Gold und Silber kaufen: Kommt jetzt die Zeit der Edelmetalle? – ETF Nachrichten

Wer am Aktienmarkt investiert, kommt unweigerlich auch mit dem Thema Rohstoffe in Kontakt. Rohstoffe sind unverarbeitete Güter, die in der Wertschöpfungskette ganz am Anfang einen Platz finden. Am Rohstoffmarkt kann man in unterschiedliche Rohstoffe investieren. Zu den Bekanntesten gehören die beiden Edelmetalle Gold und Silber.
In der letzten Zeit mehren sich die Einschätzungen der Experten, dass Gold und Silber in den nächsten Monaten oder sogar Jahren eine überdurchschnittliche Rendite erzielen können. Doch kommt jetzt wirklich die Zeit der Edelmetalle und sollte Anleger Gold und Silber kaufen?

In den letzten Monaten explodierten die Rohstoffpreise. Experten gehen davon aus, dass ein neuer Superzyklus im Rohstoffmarkt beginnt. Durch die expansive Ausweitung der Geldmenge M2, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bekämpfen, könnte eine anziehende Inflation drohen – aktuell sehen wir bereits steigende Inflationsraten. Dass die Inflation steigt, ist offensichtlich. Die Frage ist jedoch, ob diese nur temporär anzieht oder wir für eine längere Zeit steigende Inflationsraten haben werden. Letzteres dürfte insbesondere Sachwerten wie Rohstoffe zugutekommen.
Zugleich führte der Stillstand vieler Minen während der Corona-Pandemie zu globalen Engpässen im Rohstoffmarkt. Die Nachfrage stieg an, das Angebot sank jedoch. Zudem kehrte China direkt nach der Pandemie zu altem Wachstum zurück. Der größte Nachfrager nach Rohstoffen wird auch in den nächsten Jahren die Preise nach oben treiben. Zahlreiche Konjunkturprogramme und angekurbelte Wirtschaften weltweit dürften ebenfalls einen Beitrag leisten.
Ein typisches Phänomen für die Rohstoffbranche ist der sogenannte Schweinezyklus. Dabei handelt es sich um stark schwankende Preise, da Angebot und Nachfrage auseinanderklaffen. Schließlich können die produzierenden Unternehmen nur selten flexibel das Angebot erhöhen, um die Nachfrage zu befriedigen. In einem derartigen Schweinezyklus befindet sich der allgemeine Rohstoffmarkt aktuell. Durch die Corona-Krise brachen Nachfrage und Angebot ein. Mittlerweile schreiten Impfkampagnen und wirtschaftliche Erholung rasant voran. Da die Anbieter die Nachfrage nicht decken können, explodieren die Preise.
Bei Gold handelt es sich um das beliebteste Edelmetall. Seit vielen tausend Jahren setzen die Menschen auf Gold als Zahlungsmittel oder zur Wertbewahrung. In unsicheren Zeiten greifen Anleger erfahrungsgemäß auf Gold zurück. Zudem kommt das Edelmetall auch in der Schmuckbranche zum Einsatz. Wenn das Papiergeld dauerhaft durch die Inflation an Geld verliert, wollen sich viele Anleger mit Gold absichern. Dies könnte steigende Goldpreise verursachen. Zudem ist die weltweite Menge an Gold begrenzt. Es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, bis die erschließbaren Goldvorkommen dem Ende zu gehen.

Demgegenüber wird Silber als der kleine Bruder von Gold bezeichnet, obgleich es signifikante Unterschiede gibt. Denn Silber hat eine wichtige Bedeutung für die Industrie. Durch die Leitfähigkeit setzen beispielsweise Elektroindustrie, Halbleiterbranche oder Medizintechnik auf das silberne Edelmetall. Dabei handelt es sich um starke Wachstumstrends. Folglich könnten die nächsten Jahre von einer stark wachsenden Silber-Nachfrage geprägt sein.
Immer wieder hört man, dass Rohstoffe in das eigene Portfolio zur Diversifikation gehören. Doch langfristige Statistiken offenbaren, dass die Rendite bei Gold und Silber nicht mit dem Aktienmarkt mithalten kann. Wer für sein Wohlgefühl und Sicherheitsempfinden Gold und Silber im Depot haben möchte, kann die Edelmetalle unproblematisch integrieren. Doch mit Blick auf das Renditepotential lohnt sich ein Investment für langfristige Anleger meist nicht.
Anders kann dies jedoch aussehen, wenn man kurz- und mittelfristig in Rohstoffe investieren möchte. Zuletzt stieg der Goldpreis nach der Bekanntgabe höherer Inflationsdaten auf ein 5-Monats-Hoch. Der Silberpreis entwickelte sich ebenfalls positiv. Allerdings läuft man seit fast einem Jahr überwiegend seitwärts. Da jedoch sowohl die Vorkommen von Gold und Silber in der Zukunft dem Ende zugehen, scheinen mittelfristig steigende Preise für die Edelmetalle wahrscheinlich.
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