Darauf sollten Aktien-Anfänger achten [Tipps] • NEWS.AT – NEWS.at

Was sollte man beim richtigen Anlegen beachten? Der Österreich-Chef des Neo-Brokers "BUX" und Experte für Finanztechnologie (kurz Fintech), Nils-Hendrik Höcker, gibt Tipps für Aktien-Einsteiger und solche, die es noch werden wollen.

Viele Österreicher legen ihr Geld immer noch auf dem Sparbuch an, weil sie vor Aktien zurückschrecken. Wie kann man möglichst risikoarm investieren? "Risikolos ist per se keine Anlage, ein gewisses Restrisiko besteht immer. Aber im Gegensatz zum klassischen Sparbuch, kann man dafür mit Aktien sein Geld durchaus vermehren", sagt Fintech-Experte Nils-Hendrik Höcker. In der Regel würden sich für Anfänger breit gestreute Investments anbieten.
Dazu seien sogenannte ETFs ("Exchange Traded Funds") sehr gut geeignet. ETFs sind börsengehandelte Fonds, mit denen man verschieden Branchen oder Regionen abdecken kann. Beispielsweise gibt es laut Höcker die "Standard & Poors 500"-ETFs, die speziell in amerikanische Unternehmen investieren. Dann gebe es die "MSCI World"-ETFs, die den globalen Markt abdecken. So könne man von der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung profitieren. "Der ‘MSCI World’ hat in den letzten 20 Jahren um die 5 Prozent und mehr jährlich zugelegt. Das ist sicher ein guter Einstieg, der auch von der Preiskomponente her empfehlenswert ist", sagt Höcker.
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Zu Beginn ist es laut Höcker wichtig, sich klar zu machen, welche Summe, man investieren will beziehungsweise aufgrund der finanziellen Situation investieren kann – und ob das Investment monatlich oder jährlich passieren soll. Man sollte für sich selbst eine gewisse Risikotoleranz festlegen: Wie viel kann man investieren und wie viel ist man bereit, zu verlieren.
Eine professionelle Beratung zahle sich erst ab einer gewissen Investitionssumme aus, wie der Experte mitteilt. Wer sich für einen Fondsmanager oder die klassische Bankberatung entscheidet, sollte Folgendes berücksichtigen: Erstens trage man hier eine hohe Kostenstruktur mit, die anfangs zur Kostendeckung des Bankberaters oder Fondsmanagers einen Teil des Investments verschlinge. Zweitens würde man das Risiko eingehen, dass von Institutionen abhängige Berater ihre eigenen Anlageprodukte bevorzugt anbieten.
"Aus meiner Sicht ist man besser beraten, wenn man seine eigenen Recherchen macht. Dafür gibt es mittlerweile sehr gute Quellen und unabhängige Institutionen – gerade auch online. Es gibt gute Youtube-Videos, gute Artikel in Fachmagazinen oder Einsteiger-Ratgeber von bekannten Investoren", sagt der Fintech-Experte. Auch auf der Website von "BUX" werden Informationen unter der Kategorie Wissen angeboten.
Lohnen sich kleinere Investitionen unter 5.000 Euro überhaupt? "Es gibt eine einfache Rechnung: Wenn man beispielsweise über das Jahr verteilt circa 1.000 Euro in einen ETF investiert, der eine jährliche Rendite von 5 Prozent schafft, dann hat man gute Chancen, das Investment durch diese Anlage in 30 Jahren fast zu verdoppeln", sagt Höcker. Es gebe auch Anlagemöglichkeiten, bei denen man monatlich kleinere Beträge, ab 20 oder 25 Euro, investieren könne. Über einen längeren Zeitraum würde sich das schon lohnen.
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Es gibt bestimmte Hinweise, auf die ein Laie laut Höcker achten kann:
Bei der Fülle an Unternehmen und Investitionsmöglichkeiten zahlt es sich laut Experte aus, wenn man einen Bereich wählt, in dem man selbst Erfahrung hat oder eine gewisse Expertise aufweist. So ist man besser über die betreffenden Unternehmen und ihre Produkte informiert und kann dieses Wissen für die Anlage nutzen. "Ich habe ein Verständnis für Technologie und Softwareunternehmen. Ich weiß, welche Produkte sie anbieten und verstehe das Geschäftsmodell besser. Deshalb habe ich in meinem Gesamtportfolio relativ hohe Anteile an Softwareunternehmen", sagt Höcker.
Und wohin geht der Trend in den nächsten Jahren? Der Bereich Technologie ist in den letzten 10 Jahren sehr gut gelaufen, wie der Experte mitteilt. Eine generelle Empfehlung für die nächsten 10 Jahre sei schwer abzugeben. Aber er verrät, wo seine Präferenzen liegen: "Ich persönlich schaue mir gerade die Bereiche Cybersecurity, Cloud und Automatisierung an."
Der Experte rät, keine Übergewichtung an bestimmten Aktien zu haben – also beispielsweise 50 Prozent des Portfolios nur aus dem Bereich Technologie besteht oder 50 Prozent nur aus US-Unternehmen.
Die frühere Regel, dass ein Portfolio aus 25 Prozent Gold, 25 Prozent Aktien, 25 Prozent Immobilien und 25 Prozent Bargeld (Cash) bestehen sollte, ist überholt. "Im Moment sollte man prozentual weniger Cash halten, aber sich immer einen Notgroschen von 3 bis 4 Bruttomonatsgehältern zur Seite legen", sagt Höcker. Aktien, ETFs und Fonds seien schnell handelbar und daher ein guter Investitionstipp.
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Seriöse und große Anbieter von ETFs sind unter anderem: Amundi, Black Rock und UBS. Als Anfänger sollte man darauf achten, wie der ETF die einzelnen Unternehmen gewichtet. So haben Technologie-ETFs häufig eine starke Gewichtung auf Unternehmen wie "Apple" und "Microsoft". Nils-Hendrik Höcker empfiehlt abschließend: Man sollte auf jeden Fall vorher selbst eine Recherche betreiben. Das muss keine genaue Finanzanalyse vom Unternehmen sein, man holt sich lediglich eine gewisse Konsumentenlogik.
Dieser Artikel stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Veranlagungen dar und ersetzt nicht die persönliche Beratung und Risikoaufklärung im Rahmen einer individuellen und auf die persönlichen Verhältnisse abgestimmten Beratung. Geldanlagen sind stets mit einem gewissen Risiko verbunden. News.at gibt daher keine konkreten Empfehlungen. Getätigte Investitionen erfolgen auf eigene Gefahr.
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