Erfolgreich Geld anlegen: Die 3 Phasen beim Investieren (und deren Stolperfallen) – extraETF – Alles über ETFs

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Denny Neidhardt betreibt den erfolgreichen Finanzblog re:think P2P Kredite. In diesem Gastartikel beleuchtet er die drei wichtigen Phasen beim Investieren – und lässt die eine oder andere persönliche Lektion einfließen.
Beginnen wir direkt mit der Phase 1 der 3 Phasen des Investierens: dem Start! Aller Anfang ist bekanntlich schwer. So auch beim Investieren. Schließlich stehen zu Beginn gleich eine ganze Reihe von Fragen an, die wir versuchen müssen, in dieser ersten Phase für uns als Privatanleger zu beantworten.
Eine kleine Auswahl möglicher Fragen:
Diese Fragen sind mitunter die wichtigsten, mit denen man sich zu Beginn beschäftigen sollte. Wer hierzu eine klare Idee für sich entwickelt, der kann im nächsten Schritt an die Feinheiten gehen und sich einzelne Anlageklassen und Anlageprodukte näher anschauen.
Wenn ich auf meine persönlichen Anfänge im Jahr 2015 zurückblicke, dann war ich zu Beginn eigentlich relativ planlos, was meine übergeordnete Anlagestrategie anging. Alles was mir damals wichtig erschien, meine grundlegende Motivation, war es mein Geld nur irgendwo unterzubringen, um es vor einem inflationsbedingten Wertverlust zu schützen. Doch eine konkrete Strategie hatte ich tatsächlich nicht.
Nachdem Sie das Gerüst Ihrer Anlagestrategie festgelegt haben, geht es nun um den nicht unbedingt weniger schwierigen Abschnitt: die Umsetzung. Falls in diesem Stadium Verunsicherung bei Ihnen auftritt, dann wird diese im wesentlichen auf eine oder beide der nachfolgenden Faktoren zurückzuführen sein:
Im ersten Fall ist es relativ selbsterklärend, was getan werden muss: Hinsetzen, nachdenken und über die Ziele und die Motivation beim Investieren reflektieren. Es bringt nichts halbherzig anzufangen, wenn die Grundlagen und das Fundament der Strategie noch nicht fest stehen. Andernfalls werden immer wieder Fragen oder Selbstzweifel aufkommen, welche die getätigten Entscheidungen in Frage stellen.
Im zweiten Fall möchte ich Sie mit einer persönlichen Geschichte und der für mich daraus geschlussfolgerten Lektion abholen: Ich entschied mich nämlich zu Beginn meiner „Investitions-Karriere“ in ETFs zu investieren. Das erschien mir solide und langfristig betrachtet eine gute Idee zu sein. Da ich jedoch keine Idee hatte wie das konkret funktioniert, in einen ETF zu investieren, suchte ich Rat bei meiner damaligen Hausbank. Im Ergebnis führte das dazu, dass ich noch ahnungs- und planloser wieder nach Haus ging.
Die Moral dieser Geschichte war, dass ich mich daraufhin entschlossen hatte, doch nicht in ETFs zu investieren. Klingt komisch, ist aber genauso abgelaufen. Meine persönliche Lektion daraus, die ich auch Ihnen näher bringen möchte: Investieren Sie nur dann in eine Anlageklasse, wenn Sie meinen diese auch vermeintlich verstanden zu haben. Ja, Finanzprodukte sind komplex. Manche mehr, manche weniger. Aber wenn Sie nicht selbst das Gefühl haben den Kosmos einer Anlageklasse verstanden zu haben, wird langfristig weder der Kopf noch der Bauch für ein gutes Gefühl bei Ihnen sorgen.
Was die Informationsquellen an sich angeht, so gibt es heute zum Glück – im Gegensatz zu früher – eine deutlich breitere Vielfalt an qualitativ hochwertigen Inhalten, die Ihnen bei Investitionsentscheidungen weiterhelfen können. Da die Masse an Informationen jedoch auch zu einer Reizüberflutung führen kann, würde ich empfehlen sich nur auf einige wenige und ihnen vertrauenswürdig erscheinende Quellen zu konzentrieren.

Sind die Phasen 1 und 2 gemeistert, geht es jetzt darum ,sich entspannt zurückzulehnen, sein Geld für sich arbeiten zu lassen und den Traum der finanziellen Unabhängigkeit wahr werden zu lassen.
Wenn Sie beim Lesen des letzten Satzes etwas stutzig geworden sind, dann haben Sie vollkommen recht mit Ihrem Gefühl. Denn etwas fehlt noch, um auch die dritte Phase der 3 Phasen des Investierens erfolgreich zu meistern. Nämlich sich auch gemäß seiner gewählten Strategie zu verhalten und, wenn notwendig, ggf. auch Korrekturen vorzunehmen. Tatsächlich ist das vielleicht sogar die schwierigste Aufgabe, die auch mich persönlich immer wieder vor Probleme stellt.
Denn dass wir in einer zunehmend digitalisierten Welt leben, ermöglicht uns auf der einen Seite zwar enorme Vorteile (u.a. breite und permanente Verfügbarkeit von Informationen), gleichzeitig sind aber auch deren Nachteile nicht übersehbar (u.a. Reizüberflutung und Unübersichtlichkeit).
Wir leben in einer Zeit des konstanten Wandels. Neue Entwicklungen, sei es in unserem Privatleben oder an den Finanzmärkten, können jederzeit auf unsere Anlagestrategie einwirken und diese in Frage stellen. Wie können wir damit umgehen? Persönlich finde ich es wichtig, sich dabei stets zu hinterfragen, warum man sich ursprünglich für eine bestimmte Anlagestrategie entschieden hat und ob die Prämisse aus dieser Zeit weiterhin Gültigkeit besitzt.
Wenn ja, dann sollte man versuchen sich von neuen Reizen, die manchmal auch nur von temporärer Natur sind, zu lösen und stattdessen versuchen, die Psychologie dahinter zu verstehen (zum Beispiel FOMO, Fear Of Missing Out).  
Wenn nicht, dann ist es auch keine Schande, seine alte Strategie über Bord zu werfen und neu anzufangen. Aus falschem Stolz an etwas festzuhalten, nur weil man sich früher zum Beispiel „Buy & Hold bis zum Tod“ geschworen hat, ist nicht notwendig. Wichtig ist nur, dass diese Entscheidungen, die eine Veränderung der Anlagestrategie bedeuten, nicht überstürzt, sondern bewusst und nachhaltig getroffen werden („hin und her macht Taschen leer“).

Denny Neidhardt ist ein 31 Jahre junger Finanzblogger und Buchautor aus Berlin, der seit Januar 2019 regelmäßig über die „Geldanlage P2P Kredite“ schreibt und seine Erfahrungen mit anderen Privatanlegern teilt. Auf seinem Blog analysiert er dafür die Geschäftsmodelle einzelner P2P Plattformen, hinterfragt deren Entwicklungen und beobachtet übergeordnete Trends aus der Welt des Crowdlendings. Außerdem bietet er mit dem P2P Plattformen Vergleich einen umfassenden Überblick zu den wichtigsten Anbietern im Markt an.
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