Weltweiter Leitartikel in 220 Fachmagazinen: Klimanotstand ernst nehmen und handeln – MDR

*
Zur optimalen Darstellung unserer Webseite benötigen Sie Javascript. Bitte aktivieren sie dies in Ihrem Browser.
Stand: 06. September 2021, 11:58 Uhr
Es ist ein beispielloser Appell: In 220 medizinischen Fachmagazinen werden die Staatenlenker dieser Welt aufgefordert, den Klimanotstand ernst zu nehmen und zu handeln. Dazu werden nötige Sofortmaßnahmen vorgestellt: den Klimawandel eingrenzen, die Biodiversität wiederherstellen und die öffentliche Gesundheit schützen.
“Wir, die Herausgeber von Gesundheitsjournalen, fordern die Regierungen und andere Verantwortliche zum Handeln auf und dazu, das Jahr 2021 als dasjenige zu markieren, in dem die Welt endlich ihren Kurs ändert”, heißt es in dem Leitartikel, der etwa im “British Medical Journal” abgedruckt wurde. Daran beteiligt waren auch andere renommierte Fachmagazine wie “The Lancet”, “The New England Journal of Medicine” oder das “Chinese Science Bulletin”. Der Aufruf erscheint vor der UN-Generalversammlung, einer der letzten internationalen Tagungen vor der Weltklimakonferenz (COP26), die im November in Glasgow stattfindet: “Im Vorfeld dieser entscheidenden Treffen rufen wir – die Herausgeber von Gesundheitszeitschriften weltweit – zu Sofortmaßnahmen auf, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur unter 1,5 Grad zu halten, die Zerstörung der Natur zu stoppen und die Gesundheit zu schützen.”
Die Experten machen teilweise schon seit vielen Jahren auf die Probleme aufmerksam, die mit dem Klima einhergehen. In “The Lancet” gibt es etwa seit 2015 einen “Countdown on health and climate change“, in dem Forschende aktuelle Erkenntnis zum Einfluss des Klimawandels auf die globale Gesundheit veröffentlichen. In einer Studie wurde beispielsweise errechnet, dass die Rekordsommer im Jahr 2003 in Europa zu rund 70.000 vorzeitigen Todesfällen geführt hatte – wobei solche extrem warmen Sommer in Zukunft normal würden. Auch Forscher in Mitteldeutschland, zum Beispiel am Uniklinikum Jena, sehen den Klimawandel schon lange als die größte medizinische Herausforderung unseres Jahrhunderts.
 
Die wissenschaftliche Welt ist sich einig, die Klimakrise ist die größte Gesundheitsgefahr im 21. Jahrhundert. Doch was bedeutet das für unseren Alltag?
MDR Wissen So 15.11.2020 22:00Uhr 44:42 min
Infos zur Sendung

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die Autoren der Leitartikel beziehen auch die aktuelle Corona-Pandemie mit ein, die keine Ausrede sein dürfe, um mit Maßnahmen gegen die fortschreitende globale Erwärmung abzuwarten: “Trotz der notwendigen Beschäftigung der Welt mit Covid-19 können wir nicht warten, bis die Pandemie vorüber ist, um die Emissionen rasch zu reduzieren.” Dazu äußerte sich auch Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation in dem Appell: “Die Risiken des Klimawandels könnten die einer jeden Krankheit in den Schatten stellen.”
Die Covid-19-Pandemie wird enden, aber es gibt keinen Impfstoff gegen die Klimakrise.
Die Folgen des Klimawandels beträfen zudem in unverhältnismäßiger Weise die Schwächsten, darunter Kinder und ältere Menschen, ethnische Minderheiten, ärmere Bevölkerungsgruppen und Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen. Auch bei den Staaten sind die Konsequenzen ungleich verteilt, da die Länder des globalen Südens für deutlich weniger Emissionen verantwortlich sind, aber stärker unter der Erderwärmung litten. “Wir fordern daher gerechte Beiträge, bei denen die wohlhabenderen Länder der Welt mehr tun, um die Auswirkungen ihres Handelns auf das Klima auszugleichen, und zwar ab jetzt und auch in Zukunft”, schreibt Lukoye Atwoli vom “East Africa Medical Journal”. Letztlich seien die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichend, denn der Klimawandel beeinflusst auch das für uns Wichtigste entscheidend – unsere Gesundheit
Welche Auswirkungen hat die Klimakrise für mich? Wie kann ich die Umwelt schützen? Das und mehr erfahren Sie immer Freitagmittag per Mail im MDR Klima-Update. Hier können Sie sich für das multimediale Update anmelden.
cdi/dpa
Wissen
Das Wissenschafts-Portal des MDR: Nachrichten aus Forschung und Science. Wir zeigen neue Forschung aus Technologien, Zukunftsideen, Natur in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und großen Fragen unserer Zeit.
Die Eisschilde der Arktis und Antarktis schrumpfen aufgrund steigender Temperaturen. Die Schmelzwasser beeinflussen die Nährstoffversorgung der Ozeane, mit bislang noch weitgehend unbekannter Auswirkung.
Das MDR Klima-Update: Volle Kraft voraus und mit Innovationen die Herausforderungen des Klimawandels bewältigen oder sollten wir lieber zurücktreten und von weiterem Wachstum absehen? Zwei Experten, zwei Ansätze.
Lebensmittelabfälle zu vermeiden ist super, das Klima zu retten auch. Beides zusammen ist die Steigerungsform von super. Und es gehört auch zusammen, wie aktuelle Studiendaten zeigen.
Weniger ist mehr oder volle Kraft voraus? Im Hinblick auf den Klimawandel müssen wir handeln – in Politik, Wirtschaft und im Privaten. Aber wie? Zwei Experten haben ganz unterschiedliche Lösungsansätze.
Vor der UN-Klimakonferenz zeigen Studien die Gefahren des Klimawandels. Wenn nicht sofort Maßnahmen ergriffen würden, seien die Klimaziele nicht einzuhalten. Schon jetzt sei der Klimawandel gesundheitsschädlich.
Das MDR Klima-Update: Die Bundestagswahl ist noch einen Monat hin, der Klimawandel dürfte das bestimmende Thema werden. Denn er ist offenbar auch für das Juli-Hochwasser im Westen verantwortlich, wie eine Studie zeigt.

source

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*