Finanzdaten in Gefahr? Gerüchte um Schufa-Verkauf ins Ausland – BR24

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Es gibt Gerüchte, dass die Schufa ins Ausland verkauft werden könnte.
Es gibt Gerüchte, dass die Schufa ins Ausland verkauft werden könnte.
Es gibt Gerüchte, dass die Schufa ins Ausland verkauft werden könnte.
Verbraucher kennen die Schufa als fleißigen Datensammler, wenn es darum geht einen Kredit zu bekommen. Der Score-Wert der Schufa entscheidet über Kreditwürdigkeit und Bonität. Ausländische Finanzinvestoren sollen jetzt Interesse an der Schufa haben.
Immer wieder haben Datenschützer die Schufa in die Schranken gewiesen, wenn sie etwa wie zuletzt Kontodaten abgreifen oder wie vor zehn Jahren die Facebook-Daten ihrer Nutzer auswerten wollte, um mehr über sie zu erfahren. Viel schwerer wäre es für die Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern so etwas zu verhindern, wenn die Schufa ausländischen Finanzinvestoren gehörte. Für die Investoren wäre es umso interessanter, Finanzdaten von 68 Millionen Bürgern und sechs Millionen Unternehmen auszuwerten.
Auf zwei Milliarden Euro wird der aktuelle Firmenwert der Schufa geschätzt, die deutschen Banken und Handelsunternehmen gehört. Deutsche und Commerzbank sollen im Kontakt mit dem schwedischen Finanzinvestor EQT stehen, der Interesse hätte, die Schufa zu kaufen. Auch Hellman & Friedman aus den USA scheinen an einem Kauf interessiert.
Die Gespräche befinden sich nach Angaben der Banken in einem sehr frühen Stadium. Auch wenn es nur zu einem Teilverkauf kommt, sind die Datenschützer alarmiert, weil die Schufa ihr Geschäftsmodell ohnehin ausweiten will. Ein Vorschlag wäre, dass notfalls der Staat die Anteile übernimmt, die sonst ins Ausland gingen.
Die Schufa hat in Deutschland bei Finanzdienstleistungen für Verbraucher faktisch fast ein Monopol. Keine andere Auskunftei verfügt auch nur annähernd über eine solche Daten-Macht. Egal, ob es um Konsumentenkredite, Ratenkäufe, einen Mobilfunkvertrag oder eine Selbstauskunft geht, ganz selbstverständlich nehmen beide Seiten die Dienste der Schufa in Anspruch.
Je dichter dieses Datennetz ist, umso mehr Kredite, Verträge und Käufe sind möglich. Banken und Händler gewinnen mehr Schutz vor Zahlungsausfällen. Verbraucher können bei vergleichbarem Einkommen mehr Finanzdienstleistungen nutzen, von kleineren Anschaffungen über den Autokauf bis hin zum Immobilienkredit. Dafür reicht eine Schufa-Auskunft allein dann nicht mehr aus, sie spielt aber immer auch eine Rolle.
Die Kehrseite des Erfolgsmodells der Schufa durch seine weite Verbreitung ist der immense Nachteil, den es hat, aus diesem System herauszufallen. Wer zum Beispiel gar keine Kredite und entsprechenden Verträge, und so gesehen, keine positiven Einträge bei der Schufa hat, bekommt von der Wiesbadener Auskunftei auch keinen guten Score-Wert zugeteilt.
Verbraucher können ihren Score dadurch verbessern, dass sie Schulden machen und Kredite in Anspruch nehmen. Sie müssen diese aber auch regelmäßig und störungsfrei bedienen und zurückzahlen, dann steigt ihre Bonität. Kommt es dagegen zu einer Leistungsstörung, weil Zahlungen sich verspäten, droht ein negativer Schufa-Eintrag. Das reicht oft schon aus, um das private Wirtschaftsleben erheblich zu beeinträchtigen, weil viele Verträge nicht mehr zustande kommen.
Betroffene können Einsicht nehmen in ihre Schufa-Einträge. Es besteht sogar die Möglichkeit, falsche Angaben korrigieren zu lassen, etwa von Bankkonten, die nicht mehr bestehen oder von Krediten, die längst zurückgezahlt wurden. Eine solche Korrektur gelingt aber nicht immer und bei manchen Einträgen ist auch unklar, wie sie zustande kamen.
Verbraucherschützer wie Schuldnerberater werfen der Schufa in einzelnen Fällen eine fehlende Transparenz vor. Außerdem bleibt die Berechnung des Score, der die Kreditwürdigkeit in einer Zahl ausdrückt, für immer das Geschäftsgeheimnis der Schufa.
Sie will dieses Geheimnis nicht mit anderen privaten Wettbewerbern teilen und bleibt natürlich immer auch gewinnorientiert. Eine Steigerung dieses Gewinns verspricht sich die Schufa dadurch, dass sie immer mehr Daten sammelt und vielleicht auch zusätzlich auswertet.
Neben Finanzdienstleistern und den bisherigen Schufa-Partnern wie im Handel und Mobilfunk könnten sich noch viel mehr Unternehmen dafür interessieren. Hier müsste der Datenschutz greifen, weil es sich um sehr sensible persönliche Angaben handelt, die über die private Teilnahme am Wirtschaftsleben entscheiden.
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