Wie viel Homeoffice bleibt nach der Pandemie? – MDR

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von Ralf Geißler, MDR AKTUELL
Stand: 22. September 2021, 12:45 Uhr
Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise hat mehr als jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland zumindest tageweise im Homeoffice gearbeitet. Inzwischen sind es wieder deutlich weniger. Was bleibt von Heimarbeit und Online-Meetings? Die Handelshochschule Leipzig hat Firmen und Beschäftigte der Region befragt, das ifo-Institut ermittelte Homeoffice-Zahlen. Über die Zukunft mit und ohne Büros.
Was bleibt von Homeoffice und Co.
MDR AKTUELL Mi 22.09.2021 07:05Uhr 02:58 min

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Es gibt in Leipzig eine Firma, die hat kein einziges Büro. Sie hat keinen Pförtner, keine Sekretärin und es gibt auch keinen Konferenzraum mit Keksen. Die knapp 20 Mitarbeiter arbeiten, wo sie mögen. Und wenn sie sich doch mal treffen wollen, mieten sie stundenweise etwas an.
Nachrichten
Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeitswelt verändert. Mobiles Arbeiten werde immer wichtiger, klassische hierarchische Strukturen seien überholt, sagt die Leipziger Unternehmensberaterin Regina Köhler im Interview.
Die Firma heißt Avilox. Sie berät zur Vernetzung und Zukunft der Arbeit und lebt selbst vor, wie sie sich optimale Arbeitsbedingungen vorstellt. Mitarbeiter Konstantin Gerlach erklärt, dem Unternehmen sei wichtig, dass man in dem Umfeld arbeiten könne, wo man am produktivsten sei. Und das könne vielleicht zu Hause sein, bei anderen auch mal je nach Arbeitskontext ein Café, die Bibliothek oder auch der Park. Je nachdem, was man gerade brauche oder was angemessen sei.
Tatsächlich verändert sich das Arbeiten. In einer Studie der Handelshochschule Leipzig (HHL) sagen fast 70 Prozent, dass dieser Wandel in ihrer Firma eine relevante oder sehr relevante Rolle spiele. Homeoffice und Videokonferenzen haben demnach zwar schon vor Corona zugenommen. Doch die Pandemie habe einen Sprung von drei bis zehn Jahren bewirkt, sagt Claudia Lehmann, die digitale Innovationen erforscht.
Der Arbeitsplatz der Zukunft wird nicht mehr so aussehen, wie wir es heute haben, dass wir einen festen Arbeitsplatz haben. Es ist nicht mehr notwendig, dass ich drei oder vier Etagen in einem Hochhaus anmiete, um allen Mitarbeitern einen Arbeitsplatz zu geben.
Lehmann zufolge wird das in Zukunft noch extremer werden. Dann werde es vielleicht nur noch für zehn bis zwanzig Prozent der Mitarbeiter einen richtigen Arbeitsplatz geben.
Trotz aller Schwierigkeiten funktioniert das Arbeiten von zuhause für viele richtig gut. Und auch Firmen überlegen, was das für sie bedeuten kann. Eine Jenaer Agentur für digitales Marketing hat ihre Mitarbeiter gefragt.
MDR THÜRINGEN JOURNAL Mi 16.06.2021 19:00Uhr 02:01 min
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Für Ihre Studie hat die HHL Beschäftigte gefragt, was ihnen wichtig ist. An erster Stelle steht bei den meisten der Spaß an der Arbeit, noch vor einem guten Gehalt.
Nach Zahlen des ifo-Instituts arbeitet noch immer ein Viertel aller Beschäftigten zumindest tageweise im Homeoffice. Für viele Unternehmen habe sich das bewährt, sagt ifo-Ökonom Jean-Victor Alipour. Die befürchteten Leistungseinbußen bei den Beschäftigten im Homeoffice hätten sich in der Regel nicht bewahrheitet – im Gegenteil.
Vielerorts wurden (durch Homeoffice) Produktivitätssteigerungen verzeichnet. Insbesondere bei Tätigkeiten, die eher in Einzelarbeit ausgeführt werden können und die weniger Abstimmungsbedarf oder Gruppenkreativität benötigen.
In zwölf Prozent aller Stellenanzeigen wird nach Untersuchungen des ifo-Instituts inzwischen mit der Homeoffice-Möglichkeit geworben.
Zu Hause arbeiten – wegen Corona ist das für viele Alltag. Auch in den Stadtverwaltungen waren Videokonferenzen an der Tagesordnung. Das wird so bleiben, schätzt der Städte- und Gemeindebund – und hofft auf Nachwuchs.
Doch eignet sich die neue Arbeitswelt überhaupt für jeden? Ärzte, Pfleger, Erzieher oder Handwerker werden ja weiterhin eng am Menschen arbeiten müssen. Das weiß auch Lydia Zillmann, die Geschäftsführerin von Avilox, der Firma ohne Büros. Und doch sagt sie, das Potenzial für digitales Arbeiten sei nicht ausgeschöpft.
Avilox arbeite auch mit gewachsenen Organisationen, die funktionierten traditionell, im Mittelstand und auch in der Versorgungswirtschaft. Zillmann erklärt, es gehe darum, dort neues Arbeiten in einer Dosis einzubringen, die gesund sei. Man dürfe nicht verlangen, ‘ihr müsst jetzt hip und fancy werden’.
Die Corona-Maßnahmen haben die gesamte Arbeitswelt verändert. Vor allem Homeoffice erlebte einen Boom. Doch eine Datenanalyse zeigt, dass diese Form des Arbeitens nicht überall gleich umgesetzt werden kann.
Tatsächlich gibt es Potenzial gerade dort, wo man es eher nicht vermutet. Im ländlichen Raum ist die Homeoffice-Nutzung zuletzt stärker gestiegen als in den Städten. Vielleicht kann das auch eine Chance fürs Land sein. Wenn junge Leute nicht mehr weg, in die Großstadt ziehen müssen, um dort zu arbeiten.
Quelle: MDR AKTUELL
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Die Pflicht für Unternehmen, ihren Mitarbeitern die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen, ist ausgelaufen. Viele Beschäftigte würden gern weiter von Zuhause aus arbeiten, viele Firmen wollen dies nicht – anders enviaM.
Nachrichten
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Nachrichten
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Dieses Thema im Programm: 22. September 2021 | 07:12 Uhr
MDR-Team vor 4 Tagen
Lieber Germinator,
die Landesdirektion Sachsen hält keine Zahlen zu Homeoffice in ganz Deutschland bereit. Wir haben Ihnen unsere Zahlen belegt. Belegen Sie doch bitte Ihre Aussage!
Germinator aus dem schoenen Erzgebirge vor 4 Tagen
“Wir sprechen aber davon, dass jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland zumindest tageweise im Homeoffice gearbeitet, also nicht überwiegend.”

Selbst das würde nicht stimmen. Fragen sie bei der Landesdirektion Sachsen nach, wieviel zu Hause waren ohne Technik mit der Vorgabe sich selbständig weiterzubilden 😉

Ich gehe aber davon aus, dass der überwiegende Teil das auch gemacht hat.
MDR-Team vor 4 Tagen
Hallo Germinator,
es geht explizit um alle Beschäftigten. Im April 2020 arbeiteten 27 Prozent der Erwerbstätigen ausschließlich oder überwiegend im Homeoffice. Wir sprechen aber davon, dass jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland zumindest tageweise im Homeoffice gearbeitet, also nicht überwiegend.
https://de.statista.com/themen/6093/homeoffice/

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