"Recht auf autonomes Handeln": Kubicki outet sich als Lockdown-Brecher – n-tv NACHRICHTEN

FDP-Vize Kubicki hält sich an Vorschriften, wenn sie ihm einleuchten.
(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)
FDP-Vize Kubicki ist während des Lockdowns in illegal geöffnete Kneipen gegangen, wie er in einem Interview verrät. Beim Sinnieren über unsinnige Corona-Maßnahmen kommt er auch auf den SPD-Politiker Lauterbach zu sprechen. Aber der findet das gar nicht lustig.
Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki von der FDP hat sich offen dazu bekannt, Corona-Regeln während des Lockdowns missachtet zu haben. In seinem Wohnort Strande in Schleswig-Holstein seien – "wie in jedem Ort, den ich kenne" – Kneipen trotz Verbots geöffnet gewesen. Und "selbstverständlich" sei auch er in diesen Kneipen gewesen, räumte er in einem Video-Interview mit der "Bild"-Zeitung ein. Die Leute hätten sich an ihren Stammtischen getroffen, "weil sie gesagt haben: Hier ist nichts", erklärte Kubicki.
Ein schlechtes Gewissen hat er deswegen nicht. "Ich habe von meinem Recht auf autonomes Handeln Gebrauch gemacht", sagte der FDP-Vize und beklagte, "unsinnige Maßnahmen" hätten in der Pandemie zu viel Verdruss bei der Bevölkerung geführt. Vor diesem Hintergrund nahm er auch den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ins Visier. Trotz unterschiedlicher Auffassungen schätze er Lauterbach persönlich sehr, doch am Stammtisch in Strande reagierten die Menschen "nicht positiv" auf den Sozialdemokraten: "Man würde im Norden so sagen 'Spacken' oder 'Dumpfbacke'."
Für ein gutes Glas Wein beschränkt sich Kubicki allerdings nicht auf den Besuch in einem Lokal. Er trinke gerne auch tagsüber mal ein Gläschen. "Ich finde, man kann, wenn die Uhr zweistellig wird, schon mal ein Glas Wein trinken und sich daran freuen", sagte Kubicki in dem Interview weiter. Zweistellig wird die Uhrzeit allerdings bereits um 10 Uhr. Für den Bundestagsvizepräsidenten ist Weingenuss vor Anbruch des Abends ein Beispiel für südeuropäische Lebensart. Wenn ein Glas Wein zum Mittagessen nicht als typisch deutsch gelten könne, "dann finde ich die Einwanderung dieser südeuropäischen Lebensform angemessen", sagte er.
Derweil reagierte Lauterbach verärgert auf Kubickis Einschätzungen über seine Corona-Expertise. Für einen Bundestags-Vize sei dies "eine unwürdige Einlassung", schrieb der SPD-Abgeordnete auf Twitter. "Ich wüsste auch, was über Herrn Kubicki gesagt wird. Aber ich erreiche noch mediale Präsenz, ohne dass ich Kollegen beleidige."
Quelle: ntv.de, mau/dpa

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