Balkon katzensicher machen: Diese Maßnahmen helfen – STERN.de

Eigentlich landen Katzen immer auf ihren Pfoten, selbst bei Stürzen aus größerer Höhe. Trotzdem kommt es deutschlandweit immer wieder zu tragischen Unfällen, nachdem ein Stubentiger vom Balkon gesprungen (oder auch gefallen) ist. Nicht selten ist ihr angeborener Flucht- oder Jagdinstinkt Schuld an dem unüberlegten Sprung in die Tiefe. Entscheidend ist hier die Fallhöhe, sodass vor allem Balkone in mehrstöckigen Wohngebäuden ein großes Risiko für Stubentiger bergen. Trotzdem sollten Sie Ihrem Haustier den Gang ins Freie nicht verwehren, da er für reine Hauskatzen eine echte Wohltat ist. Und Fakt ist: Mit den richtigen Vorkehrungen können Sie jeden Balkon katzensicher machen.
Damit Ihre Katze nicht vom Balkon springen oder stürzen kann, wird dazu geraten, ein Sicherheitsnetz anzubringen. Es gibt unterschiedliche Farben und Größen, wobei die Farbe sicherlich eine Frage des Geschmacks ist – manche empfinden transparente Modelle angenehmer, andere wiederum bevorzugen ein schwarzes Katzennetz. Die Größe hingegen richtet sich danach, wie der Balkon gestaltet wurde. Sprich, ist er nur nach vorne offen, zu beiden Seiten oder steht er möglicherweise frei? Für jeden Fall gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, die Sie im nächsten Absatz detailliert nachlesen können.
Möchten Sie Ihren Balkon katzensicher machen, können Sie weitere Sicherheitsvorkehrungen treffen. Diese sind vor allem dann notwendig, wenn die Abstände zwischen den Gitterstäben Ihres Geländers so breit sind, dass ein Stubentiger hindurchpassen würde. Um zu vermeiden, dass sich Ihr Haustier durch das Gitter aus dem Staub macht, können Sie einen Sichtschutz aus Bambus oder Kunststoff daran befestigen. Dieser wird mithilfe von Kabelbindern am Geländer befestigt und hält Ihre Katze davon ab, den Balkon zu verlassen. Das Sicherheitsnetz im oberen Bereich muss natürlich trotzdem angebracht werden.
Noch ein Hinweis: Sie können auch eine Katzenklappe in die Balkontür integrieren lassen – sie dient zwar nicht der Sicherheit, aber ermöglicht Ihrem Stubentiger mehr Freigänge an die frische Luft. Das ist vor allem dann praktisch, wenn Sie nicht zu Hause sind, das Tier aber nach draußen möchte. Ein Glaser kann Ihnen dabei helfen, die Klappe schnell und sicher zu installieren.
Ein Katzennetz muss gleich mehrere Eigenschaften besitzen: Es sollte reißfest, wetter- und UV-beständig sein. Die Farbe ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, wobei sich dunkle Töne besser in die Umgebung integrieren sollen, während helle und transparente Modelle mehr Sonnenlicht reflektieren. Die Maschen sind individuell und sollten sich nach dem Tier richten – ist es noch jung und aktiv, sind kleine Abstände (20 bis 40 Millimeter) die bessere Wahl. Für ältere Katzen, die nicht mehr so agil sind, reichen auch breitere Abstände (50 Millimeter). Um sicherzugehen, können Sie auch den Kopfumfang des Tieres mithilfe einer Schnur ausmessen. Wie das Sicherheitsnetz anschließend montiert wird, hängt von der Art des Balkons ab. Es folgen drei Beispiele.
Wichtig für Sie zu wissen: Bevor Sie ein Katzennetz anbringen wollen, sollten Sie Ihren Vermieter um Erlaubnis bitten – das gilt insbesondere für Modelle, die Sie im Mauerwerk anbringen wollen und dafür in die Wände bohren müssen. Alternativ gibt es aber auch Sicherheitsnetze für Stubentiger, die mithilfe von Spanngurten, Kabelbindern oder Teleskopstangen angebracht werden dürfen und daher in der Regel ohne Rücksprache installiert werden können.
Für die Montage benötigen Sie – neben dem Katzennetz – noch zwei Teleskopstangen (ist der Balkon besonders breit, lohnt sich eine dritte Stange in der Mitte). Fädeln Sie die Endstücke der Maschen über die Stangen, bevor Sie diese in den vorderen beiden Ecken des Balkons platzieren. Anschließend klemmen Sie die Stangen zwischen Boden und Decke samt Netz fest.
In diesem Szenario brauchen Sie gleich vier Teleskopstangen – eine für jede Ecke. Je nach Breite des Balkons ergibt es zudem Sinn, eine fünfte Stange in der Mitte des Balkons (vorne) anzubringen, damit das Katzennetz nicht durchhängt. Schneiden Sie dieses am besten erst auf die gewünschte Größe zu, bevor Sie es von einer Seite zur nächsten über jede Stange ziehen und es aufhängen.
Hier brauchen Sie wieder vier bis fünf Stangen, je nach Breite des Balkons, und zusätzlich spezielle Klemmen für das Geländer. Gehen Sie auch hier wie in den ersten beiden Fällen Ecke für Ecke vor und fixieren Sie das Katzennetz im Anschluss mit den Geländer- oder Mauerklemmen. Mit einem zusätzlichen Spannseil können Sie das Netz noch straff ziehen.
Wenn Sie einen Balkon bepflanzen, der für Ihre Katze frei zugänglich ist, sollten Sie nur ungiftige Gewächse einsetzen. Denn Stubentiger fressen normalerweise Grashalme, um ihre Verdauung anzuregen – darf oder kann Ihr Haustier die Wohnung nicht verlassen, wird schon mal das eine oder andere Blatt angeknabbert. Aus diesem Grund sollten Sie keine der folgenden giftigen Pflanzen auf dem Balkon halten: Lilien, Begonien, Narzissen, Hyazinthen, Bromelien, Chrysanthemen, Engelstrompeten, Clematis, Oleander und Efeu. Wenn Sie regelmäßig Düngemittel einsetzen, müssen Sie darauf achten, dass es für Ihre Katze nicht zugänglich ist – zum Beispiel über eine volle Gießkanne, aus der die Tiere gerne trinken.
Natürlich müssen Sie nicht gänzlich auf Balkonpflanzen verzichten, schließlich gibt es auch viele schöne Sorten, die nicht giftig für Katzen sind, wie etwa: Katzenminze, Bambus, Veilchen und Lavendel oder auch Kräuter (zum Beispiel Minze, Baldrian oder Kapuzinerkresse). Zudem können Sie auch eine Art Grasersatz für Ihren Stubentiger aussäen, damit er seinem gewohnten Trieb, ein paar Halme zu fressen, nachgehen kann. Dafür eignet sich insbesondere Katzengras oder Zyperngras. Alternativ können Sie auch versuchen, Ihr Haustier von den Pflanzen abzulenken, indem Sie spannendes Spielzeug für die Katze auf dem Balkon zur Verfügung stellen: Fellmäuse, Bälle oder Rascheltunnel.
Auch wenn Stubentiger gerne ein Sonnenbad nehmen, brauchen sie an heißen Tagen dennoch ein schattiges Plätzchen auf dem Balkon. So kann sich Ihr Haustier auch im Sommer draußen aufhalten, ohne zu dehydrieren. Um zu vermeiden, dass es seine Krallen an dem Katzennetz oder anderen Möbeln abwetzt, können Sie einen Outdoor-Kratzbaum aufstellen – er dient gleichermaßen als Schlafmöglichkeit und Ausguckplattform. Möchten Sie auch den Boden des Balkons katzengerecht umgestalten, empfiehlt sich das Auslegen von Holzplatten oder Korkboden. Beide Beläge speichern Wärme und sind ideal für Stubentiger.
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