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ (9/2021) wurde eine Modellkundin. Sie bekommt ein regelmäßiges Gehalt, führt das Konto online und nutzt es durchschnittlich.
Weitere 90 Konten, die einschließlich Girocard und allen Buchungen nicht mehr als 60 Euro im Jahr kosten, sind aus Sicht der Experten günstig. „Denn die Bank wickelt Buchungen ab, stellt Geldautomaten und sichere Technik für das Onlinebanking bereit. Wir stellen dabei allerdings fest, dass immer weniger Konten deutlich unter 60 Euro liegen“, berichtete Nicodemus.
„Generell drehen die Kreditinstitute an verschiedenen Stellschrauben, so dass die Erhöhungen nicht so auffallen“, sagte die Expertin. „So werden tendenziell Überweisungen in Papierform teurer, ebenso Kreditkarten.“ Problematisch sei, dass die Entgeltinformationen auf Webseiten der Institute oft sehr versteckt seien.
Gebührenerhöhungen hatte der Bundesgerichtshof zuletzt insofern Grenzen gesetzt, als Banken bei Änderungen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die Zustimmung ihrer Kunden einholen müssen. Die Klausel, wonach Geldhäuser von einer stillschweigenden Zustimmung ausgehen können, wenn Kunden einer Änderung nicht binnen zwei Monaten widersprechen, benachteilige Kunden unangemessen, hatte das Gericht im April entschieden.
Kreditinstitute müssen Kunden nun im Nachhinein um Zustimmung zu den aktuellen Gebühren bitten. Zudem können Bankkunden Gebühren, die Institute ohne explizite Einwilligung erhoben hatten, zurückfordern – nach erster Einschätzung der Stiftung Warentest rückwirkend bis mindestens zum 1. Januar 2018. Allerdings rechnet sie damit, dass die meisten Institute die Kontogebühren nicht freiwillig zurückzahlen dürften.
Verbraucherschützer haben für diesen Fall bereits mit einer Klage gedroht. „Wenn wir jetzt nicht sehen, dass die unzulässigen Kontogebühren erstattet werden, dann werden wir in eine zweite Runde vor Gericht ziehen“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, jüngst im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Finanzhäuser drehen seit Jahren an der Gebührenschraube. Niedrigzinsen setzen die Institute unter Druck. Zudem müssen die Geldhäuser 0,5 Prozent Negativzinsen zahlen, wenn sie bei der Europäischen Zentralbank Geld parken. Auch wenn es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt, klagt die Branche über Milliardenbelastungen.
Auch wegen der fortschreitenden Digitalisierung werden in Deutschland zudem immer mehr Bankfilialen geschlossen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl nach Angaben der Bundesbank um 9,6 Prozent auf 24.100. Insgesamt wurden 2567 Zweigstellen geschlossen, nach 1772 im Jahr 2019.
Mehr zum Thema
1/
Ein Schlafplatz fürs Geld : Wie Bankkunden den Strafzinsen entkommen können
10.000 Euro : Was Sie über die neue Bargeld-Grenze wissen müssen
Vermögensexperte im Interview : „Ein bisschen Gold ist nie verkehrt“
Die Stiftung Warentest, die in staatlichem Auftrag eine kostenlose Webseite zum Girokontenvergleich betreibt, wertete die Konditionen von Girokonten mit Gültigkeit bis 31. August aus. Untersucht wurden alle bundesweiten Finanzhäuser sowie Direkt- und Kirchenbanken, alle Sparda- und PSD-Banken sowie die größten Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken je Bundesland. Sie decken den Angaben zufolge etwa 70 Prozent des Marktes ab.
Quelle: dpa
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.
Permalink: https://www.faz.net/-hs7-aet69
Weitere Themen
Nach BGH-Urteil : Frankfurter Sparkasse zahlt Kontogebühren zurück
Die Bankenaufsicht BaFin kündigt an, sie wolle ein „wachsames Auge“ auf die Umsetzung des Urteils zu den Girokonten haben. Die Höhe der Rückzahlungen ist bei den Instituten offenbar sehr unterschiedlich.
Demografie und Emissionen : Wie Nachhaltigkeit Länderratings beeinflusst
Eine junge Bevölkerung bietet Wachstumschancen. Dagegen kann ein ungünstiger demografischer Trend die öffentlichen Haushalte belasten.
Ermittlungen : Der Kursrutsch von Lang & Schwarz geht weiter
Steuerliche Ermittlungen im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften gelten als Grund für die plötzliche Verschiebung der Hauptversammlung. Die Börsenreaktion auf diese Nachricht fällt deutlich aus.
Ähnliche Themen
Topmeldungen
Ende der Evakuierungsmission : US-Truppen vollständig aus Afghanistan abgezogen
Baerbock gegen Laschet : Was hilft gegen Kinderarmut?
Prozess um Auftragsmorde : Über Morde sprachen sie wie über Wurstbrötchen
Debatte um Regeln in Schulen : 30.000 Schüler in NRW in Quarantäne
Newsletter
Weitere Themen
Verlagsangebot
Services
Abo-Service
Best Ager
FAZ.NET als Startseite
Apps
Finanz-Services
Tarifrechner
Newsletter
Immobilien-
Markt
Testberichte
Stellenmarkt
Spiele
Gutscheine
Veranstaltungen
Whatsapp & Co.
TV-Programm
Wetter
Frankfurter Allgemeine Zeitung
© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001 – 2021
Alle Rechte vorbehalten.

Kaum noch kostenlose Girokonten ohne Bedingungen
Kontogebühren
Kaum noch kostenlose Girokonten ohne Bedingungen
Die Zahl der kostenlosen Konten ist im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunken. Auch wenn Gebührenerhöhungen durch die Hintertür nicht mehr möglich sind, wissen die Banken ihre Erhöhungen gut zu verstecken.
Ein Fehler ist aufgetreten. Bitte überprüfen Sie Ihre Eingaben.
Vielen Dank
Der Beitrag wurde erfolgreich versandt.

source

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*