Investieren in Bitcoins: Was Anleger beachten sollten – WESER-KURIER – WESER-KURIER

Vor zwei Jahren eröffnete der erste Bitcoin-Automat in Bremen. Doch dann gab es Ärger mit der Bafin.
In Zeiten von Niedrigzinsen wagen sich einige Anleger auf der Suche nach Rendite auf unbekanntes Terrain vor. Der Bitcoin ist eine Anlageform, die seit einigen Jahre immer beliebter wird – auch, weil es immer wieder sprunghafte Wertsteigerungen gibt. So zuletzt vor einigen Wochen. Anfang Januar erreichte die Digitalwährung ihren Höchststand: Ein Bitcoin kostete fast 34.000 Euro. Auch wenn der Kurs seitdem wieder gesunken ist, das Interesse ist geblieben. Was Anleger beachten müssen.
Was ist Bitcoin?
Bitcoin ist virtuelles Geld, eine Währung ohne Scheine oder Münzen. 2008 wurde sie von Satoshi Nakamoto erfunden. Der Name ist ein Pseudonym – wer wirklich hinter der Digitalwährung steckt, ist bis heute nicht geklärt. Mit dem Bitcoin will der Erfinder eine Alternative zu herkömmlichen Währungen bieten, die in der Regel von Zentralbanken wie der Europäischen Zentralbank reguliert werden. Sie legen beispielsweise fest, wie viel Geld im Umlauf ist und können somit den Wert einer Währung beeinflussen. Der Bitcoin soll hingegen unabhängig von Banken und staatlichen Einflüssen sein.
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Das Herzstück von Bitcoins ist die sogenannte Blockchain. Die kann man sich als eine Art digitales Kassenbuch vorstellen, in dem jede Transaktion mit Bitcoins verzeichnet ist. Das soll den Betrug erschweren und verhindern, dass Bitcoins einfach kopiert werden. Falschgeld soll es also nicht geben können.
Wer sich die Entwicklung des Bitcoins seit Beginn anschaut, der sieht eine deutliche Wertsteigerung. Anfangs kostete ein Bitcoin weniger als zehn Cent. Danach stieg der Kurs immer weiter. Eine erste Hochphase gab es Ende 2017. Damals kostete ein Bitcoin mehr als 16.000 Euro. Kurz darauf sackte der Kurs jedoch ab. Seit vergangenem Oktober steigt er jedoch wieder. Aktuell kostet ein Bitcoin rund 30.600 Euro. Das US-Investmenthaus JP Morgan rechnet sogar mit einem Anstieg des Bitcoins auf rund 120.000 Euro. Viele Anleger sehen im Bitcoin schon das neue Gold. Der Preis des Edelmetalls lebe schließlich auch nur von ihrem Ruf als Wertspeicher für Krisenzeiten. Doch anders als Gold hat der Bitcoin keinen Eigenwert.
Eher nicht. Zwar kann jeder schnell große Gewinne mit Bitcoins machen – genauso groß ist aber auch das Risiko von Verlusten. Bitcoins sind eine sehr volatile Anlageform. Experten wie Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen warnen daher: „Bitcoins sind hoch spekulativ und eigenen sich nicht für langfristige Anlagen.“ Wer also Vermögen, beispielsweise für die Rente, aufbauen will, sollte das mit anderen Anlageformen tun.
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Ähnlich wie bei andere spekulative Anlageformen gibt es trotz des Risikos viele, die sich für Bitcoins interessieren. Mai rät dazu, nur Geld zu investieren, das man übrig habe. „Man darf sich nicht ärgern, wenn nach einem Jahr die investierten 1000 Euro nur noch 100 Euro wert sind.“ Den möglichen Wertverlust müsse man sich vorher unbedingt bewusst machen.
Wer in Bitcoins investieren will, der kann das auf unterschiedlichen Wegen machen, etwa bei einer Verkaufsplattform. Hier kann sich jeder ein Konto anlegen, eine sogenannte Wallet, mit einzigartiger Adresse. Auf diesem werden die gekauften Bitcoins dann gespeichert. Mittlerweile bietet die Börse Stuttgart sogar eine eigene Plattform an, mit der man Bitcoins aber auch andere Digitalwährungen kaufen kann.
2019 eröffnete in der Straße Fedelhören ein Bitcoin-Automat. Wie an einem Geldautomaten konnten Kunden hier Bitcoins kaufen. Anstatt Münzen und Scheine gab es den Betrag dann direkt in die Wallet. Mittlerweile ist dieses Gerät laut Betreiber-Website wieder vom Netz. Hintergrund dürften die Streitigkeiten mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sein. Sie teilt mit, dass das Unternehmen keine Erlaubnis für den Betrieb von Bitcoin-Automaten hat. In einem Internet-Café am Bahnhof gibt es nach eigenen Angaben jedoch einen Automaten eines anderen Betreibers. Hier ist der Kauf von Bitcoins möglich – der Verkauf aber nicht.
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Mit einem Bitcoin-Fonds können Anleger indirekt in Bitcoins investieren. Ein großer Anbieter ist etwa der Bitcoin Investment Trust. Kunden können Anteile am Fonds kaufen, der wiederum legt das Geld in Bitcoin an. Dafür wird ein Wertpapierdepot benötigt. Eine andere Möglichkeit ist es, Aktien von Unternehmen zu kaufen, die von einem starken Bitcoin-Kurs profitieren: Das kann etwa die Bitcoin Group aus Herford sein als Betreiberin der Handelsplattform bitcoin.de, aber auch Hardware-Herstelle wie AMD oder Nvidia. Mai von der Bremer Verbraucherzentrale hält das allerdings für keinen guten Weg. „Der Kurs solcher Aktien hängt von vielen Faktoren ab und nicht nur von der Bitcoin-Entwicklung“, sagt er. Wer unbedingt in die Digitalwährung investieren wolle, solle lieber direkt Bitcoins kaufen.
Bei der Steuer unterscheiden sich Bitcoins nicht von Edelmetallen, Schmuck, Antiquitäten oder Kunstgegenständen. Für sie gilt: Werden sie länger als ein Jahr gehalten, ist der Verkauf steuerfrei. Auch wenn Bitcoins vor Ablauf der Jahresfrist verkauft werden, können Steuern unter Umständen vermieden werden. Für private Veräußerungsgeschäfte gibt es eine Freigrenze von 600 Euro pro Jahr. Darauf weist unter anderem die Vereinigte Lohnsteuerhilfe hin. Alle Gewinne bis zu diesem Betrag sind steuerfrei. Ist der Gewinn aber auch nur einen Euro höher, fallen auf den gesamten Betrag Steuer an.
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