Wie wahrscheinlich ist ein Goldverbot? – Kosmo.at

In der Geschichte kam es häufiger vor, dass der Staat seinen Bürgern den Besitz von Gold und anderen Edelmetallen verboten hat. In den Medien warnen manche Ökonomen auch heute wieder vor einem drohenden Goldverbot. Aber ist ein solches Verbot heutzutage wirklich realistisch?
Goldverbot: Was heißt das überhaupt?
Bei einem Goldverbot erklärt der Staat den Besitz von Gold für illegal. Privatpersonen müssen ihr Gold (jedenfalls Anlagemünzen und Barren) dann innerhalb einer Frist an den Staat verkaufen. Und zwar zu einem festgelegten Goldpreis, der stets unter dem eigentlichen Wert lag.  
Zusätzlich dürfen Münzen und Barren nicht, oder zumindest nur mehr mit Sondererlaubnis gehandelt werden. Lediglich der Besitz von Goldschmuck (und teilweise von alten Sammlermünzen) war meist bis zu einer gesetzlich geregelten Obergrenze noch erlaubt.
Was steckt hinter einem Verbot von Edelmetallen?
In der frühen Antike wurde Gold und Silber den Menschen oft noch deshalb verboten, weil ihm eine göttliche oder königliche Symbolik zugeschrieben wurde. Später aber waren Goldverbote stets ein Mittel für Staaten, um ihre Staatsfinanzen oder Währung wieder in den Griff zu bekommen.
Für den Staat hat ein Goldverbot den Vorteil, dass sich dieser durch eine Ausweitung der Geldmenge entschulden kann und sein Finanzsystem vor einem Kollaps schützen kann. Dabei wird nicht nur in Kauf genommen, dass die Vermögen der Bürger einer Geldentwertung schutzlos ausgeliefert sind, sondern sogar aktiv eine Umschichtung von Werten in Form von alternativer Anlagen wie eben Edelmetallen verhindert.
Als Gold illegal war…
Im 20. Jahrhundert finden sich Goldverbote in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt.  Dabei gab es sie nicht nur in autoritären Staaten, sondern auch in etablierten Demokratien.
In Österreich wurde der private Goldbesitz zunächst von den Nazis verboten, nach dem Weltkrieg verhängten dann die Alliierten ein Goldverbot, das bis 1955 aufrecht blieb.
Mit am bekanntesten dürfte aber der „Emergency Banking Act“ von 1933 sein, mit dem der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt den privaten Goldbesitz in den Vereinigten Staaten für illegal erklärte. Per Erlass des Präsidenten musste innerhalb von 14 Tagen alles private Gold zu einem festgelegten Goldpreis von 20,67 Dollar / Unze an den Staat verkauft werden. Zeitgleich wurde aber im Rest der Welt Gold um rund 100 Dollar / Unze gehandelt – d.h. allein der erzwungene Verkauf an den Staat bedeutete eine Entwertung von rund 80%.
Zuwiderhandlung wurde mit 100.000 USD Strafe und Gefängnis bedroht. Und das alles „zum Schutz des Finanzsystems“, was natürlich übersetzt bedeutet, zur Rettung der Banken und der Macht des Staates. 1961 dann verbot der Präsident US-Bürgern auch den Goldbesitz im Ausland. Erst 1974 wurde das Goldverbot wieder aufgehoben.
Warum fürchten Menschen heute ein Goldverbot?
Der Grund warum einige Menschen heute ein Goldverbot fürchten, liegt in der aktuellen wirtschaftlichen Situation und den Erfahrungen aus der Geschichte.
Ein Goldverbot wurde historisch gesehen meistens als wirtschafts- und geldpolitisches Mittel eingesetzt“, sagt Gold Experte Walter Hell-Höflinger von Gold & Co. „Weil zum Beispiel die Briten Angst vor einer Inflation hatten und ihr Geld in Gold investierten, verbot die Regierung ihren Bürgern 1966 mehr als 4 Goldmünzen zu besitzen. Alle Bürger mussten ihr Gold an die Bank of England verkaufen, damit diese das Britische Pfund stützen konnte. Weil auch heute die aufgeblähte Geldmenge eine die Inflation ins Rollen bringt, fürchten manche, dass der Staat die Flucht ins sichere Gold wieder mit einem Goldverbot verhindern könnte.“
Tatsächlich investieren die Staaten weltweit Milliarden, um nach Corona die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, wobei die Zentralbanken für ‚billiges‘ Geld sorgen und die Zinsen niedrig halten.
Auch die Inflation im Euroraum zieht dementsprechend bereits an: Die Österreichische Nationalbank rechnet in Österreich 2021 mit einem Preisanstieg von 2,2%.
Walter Hell-Höflinger: „Ich bin der Meinung, dass dieser Wert nur scheinbar im Normalbereich liegt, in Wahrheit ist dieser viel höher. Das liegt einerseits an der aufgrund von COVID beinah in Vergessenheit geratenen Wirtschaftskrise, an einer Vielzahl von (noch) nicht öffentlich gemachten und einer vorsichtigeren Kommunikationspolitik der Nationalbanken, die gemerkt haben, dass ihre Prognosen zuviel Einfluss auf die Börsen und Wirtschaftsentwicklung haben. Das viele gedruckte Geld, dass zur Stützung der Wirtschaft in den Umlauf der Finanzmärkte gebracht wurde – und da sprechen wir von hunderten Milliarden – werden, sobald sie in die reale Welt kommen, eine große Entwertung der Ersparnisse auslösen. Und durch die Covid-Wirtschaftshilfen fließt dieses Geld nun im großen Stil in die Realwirtschaft. Daher finden wir jetzt auch Diskussionen über Bargeldverbote und Geldverkehrskontrollen, sowie zu Datenbanken für Konten, Besitzverhältnisse von Unternehmen und Register von Schließfachinhabern.“
Trotzdem schätzt der Experte die Gefahr eines Goldverbots als eher gering ein: „Selbst wenn sich die Politik auf ein unpopuläres Goldverbot einigen würde, wäre es äußerst schwierig dieses auch durchzusetzen. Denn Gold lässt sich sehr gut verstecken und da Edelmetalle immer eine langfristige Anlage sind, wurde ein Verbot schon in der Vergangenheit oft einfach ausgesessen. Da gibt es für den Staat deutlich einfachere und effektivere Mittel und Wege, um an das Geld seiner Bürger zu kommen- zum Beispiel Erhöhung der Steuern, Senkung der Zinsen oder Zwangskredite auf Immobilien. Und das Geld auf Ihrem Konto, die Fonds in Ihrem Bankdepot oder Immobilien lassen sich nicht so leicht verstecken!“.
Physisches Gold als sichere Bank
Eine Investition in Gold sei vielmehr ein guter Weg, um Erspartes langfristig abzusichern und vor der Entwertung durch Inflation zu schützen.
Der Wiener Goldhändler erklärt: „Langfristig betrachtet hat Gold seine Kaufkraft immer bewahrt. Für den Gegenwert einer Unze Gold, bekamen Sie zu jeder Zeit einen hochwertigen Herrenanzug: Im Jahr 1910 genauso wie im Jahr 2000. Und auch heute bekommen Sie dafür ein edles Model. Kaufen Sie aber auf jeden Fall physisches Gold – also Münzen oder Barren und kein „Gold“ das Sie nicht sofort und jederzeit in Händen halten können! Und wenn sie dann Ihren Goldschatz haben – lagern Sie es auch wo Sie jederzeit darauf Zugriff haben.“
Wer tatsächlich ein Goldverbot fürchtet kann in Österreich Gold bis zu einem Gegenwert von 9.999 Euro auch völlig anonym kaufen. In anderen EU-Staaten liegt diese Anonymitätsgrenze bereits deutlich niedriger.
„Wir empfehlen stets 10 bis 20 Prozent des Ersparten in Edelmetalle zu investieren, um den Wert langfristig abzusichern. Durch eine geschickte Stückelung in größere und kleinere Goldmünzen und Goldbarren kann man im Notfall sein Gold auch wieder Stück für Stück zu Geld machen, ohne sein gesamtes Edelmetallportfolio aufzulösen.“, so Hell-Höflinger.
Mit Hilfe von Gold lässt sich hoher Wert auf relativ wenig Raum konzentrieren und so nicht nur leicht lagern oder verstecken, sondern auch relativ einfach transportieren. Fürchtet man ein Goldverbot ist die Aufbewahrung zuhause sicherer, als etwa in einem Bankschließfach. „Denken Sie nur an Zypern 2013“,  sagt Hell-Höflinger, „dort waren mit den geschlossenen Banken nicht nur die Konten und Bankomaten nicht verfügbar, die Menschen konnten auch nicht zu den Schließfächern mit ihren Notfallreserven. Da wurden sämtliche Möglichkeiten genommen, zu Geld zu kommen. Noch sind die privaten Schließfach Vermieter hierbei eine alternative Lösung – wobei jene mit 24h Zugriff zu bevorzugen sind.“  
Der sicherste Weg, um Gold vor staatlichem Zugriff zu setzen, wäre die Lagerung im Ausland, der Nachteil ist natürlich die Entfernung und die Möglichkeit dorthin zu gelangen.
Mehr Infos zu Anlagegold und Edelmetallen finden Sie bei Gold & Co. Wenn Sie Gold kaufen oder auch verkaufen möchten, kommen Sie jederzeit zu einem persönlichen, unverbindlichen und seriösen Beratungsgespräch in eine der Gold & Co Filialen in Wien 9 oder Wien 22.
september, 2021









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