Riskante Wette: VC-Fonds investieren 17 Milliarden Dollar in Krypto-Firmen – manager magazin

Michael Novogratz: Der Krypto-Investor erwartet eine “Regulierung mit Augenmaß” von Bitcoin und Co durch US-Regierung und US-Börsenaufsicht SEC
Die Zinsen bei Null, die Börse auf Rekordniveau, die Schatullen weit geöffnet: Risikokapitalgeber investieren derzeit rund um den Globus so viel wie nie zuvor in Start-ups. Rund 127 Milliarden Dollar waren es allein im ersten Quartal, und Fintechs zählten zur ersten Wahl der Investoren, wie unlängst der “Venture Pulse 2021” von KPMG zeigte. Auch für das auslaufende Quartal erwarten die Spezialisten der Unternehmensberatung weltweit stabile Venture-Capital-Investitionen.
Nun hat der Bitcoin möglicherweise schon seine besten Zeiten hinter sich, könnte man angesichts des jüngsten Kurssturzes meinen. Gleichwohl haben Risikokapitalgeber nach Daten von Pitchbook bis Mitte Juni 17 Milliarden Dollar in junge Firmen gesteckt, die im Krypto-Geschäft unterwegs sind. Die hohe Summe erklärt sich auch durch eine Mega-Investition, die schon jetzt zu den größten dieses Jahres im Krypto-Markt zählen dürfte:
So finanzierten im Mai private Investoren und das Blockchain-Softwareunternehmen Block.one, zu dessen Unterstützern der Milliardär Peter Thiel (53) zählt, mit 10 Milliarden Dollar den Start der Krypto-Börse Bullish Global – sie soll die Marktführer Binance und Coinbase angreifen. Doch auch ohne dieses hohe Einzelinvestment erreichten die VC-Investitionen im Krypto-Markt bis dato fast den Rekordstand von 7,4 Milliarden Dollar des ganzen Jahres 2018.
Wie wichtig VC-Investoren den Krypto-Markt auch fernab großer Deals einschätzen, zeigt sich am Beispiel des französischen Start-ups Ledger, das Hardware-Wallets für Bitcoin und andere Krypotwährungen herstellt. Unter Führung von 10T Holdings sammelte das Unternehmen Anfang Juni 380 Millionen Dollar von Wagniskapitalgebern ein. Die Plattform Ledger zählt nach eigenen Angaben 1,5 Millionen Nutzer und hat bislang drei Millionen dieser “Brieftaschen” (Nano S und Nano X) in 190 Ländern verkauft und geliefert. Etwa 15 Prozent aller digitalen Assets seien darauf gespeichert.
Nach dem schon fast legendären Börsengang der US-Kryptobörse Coinbase gehen Beobachter davon aus, dass weiter viel Wagniskapital in den Krypto-Markt fließen wird. Marc Andreesen (49) etwa, Partner der Venture-Capital-Firma Andresseen Horowitz und zugleich Coinbase-Aktionär, hatte nach dem Coinbase-IPO angekündigt, einen ein Milliarden Dollar schweren Kryptofonds aufzulegen. Der ehemalige Hedgefonds-Manager und Chef von Galaxy Digital, Michael Novogratz (56), prophezeite kürzlich im Interview mit Yahoo Finance eine neue Welle von institutionellen Investitionen in Kryptowährungen. Zuvor hatte sich Novogratz im Gespräch mit manager magazin bereits ähnlich geäußert: Kryptowährungen würden für immer größere Investorenschichten interessant, so der Krypto-Milliardär.
Doch könnte die Stimmung für derlei Investments abflauen, je stärker Regierungen und Behörden gegen die Kryptoszene vorgehen. So verschärfte zuletzt Peking seinen Kurs gegen Bitcoin-Händler, das Bitcoin-Mining oder sperrte Konten von Krypto-Enthusiasten auf der Social-Media-Plattform Weibo. Auch die USA hatten Anfang Mai angekündigt, Kryptowährungen stärker regulieren zu wollen, wobei es im Kern der Vorschläge um ein weitgehendes Aufbrechen der Anonymisierung bei Krypto-Geschäften gehen soll, um diesen etwa die Basis für Geldwäsche zu nehmen.
Krypto-Investor Mike Novagratz
Wie stark hier der neue SEC-Chef Gary Gensler (63), der durchaus als kryptoaffin gilt, eingreifen wird, ist indes noch unklar. Krypto-Investor Novogratz zeigte sich in dem Interview noch vergleichsweise entspannt: “Ich denke nicht, dass alle Regulierung ist schrecklich, ich denke, wir brauchen eine gute Regulierung. Gary Gensler ist ein kluger Kerl. Ich vertraue darauf, dass er mit einer intelligenten Regulierung kommen wird.” In Europa wiederum hatte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht kürzlich die führende Kryptowährung Bitcoin als höchstes Risiko eingestuft, schlug aber vorerst keine schärfere Regulierung vor.
Michael Novogratz: Der Krypto-Investor erwartet eine “Regulierung mit Augenmaß” von Bitcoin und Co durch US-Regierung und US-Börsenaufsicht SEC

source

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*