Geldanlage: Welche Aktien noch günstig sind – trotz fast rekordhohem Dax – FOCUS Online

Der deutsche Aktienindex steht seit Wochen so hoch wie nie zuvor. Und trotzdem sind einige der im Dax enthaltenen Aktien noch unterbewertet. FOCUS Online verrät, welche das sind und wo Sie jetzt noch zuschlagen können.
Der Dax  hat Anleger in diesem Jahr glücklich gemacht. 13,5 Prozent steht er gegenüber Silvester bereits im Plus, seit dem Corona-Tiefstand im März 2020 sind es sogar schon fast 75 Prozent. Dabei hat der Index schon mehrere neue Rekorde gesetzt. Zuletzt ging es am 14. Juni erstmal auf 15.802 Punkte, die 15.693 Punkte drei Tage zuvor sind der bisher höchste Schlusskurs in der Dax-Geschichte.

Für Anleger, die bisher noch nicht in den Dax investiert haben oder noch Geld für Aktien- und Fondskäufe übrig hätten, stellt sich daher die Frage, ob der Dax seinen Zenit damit schon erreicht hat oder ob er bis Jahresende noch weiter zulegen wird. Genau sagen kann dies niemand, vor allem auch deswegen, weil die Bewegungen der Aktienkurse nicht zuletzt auch stark von unvorhersehbaren gesellschaftlichen und weltwirtschaftlichen Ereignissen beeinflusst werden. Sollte sich etwa die Delta-Variante im Herbst zu einer neuen Corona-Welle mit erneuten Wirtschaftseinschränkungen ausweiten, würde dies die Kurse drücken, obwohl sonst alle Daten dagegen sprechen könnten.
Von solchen Dingen abgesehen, lässt sich die grobe Richtung einer Aktie oder eines Indizes am besten dadurch vorhersagen, indem man die Fundamental-Daten der betreffenden Aktien und Konzerne in Relation zu ihrem aktuellen Kurs betrachtet. Sind die Kurse noch günstig, deutet dies auf einen Aufschwung hin. Sind die Kurse bereits relativ hoch, dürften sie bald eher fallen.
Für den Dax haben wir das anhand dreier Metriken untersucht. Erstens haben wir das so genannte Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) ermittelt, und zwar basierend auf den für dieses Jahr prognostizierten Umsätzen. Das KUV gibt vereinfacht gesagt an, wie viel Umsatz ein Konzern im Verhältnis zum Preis seiner Aktie macht. Bei günstigen Aktien liegt der Umsatz pro Aktie höher als der Aktienkurs. Das KUV liegt dann unter 1. Dasselbe lässt sich auch noch einmal mit dem für 2021 prognostizierten Gewinn machen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gilt allerdings bis zu einem Wert von 20 als günstig.

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Gemessen an diesen beiden Metriken lässt sich für den Gesamtindex kaum eine Aussage treffen. Das durchschnittliche KUV liegt mit 2,9 im roten Bereich, das KGV mit 19,2 noch gerade so im grünen. Allerdings scheidet bei letzterem DeliveryHero aus, das dieses Jahr mit Verlust plant und so gar kein KGV besitzt.
Es gibt aber einige Einzelaktien, die durchaus günstig sind. Im Folgenden listen wir deswegen alle Papiere aus dem Dax auf, die ein KUV von unter 1 und ein KGV von weniger als 20 haben und nach aktueller Prognose dieses Jahr mehr Umsatz und Gewinn als im Vorjahr machen werden. Achtung: Das ist noch keine generelle Kaufempfehlung für diese Aktien, vielmehr ein Indikator dafür, dass diese Potenzial besitzen. Vor einem Kauf sollten Sie sich auf jeden Fall noch eingehender mit dem jeweiligen Konzern und seiner Entwicklung beschäftigen. Es sind – in alphabetischer Reihenfolge:
1. Allianz
Performance seit März 2020: 80 Prozent
KUV / KGV: 0,6 / 10,5
Prognose Umsatz / Gewinn 2021: +20 / +23 Prozent
Versicherungen florieren auch in Krisenzeiten. Die Allianz -Aktie ist traditionell günstig bewertet und hat sich diesen Status auch jetzt konserviert. Zudem winken hohe Dividendenrenditen von mehr als fünf Prozent.

2. BASF
Performance seit März 2020: 66 Prozent
KUV / KGV: 0,9 / 14,6
Prognose Umsatz / Gewinn 2021: +15 / – Prozent
BASF  hatte 2002 kein gutes Jahr und machte unterm Strich rund eine Milliarde Euro Verlust. Das soll sich dieses Jahr ändern. Aktuell rechnet der Chemiekonzern damit, dass der Umsatz um 15 Prozent auf den höchsten Stand seit 2015 klettert und vier Milliarden Euro Gewinn eingefahren werden. Die Aktie hat diese Prognose noch nicht reflektiert.
3. BMW
Performance seit März 2020: 133 Prozent
KUV / KGV: 0,6 / 7,5
Prognose Umsatz / Gewinn 2021: +10 / +113 Prozent
„Nur“ 3,7 Milliarden Euro Gewinn sollen sich bei BMW  in diesem Jahr nicht wiederholen. Geplant sind mehr als 8 Milliarden Euro. Dazu soll ein Umsatz kommen, der die Einbußen aus dem Vorjahr übertrifft. Geht das auf, hat die Aktie noch deutlich mehr Luft nach oben als die bisherigen 133 Prozent Steigerung seit dem Corona-Tief im März 2020.
4. Covestro
Performance seit März 2020: 114 Prozent
KUV / KGV: 0,8 / 8,7
Prognose Umsatz / Gewinn 2021: +26 / +160 Prozent
Noch mehr als BMW will Covestro  seinen Gewinn in diesem Jahr steigern. Knapp 1,2 Milliarden Euro sollen nach Steuern im Unternehmen bleiben statt 460 Millionen Euro wie im Vorjahr. Das wäre der höchste Wert seit 2018. Der Aktienkurs liegt allerdings noch 43 Prozent unter dem damaligen Höchstwert.

5. Daimler
Performance seit März 2020: 246 Prozent
KUV / KGV: 0,5 / 7,2
Prognose Umsatz / Gewinn 2021: +12 / +213 Prozent
Keine Aktie in dieser Liste hat ihren Wert seit dem Corona-Tief im März 2020 so stark gesteigert wie Daimler . Und trotzdem ist keine Aktie so unterbewertet die der Stuttgarter Autobauer. Denn, das dritte Novum, kein Konzern in dieser Liste will seinen Gewinn in diesem Jahr so stark steigern. Um 213 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro soll es nach oben gehen. So viel Gewinn hat Daimler noch nie gemacht.
6. Deutsche Post
Performance seit März 2020: 204 Prozent
KUV / KGV: 1,0 / 16,5
Prognose Umsatz / Gewinn 2021: +11 / +46 Prozent
Auch die Deutsche Post  hat ihren Aktienkurs seit März 2020 mehr als verdreifacht. Dabei gehörte das Unternehmen zu einem der wenigen, dessen Umsätze und Gewinne auch in der Corona-Krise stiegen – logisch, wenn der Versandhandel florierte. Dieses Jahr soll das zu einem neuen Rekordgewinn führen und könnte die Aktie – obwohl ebenfalls schon auf Rekordhoch – noch weiter beflügeln.

7. HeidelbergCement
Performance seit März 2020: 128 Prozent
KUV / KGV: 0,8 / 9,8
Prognose Umsatz / Gewinn 2021: +4 / – Prozent
Die Corona-Krise endet mit einem Bauboom und das kommt einem Zementhersteller natürlich zugute. Wenngleich der Umsatz noch nicht wieder das 2019er-Niveau erreichen soll, will HeidelbergCement  mit einem Plus von 1,5 Milliarden Euro einen Großteil des Vorjahresverlustes von 2,1 Milliarden Euro wieder wettmachen. Der Aktienkurs hat sich zwar bereits verdoppelt, spiegelt diese optimistische Prognose aber noch nicht wider.
8. Volkswagen
Performance seit März 2020: 146 Prozent
KUV / KGV: 0,4 / 7,8
Prognose Umsatz / Gewinn 2021: +12 / +66 Prozent
Von der Bewertung her bewegt sich VW  auf einem ähnlich günstigen Niveau wie Konkurrent Daimler, doch die Prognose sieht hier nicht ganz so blendend aus. Mit 251 Milliarden Euro Umsatz und 13,8 Milliarden Euro Gewinn geht der Wolfsburger Riese von Werten auf dem Niveau von 2019 aus. Damals war die Aktie bereits deutlich unterbewertet und daran hat sich bis heute wenig geändert.
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