Zeitgemäße Finanzierungskonzepte bannen Zombie-Gefahr | springerprofessional.de – Springer Professional

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27.09.2021 | Finanzcontrolling | Im Fokus | Onlineartikel
Die Zahl sogenannter Zombie-Unternehmen steigt laut einer aktuellen Studie kontinuierlich. Gründe sind auch staatliche Hilfsmaßnahmen und Niedrigzinsen. Wer nicht zu den Untoten gehören will, muss seine Finanzierungsstrukturen anpassen. 

Die Anforderungen an die Unternehmenssteuerung und das Finanzmanagement steigen. Um dem Zombie-Griff zu entgehen, ist eine umfassende Kommunikation gegenüber Finanzierungspartnern gefragt. 

Wer seine Zinslast drei Jahre infolge nicht aus dem operativen Ergebnis zahlen kann, gilt laut OECD als sogenanntes Zombie-Unternehmen. Seit 2010 ist deren Anteil an den weltweiten Kapitalmärkten von 1,9 auf 6,3 Prozent gestiegen. Hauptgrund für diese Verdreifachung ist laut einer aktuellen Kearney-Analyse “das mit der Finanzkrise begonnene Zeitalter des billigen Geldes bis hin zu heutigen Negativzinsen”. Für die Studie wurden insgesamt 67.000 börsennotierte Unternehmen aus 154 Branchen und 152 Ländern hinsichtlich der von der definierten Zombie-Merkmale untersucht und die Ergebnisse nach Branchen ausgewertet.

01.01.2021 | Bankmagazin-Gespräch | Ausgabe 1/2021
Christian Kolb, Bereichsvorstand Corporate und Institutional Banking von HSBC Germany, über die Folgen der Corona-Krise und den hohen Kapitalbedarf im Mittelstand sowie die Pläne für ein effizientes Firmenkundengeschäft.

“Im Zuge der Covid-19-Pandemie stieg die Anzahl der betroffenen Unternehmen im Jahr 2020 nochmals deutlich mit 13 Prozent in allen untersuchten Volkswirtschaften an”, heißt es in der Analyse. Etwa 70 Prozent der betroffenen Unternehmen werden der Analyse zufolge durch die staatlichen Corona-Hilfsprogramme weiter am Leben gehalten. Unter den Zombies seien Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 500 Millionen US-Dollar häufiger vertreten als umsatzstärkere.
“Das Jahr 2020 stand finanzwirtschaftlich im Zeichen der Liquiditätssicherung durch staatliche Bürgschafts- und Kreditprogramme mit einschneidenden Folgen für die Finanzierungsstrukturen vieler Unternehmen: Verluste wurden ganz oder teilweise mit Fremdkapital finanziert”, schreibt auch Christian Groschupp in der Zeitschrift “return” (Ausgabe 4 | 2021). 
Dem Experten zufolge, der in der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner das Competence Center Finanzierung leitet, seien die meisten Unternehmen aktuell noch komfortabel mit Liquidität versorgt. “Die Banken scheuen derzeit einen allzu kritischen Blick in ihre Kreditportfolios, um Wertberichtigungen zu vermeiden. Die Anzahl der Insolvenzfälle hat einen historischen Tiefststand erreicht, aber die Angst geht um vor künstlich am Leben gehaltenen Zombie-Unternehmen”, so Groschupp. 
Im internationalen Vergleich hat laut Kearney die Covid-19-Krise Deutschland und China stärker getroffen als die USA, auch wenn jenseits des Atlantiks der Anteil an Zombie-Unternehmen am größten ist. Der Blick auf die einzelnen Branchen zeigt ebenfalls große Unterschiede: Im Immobiliensektor ist der Analyse zufolge ist der Anteil fast dreimal so hoch wie in der Automobilbranche. So verfügen 7,4 Prozent der Real-Estate-Unternehmen demnach “über kein nachhaltiges Geschäftsmodell”. Der Online-Handel ist mit 4,5 Prozent stärker betroffen als der stationäre Einzelnahandel (ohne Lebensmittel) mit 4,2 Prozent. Innerhalb des Handels ist wiederum der Lebensmitteleinzelhandel bilanziell überdurchschnittlich gut aufgestellt.
“Die Unternehmenssteuerung ist im aktuell angespannten Umfeld erheblich anspruchsvoller”, resümiert Groschupp. Auf der einen Seite seien Volatilität und Unsicherheit in Bezug auf die Umsätze massiv gestiegen.  Auf der anderen Seite verlange der Gesetzgeber zur Beurteilung einer drohenden Zahlungsunfähigkeit einen verlängerten Prognosezeitraum von bis zu 24 Monaten. “Auf Sicht zu fahren reicht also nicht mehr aus”, so der return-Autor. Er rät: “Neben der Schärfung des Planungs- und Prognoseinstrumentariums gehört die proaktive Gestaltung der Finanzierungsstruktur zum Kern der notwendigen Krisenprophylaxe.”
Hierzu gehört auch die passende Finanzierungsstrategie. “Der Finanzierungsprozess gestaltet sich für viele Unternehmen deutlich anspruchsvoller und bedarf einer professionellen Vorbereitung. Insbesondere wenn neue Finanzierungspartner ohne Kredithistorie mit dem Unternehmen an Bord geholt werden sollen, ist eine zielgerichtete Finanzkommunikation von großer Bedeutung”, so Groschupp.
Die nachfolgende Checkliste fasst die zentralen Fragen zu Instrumenten und zu Partnern der Finanzierung zusammen:

12.11.2020 | Originalartikel | Ausgabe 4/2020 Open Access
2021 | OriginalPaper | Buchkapitel
03.04.2021 | Original Paper
01.08.2021 | Schwerpunkt | Ausgabe 4/2021
2020 | OriginalPaper | Buchkapitel
2020 | OriginalPaper | Buchkapitel
09.08.2021 | Unternehmensführung | Im Fokus | Onlineartikel
14.09.2021 | Liquidität | Im Fokus | Onlineartikel
21.05.2021 | Finanzcontrolling | Gastbeitrag | Onlineartikel
03.09.2021 | Unternehmenskredit | Infografik | Onlineartikel
© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Version: 0.1611.0

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