Steuererklärung 2020 und Corona: So wirken Home-Office und Kurzarbeit – Business Insider Deutschland

Mehr von BI
Better Capitalism
BI FOLGEN
Informationen
Gründerszene
StartseiteNewsletterNewsticker | Mediadaten
Impressum & KontaktDatenschutz | AGB | Jobs & Karriere
Privatsphäre |  Disclaimer | Widerrufsbelehrung
Copyright © 2021 Business Insider Deutschland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt verändert: Viele Angestellte haben Kurzarbeitergeld erhalten oder arbeiten im Home-Office.
Diese Änderungen spielen auch bei der Steuererklärung für das Jahr 2020 eine große Rolle. Besonders Angestellten, die Kurzarbeitergeld bezogen haben, drohen Nachzahlungen, warnt ein Steuerberater.
Auch die Home-Office-Pauschale stellt manche Angestellte steuerlich schlechter, weil sie dafür keine Pendler-Pauschale mehr erhalten.
Im Jahr 2020 sorgte die Corona-Pandemie für teilweise große Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und im Alltag vieler Berufstätiger. Manche Firmen meldeten Kurzarbeit an und viele Arbeitnehmer wechselten ins Home-Office. Die Veränderungen sind bis heute zu spüren und werden bald auch an einer anderen Stelle relevant: Bei der Steuererklärung, die sich dadurch stark verändern wird. „Grundsätzlich gibt es viel zu beachten“, sagt Steuerberater Franz Plankermann aus Düsseldorf im Gespräch mit Business Insider. „Besonders wer im Home-Office gearbeitet und eventuell zusätzlich Kurzarbeitergeld bezogen hat, dem droht dieses Mal sogar eine Nachzahlung“, warnt er.
Gehen wir die einzelnen Punkte durch: Für das Jahr 2020 gilt eine neue Home-Office-Regelung. Sie besagt, dass Arbeitnehmer, die in den eigenen vier Wänden anstatt im Büro gearbeitet haben, fünf Euro je Arbeitstag veranschlagen dürfen — allerdings maximal für 600 Euro, was 120 Tagen entspricht. „An diesen Tagen können Arbeitnehmer im Gegenzug nicht die Pendlerpauschale geltend machen“, sagt Steuerberater Plankermann. „Angestellte sollten dem Finanzamt am besten eine vom Arbeitgeber bestätigte Aufschlüsselung der Arbeitstage vorlegen, an wie vielen Tagen sie jeweils im Home-Office oder im Büro gearbeitet haben.“
Doch nicht für alle Angestellten lohnt sich diese Regelung. Denn: Angestellte mit weitem Arbeitsweg — etwa 17 Kilometer einfacher Weg — werden steuerlich im Home-Office schlechter gestellt. „In dem Fall war die Pendlerpauschale auf einen Arbeitstag berechnet höher als die Pauschale von fünf Euro je Tag im Home-Office“, erklärt Franz Plankermann. Besonders wichtiger Hinweis des Steuerberaters: Man hat hier kein Wahlrecht, kann also nicht auf die Home-Office-Pauschale verzichten, um stattdessen die Pendlerpauschale zu erhalten.
Dass plötzlich die eigenen vier Wände auch als Arbeitsplatz dienen, sorgt mitunter auch dafür, dass man Anschaffungen für sein Home-Office tätigt. Diese lassen sich gegebenenfalls von der Steuer absetzen „Beruflich bedingte Anschaffungen für das Home-Office, also Geräte, die überwiegend für die Arbeit genutzt werden, können von der Steuer abgesetzt werden — beispielsweise ein leistungsstärkerer Computer“, erklärt Steuerberater Plankermann. „Allerdings weiß das Finanzamt auch, dass der Arbeitgeber die technischen Voraussetzungen für seine Angestellten bereitstellen muss, weshalb Nachfragen auftreten können“, ergänzt er. Arbeitsmittel bis zu einem Wert von 800 Euro brutto können dabei sofort von der Steuer abgesetzt werden. Teurere Anschaffungen müssen über die vom Gesetz vorgegebenen Frist und somit über mehrere Jahre abgeschrieben werden.
Besonders böse Überraschungen drohen bei einer Maßnahme, die im Jahr 2020 zahlreiche Arbeitsplätze gerettet hat – dem Kurzarbeitergeld.  „Das Kurzarbeitergeld ist grundsätzlich steuerfrei, deshalb haben viele Angestellte auf dem Gehaltszettel die geringere Gehaltszahlung mitunter kaum bemerkt“, sagt Plankermann. Doch es gibt einen großen Nachteil: Diese Art der Lohnersatzzahlung, wie auch jede andere, unterliegt dem Progressionsvorbehalt. „Bei der Steuererklärung wird das versteuerte Einkommen und das nicht-versteuerte Einkommen addiert und entsprechend dieses Betrags der Steuersatz für das zu versteuernde Einkommen festgelegt“, erklärt Plankermann. Was in der Theorie vielleicht etwas kompliziert klingt, bedeutet einfach ausgedrückt: Die Steuerlast für viele Bezieher von Kurzarbeitergeld wird steigen. „Hier drohen sogar zahlreiche Steuer-Nachzahlungen“, warnt der Steuerberater.
Anders ist die Situation für Angestellte, die im vergangenen Jahr eine Bonuszahlung erhalten hat. „Angestellte, die einen Bonus nach dem 1. März 2020 und in Höhe von maximal 1.500 Euro erhalten haben, müssen darauf keine Steuern zahlen, wenn die Zahlung im Zusammenhang mit Corona getätigt wurde“, sagt Steuerberater Franz Plankermann.
Der neue Automobil-Newsletter
Der neue Newsletter für
Job- und Karrierethemen
StartseiteNewsletterNewsticker | Mediadaten
Impressum & KontaktDatenschutz | AGB | Jobs & Karriere
Privatsphäre |  Disclaimer | Widerrufsbelehrung
Copyright © 2021 Business Insider Deutschland GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

source

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*