Wie Millennials die Standards im Onlinehandel beeinflussen-handelsjournal – handelsjournal

Millennials, also Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren, passen die Lieferung eines Pakets am liebsten ihrem Lebensrhythmus an. Damit ticken sie anders als die Boomer, die 50- bis 75-Jährigen. Warum Jüngere für Versand sogar gerne mehr Geld ausgeben als Ältere, verrät eine aktuelle Studie.
31.08.2021
Pakete – fix und flexibel geliefert: Die Erwartungen der Millennials an Versanddienste sind riesig.
Eine aktuelle Studie der Versandplattform Sendcloud belegt, dass für 70 Prozent der Millennials Flexibilität mittlerweile zum Schlüsselkriterium für die Zustellung von Paketen geworden ist. Im Vergleich dazu ist dies nur für 48 Prozent der Babyboomer ein wesentliches Anliegen. Mit wachsender Kaufkraft der Generation Y wird sich dieser Trend in Zukunft voraussichtlich weiter fortsetzen. Auch bei den Ausgaben liegen Millennials vorne: Während sie im Durchschnitt 233,1 Euro pro Bestellung zahlen, geben Angehörige der Boomer-Generation nur 119,2 Euro pro Lieferung aus.

Das Bedürfnis nach Flexibilität scheint in erster Linie auf dem Wunsch nach komfortablen Prozessen zu beruhen. Millennials möchten selbst bestimmen, wie, wo und wann sie ihre Bestellungen erhalten. So gaben mit 55 Prozent überdurchschnittlich viele Millennials an, dass sie die Zustellungszeit eines Pakets gerne ändern würden, auch wenn es bereits auf dem Weg ist – bei der Boomer-Generation sind dies nur 33 Prozent. Für weitere 50 Prozent der 25- bis 40-Jährigen aus der Generation Y ist es wichtig, die Lieferadresse auch nach dem Versand noch ändern zu können. Bei den Babyboomern legt darauf nur ein Anteil von 27 Prozent wert.
Der Wunsch nach Komfort spiegelt sich auch in der Wahl der Lieferoptionen wider. Während 73 Prozent der Boomer einfach die Standardlieferung wählen, sind es bei den Millennials nur 59 Prozent. Jüngere Käufer entscheiden sich auch deutlich häufiger – 37 gegenüber 18 Prozent – für Lieferungen am nächsten Tag („Next Day Delivery”), für Lieferungen am Wochenende (26 gegenüber 12 Prozent) und am Abend (26 gegenüber 12 Prozent) oder für Lieferungen an eine Paketstation (23 gegenüber 10 Prozent). Solche Premium-Versandoptionen kommen der steigenden Nachfrage nach einem für den Empfänger perfekten Lieferzeitpunkt entgegen und passen somit gut zum individuellen Lebensrhythmus berufstätiger Millennials.

Natürlich sind Premium-Lieferoptionen wie „Same Day Delivery” nicht kostenfrei, aber Millenials sind bereit, die Zusatzkosten für diesen gewünschten Komfort zu tragen: Für eine Bestellung von 50 Euro zahlen sie bis zu 5,70 Euro. Boomer wollen dagegen maximal nur 3,50 Euro für den Versand investieren. Grundsätzlich sind Verbraucher im Allgemeinen bereit, durchschnittlich 4,30 Euro pro Paket zu zahlen.
Rob van den Heuvel, CEO und Mitbegründer von Sendcloud, kommentiert die Studienergebnisse: „Die aktuelle Studie liefert wertvolle Erkenntnisse über die Unterschiede zwischen den Generationen. Besonders interessant ist es, dass Millennials mit der flexiblen Zustellung ihrer Lieferungen einen neuen Standard etablieren."
Da ihre Kaufkraft in den nächsten Jahren weiter zunehme, so van den Heuvel, „wird es in Zukunft umso wichtiger werden, sie zu erreichen. Wenn Onlinehändler ihr Potenzial und ihre Gewinne maximieren wollen, müssen sie akzeptieren, dass die flexible Paketzustellung in Zukunft zu einer Mindestanforderung wird”.
Für die im Juni 2021 gemeinsam mit Sendcloud durchgeführte „E-Commerce Delivery Compass”-Studie befragte das Marktforschungsinstitut Nielsen 7.873 Teilnehmer aus acht europäischen Ländern (Niederlande, Belgien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien, Spanien und Vereinigtes Königreich). 1.002 der Studienteilnehmer stammen aus Deutschland.
Die gesamte Studie wird am 7. September 2021 veröffentlicht und gibt einen Einblick in Trends aus der E-Commerce-Logistik.
Schlagworte: Trends, E-Commerce, Millennials
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