Nur ein Finanzprodukt reicht: So klappt der Vermögensaufbau – Business Insider Deutschland

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Wenn ihr euch nicht detailliert mit dem Thema Geldanlage auseinandersetzen wollt, reicht euch bereits ein einziger ETF auf einen weltweit investierenden Index, um ein Vermögen für das Alter aufzubauen.
Mit solch einen ETF erhaltet ihr rund sieben Prozent Zinsen pro Jahr, was bei 100 Euro im Monat und 37 Jahren Anlagehorizont rund 200.000 Euro bringt.
Wichtig ist: Ihr müsst früh mit dem Aktiensparen beginnen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren.
Im Dezember ist der Zinssatz für Spareinlagen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr in Deutschland erstmals unter null gesunken. Das besagt der neue Zinsradar des Fintechs Weltsparen. Den Daten zufolge betrug der durchschnittliche Zinssatz -0,01 Prozent. Die steigende Inflation sorgt nunmehr dafür, dass die Kaufkraft der Vermögen unter dem Strich sinkt.
Geld zu sparen reicht daher nicht mehr aus, weil die Inflation nicht nur Geld auf dem Girokonto, sondern auch auf Sparbuch sowie Tages- und Festgeldkonten entwertet. Wer ein Vermögen für das Alter aufbauen möchte, kommt an Aktien nicht vorbei — das sollten mittlerweile die meisten gehört haben. Dabei ist es mit einigen Tipps nicht schwer, vom Sparer zum Investor zu werden.
Wichtig ist in erster Linie, dass man die eigenen Finanzen in die Hand nimmt, auch wenn das Thema zunächst vielleicht komplex erscheinen mag. Ist der erste Schritt gemacht, läuft die regelmäßige Geldanlage von selbst. „Wer sich gar nicht um die eigene Geldanlage kümmern möchte, sollte sich bei entsprechenden Online-Angeboten oder der Bank konkret zu Aktienlösungen und ETFs beraten lassen“, empfiehlt Kim Felix Fomm, Investment-Chef vom Fintech Raisin. „Am Ende werden bei der Bank die Kosten vermutlich höher sein als bei einer eigenen Anlage, dennoch ist es die bessere Option, als gar nicht in Aktien zu investieren“, empfiehlt er.
Für eine direkte Beratung und das teure Filialnetz von Banken, verlangen die Institute höhere Gebühren. Wer sich selbst informiert und das Aktien-Sparen in die eigene Hand nimmt, kann daher sparen — was sich auf lange Sicht positiv bei der Rendite auswirken wird. Doch wie geht man dabei als Einsteiger vor? „Wer als Anfänger ohne Bank den Grundstein für sein Vermögen legen möchte, sollte zunächst auf ein breit gestreutes Aktieninvestment setzen“, sagt Fomm. „Entweder beispielsweise auf einen ETF auf einen globalen Index oder einen global investierenden Aktienfonds.“
Solch ein Finanzprodukt ist die Basis für den langfristigen Vermögensaufbau. Die breite Streuung, sowohl auf verschiedene Sektoren als auch auf verschiedene Regionen, senkt dabei das Risiko für Verluste. Bei beiden Optionen — ETF oder aktiv gemanagter Fonds — investieren Anleger mit einem Wertpapier in viele auf der ganzen Welt verstreute Unternehmen.
Wer zu 100 Prozent auf ein Aktien-Produkt setzt, hat dabei zwar auf der einen Seite die größten Risiken, auf der anderen aber auch die größte Rendite-Erwartung. „Langfristig liegt die erwartete Rendite der globalen Aktienmärkte und damit weltweit anlegender Fonds oder ETFs bei etwa sieben Prozent pro Jahr“, sagt Investment-Experte Fomm. Zum Vergleich noch einmal: Sparbücher oder Tagesgeldkonten zahlen gar keine Zinsen mehr. Ein wichtiger Faktor für eine Rendite am Aktienmarkt ist der Faktor Zeit, erklärt Fomm: „Je länger man investiert bleibt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für Verluste.“
Historisch lag man mit einem breit gestreuten Aktieninvestment nie im Minus, wenn man es mindestens 15 Jahre gehalten hat. Außerdem gilt: Je länger der Zeitraum, desto besser die Rendite. Daher gilt besonders für junge Sparer: Früh anfangen, auch wenn die ersten Sparraten niedrig klingen mögen. „In viele Produkte für Einsteiger kann man ab 25 oder 50 Euro im Monat als Sparplan investieren. Wer früh anfängt, profitiert auch bei geringen Beträgen auf lange Sicht vom Zinseszinseffekt“, erklärt Fomm.
Dieser Effekt besagt, dass die erzielte Verzinsung ebenfalls verzinst wird und dadurch gerade nach langen Zeiträumen ein großer Unterschied bei der erzielten Rendite entsteht. Eine Beispielrechnung des Fintechs Weltsparen belegt diesen Effekt deutlich: Aus 100.000 Euro, die mit sieben Prozent pro Jahr verzinst werden, werden innerhalb von 30 Jahren rund 300.000 Euro, wenn man die Zinsen nicht reinvestiert. Werden die Zinsen allerdings reinvestiert, steigt das Vermögen im selben Zeitraum auf mehr als das Doppelte.
Das Beispiel ist zwar mit einem hohen Vermögen gerechnet, allerdings geht es darum, den Effekt des Zinseszinses deutlich zu machen — und der greift auch bei kleinen Beträgen. Darum ist ein früher Start der Geldanlage von großer Bedeutung. Ist man auf der Suche nach einem passenden ETF, stößt man in dem Zusammenhang schnell auf die Begriffe „ausschüttend“ oder „thesaurierend“, was sich auf einen Unterschied bei der Verwendung der Dividenden bezieht.
„Langfristig sollten die Dividenden unbedingt reinvestiert werden, um stärker vom Zinseszins zu profitieren. Sogenannte thesaurierende Produkte übernehmen das selbst, während bei ausschüttenden ETFs die Dividenden tatsächlich auf das Verrechnungskonto ausgezahlt werden“, so Fomm. In dem Fall müssen Anleger selbst dafür sorgen, dieses Geld wieder bei der nächsten Sparrate in den ETF „einzuzahlen“.
Ein weiterer Pluspunkt, der für einen frühen Start spricht, ist die große Flexibilität von Sparplänen. Die Sparrate lässt sich neben nach eigener finanzieller Situation anheben, reduzieren oder auch pausieren. Seid ihr überzeugt, dass ihr starten wollt, geht es auf die Suche nach dem richtigen Produkt.
Tatsächlich reicht für euch — wenn ihr wenig Kontakt mit dem Thema Geldanlage haben wollt — ein einziger ETF, den ihr monatlich bespart, um ein Vermögen für das Alter aufzubauen. Als bekanntester, weltweit investierender Index gilt der MSCI World — allerdings sind darin überwiegend US-Aktien zu finden und gleichzeitig finden sich keine Emerging-Markets-Firmen darin. Anders ist es beim MSCI All Country World, der auch Schwellenländer-Aktien beinhaltet und damit noch breiter streut — hier befinden sich allerdings, wie auch im MSCI World, ausschließlich große Firmen im Index.
Die breiteste Streuung bietet daher der MSCI All Country World IMI. Er investiert auf der ganzen Welt, inklusive Schwellenländer, und sowohl in Blue-Chips als auch in Small- und Midcaps. Dieser eine ETF bietet damit laut Raisin-Investmentexperten Fomm eine ausreichende Streuung für alle Anleger, die mit nur einem einzigen ETF langfristig ein Vermögen aufbauen wollen. Zwar könnte man mit weiteren ETFs beispielsweise den Anteil an europäischen Firmen erhöhen oder bestimmte Themen-ETFs ins Depot nehmen. Allerdings reicht für Anleger, die keinen großen Zeitaufwand betreiben wollen der breit gestreute ETF alleine aus, um eine attraktive Verzinsung auf lange Sicht zu erzielen.
Allerdings dürft ihr euch auf dem Weg zum Vermögen im Alter nicht von zwischenzeitlichen Rückschlägen abschrecken lassen. „Aktieninvestments schwanken und man sollte sich bewusst sein, dass ein Teil des investierten Geldes zwischenzeitlich auf dem Papier verloren sein kann“, sagt Fomm. „Dennoch ist es wichtig in dem Moment nicht aus Angst vor höheren Verlusten zu verkaufen oder das Sparen einzustellen, sondern man sollte die Sparpläne gerade in einem Börsenabschwung weiter bedienen.“
In dem Fall kauft man für dieselbe Sparrate mehr Anteile des ETFs, was den durchschnittlichen Kaufpreis des Finanzprodukts senkt. In der Fachsprache nennt man dies den Cost-Average-Effekt. Er wirkt sich häufig langfristig positiv auf die Rendite aus.
Ebenfalls einen positiven Effekt auf die langfristige Rendite haben die Kosten der Produkte. „ETFs sind günstiger als aktive Fonds, weil sich kein Manager um das Geld kümmert. Stattdessen entspricht die Performance des Produkts des zugrunde liegenden Index“, sagt Fomm. Dennoch fallen die Kosten je nach Produkt unterschiedlich hoch aus, daher lohnt sich ein Vergleich vor dem Kauf.
Auch die Frage nach der Depot-Bank müssen sich Anleger stellen. Bei der Anbieterwahl sollte man auf die Depotkosten und sonstige Gebühren achten, so Fomm. Dort gebe es große Unterschiede, die sich am Ende ebenfalls negativ auf die Performance auswirken.
Apropos Performance: Für Business Insider hat Raisin eine Beispielrechnung durchgeführt. Grundlage ist ein 30-jähriger Anleger, die bis zu seinem 67. Lebensjahr jeden Monat 100 Euro in einen globalen Aktien-ETF investiert. Die Rendite wird mit sieben Prozent pro Jahr definiert, wodurch der Anleger am Ende auf ein Vermögen von 199.625 Euro. Zum Vergleich: Wollte er diese Summe mit einer Einmalanlage mit 30 Jahren erreichen, müsste er 16.331 Euro investieren.
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