Geldanlage für Kinder: So sparen Sie bis zum 18. Geburtstag 50.000 Euro an – STERN.de

In Deutschland hat es eine gewisse Tradition, dass Eltern oder Großeltern schon für Kinder ein Konto eröffnen, um ein bisschen Geld anzusparen. Wenn der Nachwuchs volljährig wird, so der Gedanke, soll er sich davon dann den Führerschein leisten können, eine Ausbildung, oder was man sonst so braucht, um auf eigenen Füßen zu stehen.
Zur Geburt des Babys ein Sparbuch zu eröffnen, ist angesichts von Null- und Minuszinsen allerdings nicht mehr wirklich lukrativ. Wer dem Nachwuchs etwas finanziell Gutes tun will, sollte heute lieber auf andere Mittel setzen, raten etwa die Experten von "Finanztest". Sie haben sich verschiedene Möglichkeiten angesehen und ihre Empfehlungen abgegeben.
Zunächst einmal: Nicht alles, was bei Banken unter Zukunftsvorsorge für Kinder läuft, halten die "Finanztest"-Experten für eine gute Idee. Sie raten zum Beispiel von Kombiprodukten ab, die nicht nur Geld ansparen, sondern auch Risiken wie Unfall, Krankheit und Berufsunfähigkeit des Kindes absichern wollen. Solche gemischten Tüten sind "unflexibel und fast immer zu teuer", schreiben die Finanztester.
Auch bei reinen Junior-Sparprodukten sind die Kosten oft zu hoch, vor allem wenn sie auf aktiv gemanagte Aktienfonds oder andere unnötig komplizierte Anlageformen setzen. Als solide und sinnvolle Sparprodukte für den Nachwuchs empfehlen die Finanztester zwei Möglichkeiten: Festgeld oder Aktien-ETF. 
Das Festgeld ist die risikolose, aber ertragsschwächere Variante. Wer einen Einmalbetrag – je nach Bank mindestens 1000, 2500 oder 5000 Euro – für fünf bis zehn Jahre aufs Konto legt, kann bei den besten Anbietern einen fixen Zinssatz zwischen 0,5 und 1 Prozent je Jahr erhalten. Das ist nicht viel, aber dafür bombensicher. Selbst bei einer Pleite der Bank ist das Spargeld bis zu einer Summe von 100.000 Euro gesetzlich geschützt.
Höhere Renditen versprechen Fondssparpläne, die man schon mit geringen monatlichen Summen besparen kann. Hierfür empfehlen die Finanztester ETF auf einen breit gestreuten Aktienindex. Diese passiven Aktienfonds sind meist kostengünstig und unterliegen geringeren Schwankungen als Einzelaktien. Da es dennoch kurzfristig zu Kursverlusten kommen kann, sollte der Anlagehorizont mindestens zehn Jahre betragen.
Wer mit der Geburt eines Babys beginnt, in einen weltweiten ETF zu sparen, und das bis zur Volljährigkeit durchzieht, kann eine beachtliche Summe zusammensparen. In der Vergangenheit betrug die Sparplanrendite über einen Zeitraum von 18 Jahren laut "Finanztest" im Schnitt 7,8 Prozent pro Jahr. Wer 50 Euro im Monat zur Seite legte, hatte so bis zum 18. Geburtstag 23.000 Euro zusammengespart. 110 Euro im Monat hätten gereicht, um bis zur Volljährigkeit die stolze Summe von 50.000 Euro zu erreichen.
Sicher kalkulieren kann man mit diesen Summen allerdings nicht – es kann am Aktienmarkt sowohl besser als auch schlechter laufen. Im schlechtesten historischen Fall wären aus dem 50-Euro-Sparplan nur 10.000 Euro geworden, im besten Fall hätte schon dieser Einsatz gereicht, um nach 18 Jahren bei den 50.000 Euro anzukommen, schreibt "Finanztest". 
Wer auf Aktien setzt, sollte wegen der möglichen Schwankungen lieber nicht auf den 18. Geburtstag als Auszahltag fixiert sein. Denn sind die Kurse dann gerade im Keller, wäre es ein schlechter Moment, um das Depot aufzulösen. Wenn möglich, sollte man lieber die folgende Erholung abwarten.
Eine Möglichkeit ist es auch, die Aktien schon vor dem 18. Geburtstag auf einem Börsenhoch zu verkaufen, um nicht vom Crash zum ungünstigen Zeitpunkt erwischt zu werden. "Am besten schaust Du schon einige Jahre vorher ins Depot, um zu planen. Soll das Geld zum Ausbildungs- oder Studienstart zur Verfügung stehen, kannst Du die Fondsanteile rechtzeitig verkaufen", rät das Verbraucherportal "Finanztip", das ebenfalls Aktien-ETF als gute Sparmöglichkeit für Kinder empfiehlt. Ist das Geld für einen späteren Hauskauf oder gar als Altersvorsorge gedacht, kann das Kind hingegen auch als Erwachsener das Depot behalten und weiter Vermögen aufbauen.
Eine grundsätzliche Frage ist, ob man das Konto oder Depot auf den Namen des Kindes oder des Einzahlers eröffnet. Der Vorteil von Kinderkonten ist, dass ihr Ertrag bis zu einer bestimmten Summe – aktuell rund 10.000 Euro – steuerfrei ist. Dafür kann das Kind dann auch mit Erreichen des 18. Geburtstages frei über die Sparsumme verfügen – ganz egal, welche Pläne die fleißigen Spender selbst im Sinn gehabt haben.
Den ganzen Artikel von "Finanztest" inklusive empfehlenswerter Wertpapierdepots und Festgeldangebote finden Sie unter www.test.de
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