50.000 Euro klug anlegen: So investieren Anfänger jetzt richtig – FOCUS Online

Er muss es wissen, schließlich hat er bereits seit 1984 beruflich mit der Geldanlage zu tun. Dennoch ist es eine überraschende Einschätzung, da Anleger doch nahezu sekündlich medial mit Schreckensmeldungen zum Handelskrieg zwischen den USA und China, zu überschuldeten EU-Staaten im Allgemeinen und den stockenden Brexit-Verhandlungen im Speziellen konfrontiert werden. Was also tun?
Zunächst sollten sich Anleger überlegen, wofür sie die 50.000 Euro benötigen, was ihr Sparziel ist, welchen Zeithorizont sie mitbringen und welches Risiko sie bereit sind einzugehen. „Wenn die Summe zur Altersvorsorge eines etwa 40-jährigen Anlegers dienen soll, ist die derzeitige Marktsituation vollkommen irrelevant“, sagt Vorndran. Hier komme bei einer Renditeerwartung von drei bis vier Prozent jährlich für seine Altersvorsorge nur noch ein Portfolio mit einem sehr hohen Aktienanteil in Frage. Eventuelle temporäre Kursschwankungen würden über den Zeithorizont von fast 30 Jahren geglättet.
Bei einem zehnjährigen Anlagehorizont ändert sich die Strategie. „Auf Sicht von zehn Jahren besteht eine gewisse Gefahr, dass ein Schwarzer Schwan einen Teil der Anlagesumme aufzehrt. Ich empfehle daher einen ausbalancierten Ansatz“, sagt Vorndran. Die Hälfte des Vermögens würde demnach in Aktien investiert, die andere Hälfte in opportunistisch ausgewählte Anleihen, Cash und Gold.
Um sich einem gut aufgestellten und soliden Portfolio anzunähern, sollten Anleger noch einen Schritt weitergehen. Zeithorizont, Risiko und Schwankungsbreite gilt es, für sich zu definieren. Zudem lohnt ein Perspektivwechsel und das Pferd von hinten aufzuzäumen. Heißt: Investments von der Zielrendite aus zu denken. Das ist der Punkt und der Grund, warum Geldanlage heutzutage einfach ist. Es geht um die Risk Rewards, die Risikoprämien, die einzelne Anlageklassen gegenüber dem „sicheren Zins“ aufweisen. Sie sind sozusagen die Entschädigung für Anleger, ein höheres Risiko eingegangen zu sein. Aktien bringen es auf eine Rendite von etwa sechs Prozent, Immobilien kommen etwa auf drei Prozent, und bei Festgeld und Anleihen bewegen sich Anleger nahe der Null-Prozent-Linie und müssen gar seit Längerem unter anderem bei Bundesanleihen mit negativen Realrenditen rechnen (siehe Grafik). Und nun? Wünschen sich Anleger also eine Zielrendite von sechs Prozent, bleibt unter dem Strich nur noch die Aktie als Anlageklasse übrig. Wem das nach Abwägung aller Faktoren zu riskant ist, der muss breiter streuen.
Doch passende Einzeltitel zu finden ist im derzeitigen Marktumfeld nicht einfach. Nach einem Boom von fast zehn Jahren scheinen nicht mehr alle Aktien günstig bewertet. Meldungen über eine Blase am Aktienmarkt machen die Runde. Diese Mischung sorgt für Unsicherheit auf Seiten vieler Anleger. Das lässt der Kapitalmarktstratege nicht gelten. „Nirgendwo in den entwickelten Volkswirtschaften sind Aktien derzeit überteuert, beim besten Willen nicht. Der MSCI-World weist momentan ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,1 auf. Im Vergleich zu jeder anderen liquiden Anlageklasse ist das Chance-Risiko-Verhältnis attraktiv“, sagt Philipp Vorndran. Bundesanleihen bringen es auf ein Kurs-Rendite-Verhältnis von mehr als 200. Bei deutschen Wohnimmobilien liegt das Verhältnis zwischen Kaufpreis und Nettojahresmiete schon bei 25 und 30 – und dennoch wird gekauft. Anders sieht es bei an der Börse notierten Unternehmensbeteiligungen aus. „Aktien sind mit weitem Abstand die am attraktivsten bewertete Anlageklasse“, sagt Vorndran.
Und sogar mit Blick auf das Thema Sicherheit führt prinzipiell kein Weg an der Aktie vorbei. Als Realwert bietet sie Schutz vor Inflation. Ist die Aktie also mehr oder minder das Allheilmittel in einem Depot? Rächt sich derzeit nicht viel eher die Politik des billigen Geldes durch die Zentralbanken, die Anleger in die Aktienmärkte getrieben haben? „Nein, zumindest nicht bei der Geldanlage. Außerdem werden die Menschen und auch viele Berater speziell in Deutschland endlich einmal dazu gezwungen, über eine vernünftige Kapitalanlage nachzudenken“, ist Vorndran überzeugt.
Vernünftig sei bei einem ausgewogenen Portfolio auch eine Beimischung von Gold. Seit Mitte April verlor das häufig als Krisenwährung apostrophierte Edelmetall auf Dollar-Basis mehr als zehn Prozent. Wie passt das angesichts zittriger Börsen zusammen? „Das ist eine sehr vernünftige Entwicklung. Gold ist keine Krisenwährung im Sinne einer Fluchtwährung im Zusammenhang mit politischen Konflikten oder Schwankungen am Aktienmarkt. Gold ist eine Versicherung gegen die bekannten und unbekannten Risiken im Finanzsystem. Der Rückgang des Goldpreises ist also so zu interpretieren, dass sich die Anleger derzeit weniger Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems machen als noch im Jahr 2008“, sagt Vorndran. Der Kapitalmarktstratege empfiehlt daher, etwa fünf bis zehn Prozent des Vermögens in Gold anzulegen.
Wem die Zusammenstellung eines solchen Portfolios zu mühselig ist, der kann auf einen aktiv gemanagten globalen Multi-Asset-Fonds zurückgreifen. Flossbach von Storch bietet mit dem Multi Asset Balanced einen Fonds an, dessen Aktienanteil sich zwischen 25 Prozent und 55 Prozent bewegen kann. Auf Sicht von zehn Jahren kommt er auf eine durchschnittliche jährliche Rendite von 5,82 Prozent.
Der Flossbach von Storch Multi Opportunities legt mindestens 25 Prozent in Aktien an und hält derzeit einen Anteil von 68,48 Prozent in Anteilscheinen. Auf Sicht von zehn Jahren beträgt die durchschnittliche jährliche Rendite 9,75 Prozent. Große Qualitätswerte wie Nestlé, Philip Morris, Berkshire Hathaway (B-Aktie) und Daimler gehören bei ihm zu den größten Positionen. Bei Tech-Werten wie Apple & Co. bauten die Experten von Flossbach von Storch selektiv zu Anfang des Jahres Positionen auf.
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Mittwoch, 29.08.2018 | 14:53 | Mario Spengler
Wer bitte schön hat mal eben 50000 Euro soll das ein Witz sein als Anfänger selten so gelacht mal ehrlich wer hat soviel Geld über
Mittwoch, 29.08.2018 | 13:40 | Hermann Schmidt  | 1 Antwort
… dieser Spruch diskreditiert ihn! Und dann kommt er mit einer Anlagestrategie, die uralt ist: Nicht alle Eier in ein Nest legen. Ich sehe, wie etliche renommierte Kapitalmarktexperten auch, überall nur Blasen! Wo man hinguckt, nahezu alles überbewertet.
Mittwoch, 29.08.2018 | 14:15 | Andreas Weber II
Den Spruch höre ich, seit ich in Aktien mache und das sind nun etwas über 30 Jahre und dennoch sind die Aktien alle weiter hoch gegangen, obwohl etliche tatsächlich über Jahre überbewertet waren und sind. Und dass alle überbewertet sind, kann nur ein echter Experte sehen. So Laien wie ich, die vom Traden sehr gut leben, machen da lieber weiter Gewinne, anstatt ewige Schwarzmalerie zu betreiben.
Mittwoch, 29.08.2018 | 13:24 | Peter Jüthe
50.000 € gut Anlegen für Anfänger und wenn man sie über den Tisch gezogen hat mit 50.000 € weniger aussteigen. Wenn dieses auf Schulden aufgebaute Finanzsystem zusammenbricht ist man froh um jeden € unter dem Kopfkissen. Ich glaube nicht, dass die von dem Rollstuhlmafiosi erfundene und von Draghi ausgeführte 0 Zins Politik Zukunft hat. Der Knall ist unausweichlich 15:25
Mittwoch, 29.08.2018 | 13:19 | Petra Reis
ich finde diese tips so klasse. ich holfe mal eben mein Geld aus der Hosentasche, hat ja auch jeder andere so rumfliegen und lege mal eben an.
Mittwoch, 29.08.2018 | 13:17 | Ellen Wallis  | 1 Antwort
Und wieviele Leute haben so einfach 50.000 zum Investieren rumliegen? Außerdem sind diese Anlagetipps doch etwas sehr einseitig und riskant, wenn man nicht so versteht was man tut. HSBC MSCI WORLD ETF – USD DIS Ausgabeaufschlag: 3 % !
Mittwoch, 29.08.2018 | 19:05 | Günter Steinmeyer
Es hat sicherlich nicht jeder 50.000 zum Investieren rumliegen, aber vermutlich haben noch so einige Leute derartige Summen in Festgeld angelegt, was momentan eher negative Zinsen abwirft. Und ich habe tatsächlich in genau den genannten HSBC MSCI World ETF investiert und komischerweise keinen Ausgabeaufschlag bezahlt. Vielleicht mache ich da ja was falsch…
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