Deutsche kaufen Elektronik umweltbewusst – aber bitte nicht zu teuer – IT-BUSINESS

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In Zeiten des voranschreitenden Klimawandels wird jeder Lebensbereich unter die Lupe genommen, von der Urlaubsreise bis zum Supermarkteinkauf. Aber wie verantwortungsbewusst agieren die Deutschen beim Kauf von Elektronikprodukten?
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Eine von Reichelt Elektronik durchgeführte Studie zeigt: Nachhaltigkeit ist mittlerweile für den Großteil der Bevölkerung ein Kaufkriterium.
87 Prozent der Deutschen achten beim Kauf von Elektrogeräten auf Nachhaltigkeit – knapp ein Drittel (31 %) gibt das sogar für jeden Kauf an. Die größte Orientierung bieten den Befragten dabei die jeweiligen Energieeffizienzlabel, sowohl im stationären Handel als auch online. 94 Prozent konsultieren immer oder manchmal die Informationen auf den Labels.
Grundsätzlich sind die Deutschen sogar bereit, einen höheren Preis für ein nachhaltigeres Produkt zu zahlen – durchschnittlich 6,7 Prozent mehr. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es sich um ein Handy, eine Waschmaschine oder einen Drucker handelt. Bei einem Produkt im 300-Euro-Preissegment macht das gerade einmal einen Zuschlag von etwa 20 Euro aus. Für Unternehmen ist also erkennbar: Die Bereitschaft, mehr Geld für nachhaltigere Produkte auszugeben ist da, jedoch nur in einem begrenzten Ausmaß. Auffällig ist auch, dass die Jüngeren deutlich mehr Bereitschaft zeigen, einen höheren Preis für nachhaltige Produkte zu zahlen als Ältere. So wären die 18- bis 24-Jährigen bereit, einen Aufpreis von durchschnittlich 9,3 Prozent zu zahlen, während die Altersgruppe 55+ nur 5,1 Prozent in Kauf nehmen würde.
Die Alternative zum Neukauf ist der Kauf von gebrauchten Geräten. Auf der Suche nach dem besten Angebot haben sich mehr als die Hälfte aller Deutschen (53 %) bereits für ein gebrauchtes Produkt aus zweiter Hand entschieden. Allerdings geben nur 14 Prozent an, dass der Nachhaltigkeitsgedanke dabei eine Rolle spielt. Noch weniger, nämlich nur neun Prozent geben an, dass die neueste Technologie ausschlaggebend für den Kauf eines neuen Produkts ist.
Darüber hinaus ist sich die Mehrheit der Deutschen (56 %) darin einig, dass die Reparatur eines defekten Elektrogeräts grundsätzlich sinnvoll ist. Immerhin 73 Prozent erklärten, ein Gerät bereits selbst repariert oder es in professionelle Hände gegeben zu haben. Hauptgründe, ein Gerät nicht reparieren zu lassen, waren die zu erwartenden Kosten, die eine Neuanschaffung übersteigen würden (76 %) oder die Erwartung, dass der neueste technologische Standard nicht in das alte Gerät integriert werden könne (38 %).
Der Großteil der Deutschen erklärt dabei, sie würden ihre Geräte vor allem dann austauschen, wenn sie kaputt und nicht mehr zu reparieren sind (67 %). Welche Lebenszeit die einzelnen Geräte haben, hänge im Großen und Ganzen von der Produktkategorie ab: Die höchste durchschnittliche Lebenserwartung besitzen große Geräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke – in einem deutschen Haushalt werden sie etwas mehr als acht Jahre genutzt, bevor sie ausgetauscht werden. Kleingeräte wie Smartphones werden immerhin etwa vier Jahre und zehn Monate genutzt.
Bemerkenswert ist dabei, dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen ein Kalkül hinter einem defekten Gerät vermutet: 74 Prozent gehen davon aus, dass Hersteller die Lebenszeit mancher Produkte künstlich limitieren, um so die Verkaufszahlen hochzuhalten.
Während der Großteil der Deutschen um die Gefahrenstoffe in alten Elektrogeräten weiß (83 %), besteht immer noch Nachholbedarf beim Wissen um die Möglichkeiten des Recyclings alter Elektrogeräte: Mehr als drei Viertel (78 %) gehen davon aus, dass Altgeräte über Wertstoffhöfe entsorgt werden müssen. Lediglich der Hälfte ist bewusst, dass Geräte ebenso beim stationären Elektrohandel oder beim Onlinehändler zurückgegeben werden können. Für Händler mit mindestens 400-m2 Laden- (stationär) respektive Lager- und Versandfläche (online) ist es jedoch verpflichtend, Geräte nach dem 0:1-Rücknahme-Prinzip anzunehmen. Das Prinzip besagt, dass der Händler Elektrogeräte, die eine Kantenlänge von höchstens 25 Zentimetern aufweisen und nicht mehr funktionsfähig sind, immer zurücknehmen und fachgerecht entsorgen muss.
Da verwundert es nicht, dass die von den Deutschen meistgenutzte Möglichkeit, ein Altgerät zu entsorgen, nach wie vor der Wertstoffhof ist (63 %) – lediglich 31 Prozent gaben an, bereits ein Gerät im Elektrofachgeschäft zurückgegeben zu haben. Der Online-Handel bietet ebenfalls Möglichkeiten zum Zurückgeben, die man auf den jeweiligen Seiten findet. Trotzdem geben lediglich 19 Prozent an, dass sie bisher ein Gerät beim Online-Händler zurückgegeben haben.
Die altbewährte Meinung, stationäre Handel sei per se umweltfreundlicher als E-Commerce, scheint in Zeiten von Corona mehr und mehr ins Schwanken zu geraten: Zwar geben noch immer 57 Prozent der Deutschen an, sie halten den stationären Handel für nachhaltiger, aber nur, wenn sie den Weg dorthin mit nachhaltigeren Fortbewegungsmitteln wie dem Fahrrad, einem E-Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen können. Dem entgegen steht die Ansicht von knapp der Hälfte (46 %), dass Onlinehandel aufgrund von gebündelten Lieferungen umweltfreundlich sei. Durch intelligente Routenplanung können zum Beispiel bis zu 60 Prozent CO₂ eingespart werden. Dieser Umstand wird gerade in Zeiten des stärker werdenden Klimawandels von den Deutschen wohlwollend zur Kenntnis genommen.
Allgemein lässt sich also sagen, dass die Deutschen beim Kauf von Elektrogeräten ein Auge auf das Thema Nachhaltigkeit werfen. Das zeigt sich auch darin, dass die richtige Entsorgung für sie relevant ist. Zu viel kosten darf Nachhaltigkeit jedoch nicht. Vieles ist im Wandel, die Deutschen zeigen aber, dass sie sich ihrer Verantwortung in Sachen Klimawandel zumindest bewusst sind.
Die Zahlen wurden vom internationalen Umfrageinstitut OnePoll für Reichelt Elektronik erhoben und umfassen 4.000 Teilnehmer aus Europa, davon 1.000 aus Deutschland.
Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis.
Link: Mehr bei Reichelt Elektronik
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