Interview: Lars Erichsen: "So günstig gab es China-Aktien schon lange nicht mehr" – Börse Online

BÖRSE-ONLINE.de: Worauf sollte man bei einem China-Investment achten?
Lars Erichsen: Man muss schauen, ob eine chinesische Aktie in das eigene Risikoprofil passt. Es gibt grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen an den Aktienmarkt: Was für Renditen möchte man erzielen? Welche Schwankungen ist man bereit, in Kauf zu nehmen? China-Aktien sind für mich Teil der spekulativen Anlage. Investiert man in solche Werte, muss man mit einer hohen Volatilität leben können.

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Welche Risikofaktoren sehen Sie bei einem Investment in chinesische Aktien?
Ein wesentlicher Risikofaktor ist die Regulierung und der politische Einfluss. Je größer der politische Einfluss auf den Markt, desto abschreckender ist das für viele Marktteilnehmer. Die Situation kann sich über Nacht verändern.

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Gehören China-Aktien in jedes Depot? Oder ist auch hier zunächst abzuwägen, welcher Risikotyp man ist?
Das sollte man auf jeden Fall abwägen. Es ist nicht möglich, eine maximale Rendite bei minimalem Risiko zu erzielen. Risiko und Ertrag stehen immer in Relation zueinander. Chinesische Aktien gehören immer dann in ein Depot, wenn man eine überdurchschnittliche Rendite erzielen will. Will man eine maximale Rendite erzielen, kann man nicht kaufen, was jeder kauft. Ansonsten kann man auch in einen ETF investieren. Dabei bekommt man die Rendite, welche der Aktienmarkt liefert. In ein spekulativ orientiertes Depot gehören meiner persönlichen Meinung nach China-Aktien, sofern man sich des Risikos bewusst ist.

Weil Sie gerade von einem ETF gesprochen haben. Ist ein Emerging-Markets-ETF sinnvoller als ein Einzelinvestment in chinesische Aktien?
Möchte man als Investor keine Einzelaktien kaufen, kann ein ETF eine Alternative sein. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man möglichst ohne viel Aufwand die Aktienanlage betreiben und die Risiken begrenzen möchte. Im Emerging-Markets-ETF hat China eine relativ hohe Gewichtung, das wäre also unter diesem Aspekt eine sinnvolle Beimischung.

Cathie Woods hat ihre China Aktien massiv reduziert. Ist kurzfristig die Luft raus?
Die Frage ist vielmehr, ob wir den Boden erreicht haben. Eine Bodenbildung dauert oftmals länger. Ich halte die Thesen von Cathie Woods für großartig. Sie sagt, es wird nur noch einige große Disruptoren auf dieser Welt geben. Ihre Art und Weise wie sie investiert, ist aber derzeit extrem trendbasiert und nicht gerade antizyklisch. Die Entscheidung, die chinesischen Aktien abzustoßen, könnte auch unternehmenspolitisch getroffen worden sein. Da China in den USA sehr kritisch diskutiert wird, sollen dadurch möglicherweise Investoren beruhigt werden. Am Dienstag hat Cathie Woods aber erneut in China investiert.

Halten Sie die aktuellen Kurseinbrüche für einen guten Einstiegzeitpunkt?
Auf Sicht von einigen Wochen oder Monaten kann ich keine Einschätzung abgeben. Aber auf Sicht von ein paar Jahren aufjedenfall: So günstig gab es diese Aktien schon lange nicht mehr.

Welche Branchen in China halten Sie für spannend?
Technologie, Infrastruktur und Rohstoffe: Technologie aufgrund der immer noch beeindruckenden Wachstumsraten. Infrastruktur und Rohstoffe, weil diese Branchen in den letzten Wochen mit abgestraft wurden und daher günstig erscheinen. Sogar Dividenden-Jäger werden in China fündig.

In den USA droht ein Delisting von chinesischen Firmen. Halten Sie diese Drohung für realistisch und wie würde sich der Ernstfall auf die Aktienkurse auswirken?
Kommt es zu einem Delisting in den USA, sind die meisten US-Fonds unter Druck, chinesische Aktien abzustoßen. Aufgrund von Regularien dürfen viele Fonds nur in Werte investiert sein, die in den USA gelistet sind. Kurzfristig wäre dies eine Belastung für die Aktienkurse aufgrund des Verkaufsdrucks.

China ist für die USA mittlerweile der wichtigste Handelspartner. Es könnte gewisse Regulierungen geben, genauso wie in China. In einigen Branchen, die in der politischen Diskussion relevant sind, kann ich mir eine Delisting vorstellen. Ein flächendeckendes Delisting kann ich nicht ausschließen, halte es aber für unwahrscheinlich. Wie kann man sich auf ein solches Delisting vorbereiten?
Ich würde immer die Originalaktie kaufen und prinzipiell Unternehmen raussuchen, die von einer stockenden Annährung der USA nicht so sehr belastet sind. Bei Automobilherstellern, die auf den jeweiligen Absatzmärkten viel Geschäft machen, könnte dies länger dauern. Viele chinesischen Unternehmen machen nur in ihrem Land Geschäfte, die sind dann nicht so sehr von einem Delisting beeinflusst. Bei Einzelaktien sollte man genauer hinschauen. Bei ETFs ist dieses Problem weniger ausgeprägt.

Zur Person: Seit knapp 25 Jahren ist Lars Erichsen an den Finanzmärkten aktiv. Neben dem Trading gibt er sein Wissen in Youtube-Videos weiter. Er ist zudem Chefredakteur der Rendite Spezialisten.

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