Gefragte Edelmetalle: Gold- und Silberpreise steigen auf Mehrjahreshochs – manager magazin

Goldbarren
Gold und Silber werden in der Corona-Krise unter Anlegern immer beliebter. Das treibt die Preise der Edelmetalle. Besonders Silber erweist sich derzeit als gefragtes Investment, das gleich auf zweierlei Weise Rückenwind erhält. Zum einen gilt das Edelmetall wie auch Gold als “sicherer Hafen”, Anleger, die sich Sorgen um die weitere Entwicklung machen, versuchen also ihr Geld zum Teil in Silber-Investments in Sicherheit zu bringen. Zum anderen wird Silber aber auch mehr noch als Gold als Rohstoff in der Industrie verwendet. Wer also auf eine konjunkturelle Erholung nach der Corona-Krise hofft, kann auf eine steigende Nachfrage nach Silber setzen – und hat ebenfalls einen Grund, in das Edelmetall zu investieren.
Folge: Am Dienstag kletterte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Silber über die runde Marke von 20 US-Dollar. In der Spitze wurden 21,19 Dollar erreicht. Das ist der höchste Stand seit Mitte 2014.
Auch der große Bruder von Silber legte weiter zu: Der Goldpreis stieg mit rund 1841 Dollar auf einen neuen Höchststand seit dem Jahr 2011. Damals hatte Gold sein Rekordhoch bei gut 1921 Dollar erreicht. Während Gold damit nicht mehr weit von seinem Rekordstand entfernt ist, liegt Silber noch weit entfernt von seinem Rekordwert bei knapp 50 Dollar. Er wurde ebenfalls im Jahr 2011 erreicht.
Gold und Silber profitieren schon seit einiger Zeit von mehreren Faktoren. Ein wesentlicher Punkt ist die große Ungewissheit über den Fortgang der Corona-Krise. Zwar gab es zuletzt einige Hinweise auf eine Erholung der globalen Konjunktur nach deren weltweitem Absturz. Allerdings herrscht die Furcht vor einer zweiten Infektionswelle in wichtigen Ländern vor. Gold und Silber gelten als sichere Anlagehäfen, die in unsicheren Zeiten als wertstabile Anlage geschätzt werden.
Hinzu kommt die Sorge, dass sich die aktuell sehr niedrige Inflation beschleunigen könnte. Hierzu trägt in erster Linie die stark steigende Staatsverschuldung in vielen Ländern und die extrem lockere Geldpolitik vieler Zentralbanken bei. Beides sind Folgereaktionen auf die Corona-Pandemie. “Die Märkte werden also mit Liquidität geschwemmt, was mittelfristig für einen Anstieg der Inflation sorgen könnte”, kommentierte Alexander Zumpfe vom Edelmetallhändler Heraeus. Gold und Silber fungieren traditionell als Inflationsschutz.
Bei Silber kommt der Industriefaktor hinzu: Das “Gold des kleinen Mannes”, wie Silber wegen seines geringeren Preises oft bezeichnet wird, könnte deshalb zuletzt von der sich abzeichnenden konjunkturellen Erholung profitiert haben. Experten nennen jedoch auch befürchtete Angebotsengpässe als Grund, weil sich zahlreiche Silberminen in Südamerika befinden. Die Region ist besonders stark von der Corona-Krise betroffen.
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