iOS 14.5 kommt nächste Woche – samt einschneidendem IDFA Update – OnlineMarketing.de

Apple kündigte auf einem Event News zum iPhone 12, zu Air Tags und Co. an. Auch der Release der iOS-Version 14.5 wurde implizit bekanntgegeben.
Wenn Apple ein Event veranstaltet und seine zahlreichen neuen Produkte und Features präsentiert, ist die Digitalwelt gebannt. Als Tim Cook News zum iPhone 12, das es wahlweise auch in violett geben wird, oder die neuen Air Tags zum Verknüpfen mit dem Mobilgerät und Wiederfinden diverser Gegenstände wie Schlüssel vorstellte, dürften sich viele Apple User bereits auf die Neuerungen gefreut haben. Doch neben den Neuigkeiten zu Apple TV, zum iMac oder zum iPad Pro gab es auch News zum Betriebssystem iOS: Denn das lang erwartete und von Marketern gefürchtete Update auf iOS 14.5 steht schon Ende April an. Ab dem 26. April 2021 müssen Apps im App Store die AppTrackingTransparency-Vorgaben Apples einhalten – und User obligatorisch nach der Erlaubnis zum Tracking fragen.
Für Entwickler:innen hat Apple bereits die sogenannten Release Candidates für iOS 14.5 veröffentlicht. Diese können ab jetzt in der Betaversion genutzt werden. In einem Post zu den Air Tags aus Apples Newsroom vom Dienstag (20. April) wird deutlich, dass der Start der neuen Betriebssystemversionen, sowohl iOS 14.5 als auch iPadOS 14.5, für „kommende Woche“ angesetzt ist. Konkreter wird das Datum auf dem Developer Blog genannt. Dort heißt es, dass alle Apps im App Store ab dem 26. April auf die Anforderungen von iOS 14.5 eingehen müssen. Damit ist es auch notwendig, die Tracking-Erlaubnis der User einzuholen. Zusätzlich vermerkt Apple:
As a reminder, collecting device and usage data with the intent of deriving a unique representation of a user, or fingerprinting, continues to be a violation of the Apple Developer Program License Agreement.
Diese Änderung ist für Marketer und Entwickler:innen wohl die relevanteste. Die Ankündigung dieses Updates – das Apples IDFA (Identifier for Advertisers) quasi obsolet zu machen droht – sorgte seit vergangenem Jahr für Furore. Facebook beispielsweise klagte öffentlichkeitswirksam über drohende Einnahmeverluste für diverse Branchenteilnehmer:innen. Selbst CEO Mark Zuckerberg äußerte sich kritisch und eine Kartellrechtsklage stand im Raum.
Dass es zu Einnahmeverlusten im Rahmen des IDFA Updates kommen wird, vermutet auch Ben Jeger, Director Central Europe bei AppsFlyer. Im Interview mit OnlineMarketing.de erklärte er:
Inwieweit ganze Unternehmen in Gefahr sind, ist schwer abschätzbar. Sicher ist davon auszugehen, dass Werbeumsätze einbrechen werden, und das wird die Apps besonders hart treffen, die sich größtenteils über Werbung finanzieren. Einige von ihnen werden möglicherweise auf In-App-Käufe oder andere Monetarisierungsmethoden umschwenken.
Pan Katsukis, CEO von Remerge, hat zu Apples erfolgter Privacy-Umstellung in iOS 14.5 gegenüber OnlineMarketing.de angegeben, dass er nicht glaube, dass „die Zukunft des digitalen Advertisings auf einer ID basieren“ werde. Allerdings sei die Entwicklung, der Apples Veränderung Rechnung trägt, schon länger absehbar gewesen. In einem aktuellen Statement erklärt er entsprechend:
Das für Apps nun verpflichtende Opt-in zum Nutzertracking mittels IDFA rüttelt am Grundgerüst der gesamten Mobile-Werbebranche und bedeutet für manch einen Marktteilnehmer herbe Einschnitte. Der Trend geht aber schon länger in Richtung eines stärkeren Verbraucher- und Datenschutzes. […] Wir sind also gut aufgestellt und begreifen die Anti-Tracking-Funktion von Apple auch als Chance für die gesamte Werbebranche.
Auch Lukas Fassbender, General Manager DACH bei The Trade Desk, hat gegenüber OnlineMarketing.de ein Statement zum Update abgegeben:
Das Ziel von Apple, die Privatsphäre wieder in die Hände der Verbraucher zu legen, ist ein positiver Schritt in die richtige Richtung. Erst wenn Konsumenten den Wert eines Services oder Inhalts verstehen, sind sie bereit, die Monetarisierung dieser Angebote auch zu unterstützen. Und erst damit wird es zu einer Win-win-Situation für beide Seiten. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für das offene Internet. Die Verbraucher sind mit der datenschutzkonformen Nutzung ihrer Daten einverstanden, wenn sie im Gegenzug dafür kostenlos hochwertige Inhalte genießen können. Tatsächlich präferieren viele Konsumenten diese Variante gegenüber einem Bezahlmodell. […]
Neben dem Update zur AppTrackingTransparency hat iOS 14.5 für User, die diesen datenschutzgetriebenen Schritt gutheißen könnten, einige spannende Neuerungen zu bieten. Apple erklärt, wie MacLife berichtet:
iOS 14.5 ermöglicht das Entsperren des iPhone mit der Apple Watch, wenn du eine Mund-Nasen-Bedeckung trägst. Darüber hinaus werden AirTags unterstützt und für Emojis, die Paare zeigen, können separate Hautfarben ausgewählt werden. Mit dem ATT-Framework (AppTrackingTransparency) kannst du steuern, welche Apps deine Aktivitäten in Apps und auf Websites anderer Unternehmen tracken dürfen.
Nach dem Update auf iOS 14.4 im Januar kommen mit der Version 14.5 auch neue Stimmoptionen für Siri hinzu. Die KI kann beispielsweise Anrufe ankündigen oder Notfallkontakte anrufen. Darüber hinaus stellte Apple den globalen Support für 5G bei dem Dual-SIM-Modus des iPhone 12 vor. Neu ist zudem, dass User einen präferierten Streaming Service einstellen und hunderte neue Emojis nutzen können. Eine umfassende Übersicht zu allen Neuerungen findest du beispielsweise bei MacRumours im Beitrag. Die Vorstellung neuer Produkte und Features – darunter auch die Air Tags – kannst du im Video von Apple nachvollziehen:
Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.
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Gut, was Apple da macht. Die setzen damit europäisches Datenschutzrecht (Grundsatz des Verbots mit Erlaubnisvorbehalt) um.
Wenn unseriöse Firmen, die Menschen illegal ausspähen, dadurch Umsatzeinbußen haben, finde ich das gut und gerecht. Dieser Mafia gehört das Handwerk gelegt. Es gibt genügend seriöse und legale Werbeformen. Werbung muss nicht illegal sein, auch wenn illegal höhere Profite verspricht. Danke Apple!
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