Börse: Dax vor der Wahl im Minus, Bitcoin knickt ein – manager magazin

Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Der Dax gibt vor der Bundestagswahl nach
Gewinnmitnahmen vor der Wahl und erneute Sorgen um den chinesischen Immobilienriesen Evergrande: Am letzten Handelstag vor der Bundestagswahl am Sonntag gibt der Dax deutlich nach. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex 0,7 Prozent im Minus bei 15.531 Punkten. Auf Wochensicht steht damit ein moderater Aufschlag zu Buche.
Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone gab ebenso nach wie der MDax der mittelgroßen Börsenwerte. Auch der neue Ifo-Geschäftsklima-Index trug nicht zur Verbesserung der Stimmung an der Börse bei: Laut Ifo sind Deutschlands Manager noch einmal pessimistischer geworden.
Dax
Auch an der Wall Street haben Anleger nach der jüngsten Kurserholung erst einmal einen Gang zurückgeschaltet. Die wichtigsten Aktienindizes bewegten sich am Freitag nur wenig. Börsianer begründeten die Zurückhaltung unter anderen mit einer Mitteilung der chinesischen Zentralbank, die sich abermals kritisch zu Kryptowährungen äußerte. Belastung sorge weiter die Unsicherheit um den chinesischen Immobilienriesen Evergrande, hieß es.
Der Leitindex Dow Jones Industrial notierte 0,2 Prozent höher bei 34.836,13 Punkten. Dank der an den Vortagen erzielten Gewinne steuert der US-Leitindex nun auf ein Wochenplus von knapp ein Prozent zu. Am Montag hatten die Sorgen um Evergrande den Dow noch kräftig nach unten gedrückt.
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Die Situation bei dem in Schieflage geratenen chinesischen Immobilienkonzern Evergrande bleibt spannend. Jennifer James, Portfolio-Managerin bei Janus Henderson Investors, hält es für unwahrscheinlich, dass Evergrande allein eine Finanzkrise auslösen wird. Dass die chinesische Regierung die Banken darüber informiert habe, dass das Unternehmen in dieser Woche keine Zinszahlungen vornehmen werde, sei ein Zeichen dafür, dass die Regierung Maßnahmen ergreife, um die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft einzudämmen. Auch Europas Währungshüter halten die Auswirkungen der Krise von Evergrande für Europa derzeit für begrenzt. “Im Moment sehen wir das auf China konzentriert”, sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem US-TV-Sender CNBC. “Für Europa kann ich sagen, dass es nur begrenzt direkt betroffen ist.”
Der Dax war am Montag mit 15.019 Punkten vor allem wegen Evergrande und den Sorgen vor einer möglichen Immobilienkrise in der Volksrepublik auf das tiefste Niveau seit Mai abgerutscht war, hatte zur Wochenmitte die Verluste aber bereits wieder fast wettgemacht. Die jüngsten geldpolitischen Signale der US-Notenbank Fed hatten dabei geholfen. Am Donnerstag ließ Evergrande den Zinstermin für wichtige Anleihen unbeachtet verstreichen, was die Aktien des Unternehmens erneut einbrechen ließ.
Aktienseitig stehen vor dem Wochenausklang Sportartikelhersteller im Fokus nach den am Vorabend vorgelegten Geschäftszahlen und einer gesenkten Jahresumsatzprognose von Nike. Analyst James Grzinic von Jefferies verwies auf die anhaltenden Lieferkettenunterbrechungen, die den Nordamerikanern zu schaffen machten. Die Probleme dürften bis ins späte Frühjahr 2022 nicht gelöst sein, schrieb er in einer aktuellen Studie und geht davon aus, dass dies auch die Aktienkurse der europäischen Konkurrenz an diesem Freitag belasten wird. Adidas und die inzwischen ebenfalls im Dax notierten Titel von Puma verloren am Freitag zwischen 2 und 3 Prozent an Wert.
Teamviewer gewannen auf dem ersten Platz im MDax 2,3 Prozent. Das Bankhaus Metzler hatte die Bewertung der Papiere mit «Buy» aufgenommen. Analyst Holger Schmidt attestierte dem Anbieter von Fernwartungslösungen eine attraktive Kombination aus prozentual zweistelligem Umsatzwachstum und hoher Profitabilität. Der Kursabschlag zur Konkurrenz sei zu hoch.
In der Hoffnung auf ein fortgesetztes Wachstum der Weltwirtschaft decken sich Anleger mit japanischen Aktien ein. Der NikkeiIndex in Tokio stieg am Freitag um 2,1 Prozent auf 30.273 Punkte. Die Börsen in Shanghai und Hongkong standen dagegen wegen der Unsicherheit um den chinesischen Krisenkonzern Evergrande unter Druck. Die Aktien des kriselnden Immobilienriesen brachen erneut ein und verloren elf Prozent. Insidern zufolge haben einige Eigner einer Dollar-Anleihe des Unternehmens ihre am Donnerstag fällige Zinszahlung nicht erhalten. Wird diese binnen 30 Tagen nicht nachgeholt, gilt das offiziell als Zahlungsausfall. Evergrande ächzt unter einem 305 Milliarden Dollar schweren Schuldenberg. Vorfälle wie die Evergrande-Krise lösten zwar immer mal wieder Kursrücksetzer aus, sagte Ray Ferris, Chef-Anleger für Südostasien bei der Bank Credit Suisse. “Die sind aber kleiner als in den vergangenen Jahrzehnten, da es da draußen eine Menge Geld gibt, das ein zuhause sucht.” Schließlich sei die Geldpolitik der großen Notenbanken sehr locker, zugleich seien die Wachstumsaussichten der Wirtschaft gut.
Nasdaq
Die Kryptowährung Bitcoin erholte sich zunächst ein wenig von ihrem heftigen Kursrutsch. Dann kam der nächste Rücksetzer: China erhöht den Druck auf die Kryptowährungsbranche. Das Land erklärte am Freitag sämtliche Aktivitäten rund um Cyber-Devisen für illegal und untersagte ausländischen Krypto-Börsen jegliche Dienstleistungen für Kunden in China. Vergehen würden streng geahndet.
Der verstärkte Regulierungsdruck schickte die Kurse der Kryptowährungen auf Talfahrt. Die beiden wichtigsten, Bitcoin und Ethereum, fielen um 5,5 Prozent auf 42.239 Dollar beziehungsweise um 10 Prozent auf 2840 Dollar. Werte aus dem Kryptowährungssektor und Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen, flogen ebenfalls aus den Depots. So fielen die Papiere von Coinbase, Riot, Marathon, Overstock und Silvergate im vorbörslichen US-Geschäft um bis zu 6,4 Prozent.
Bitcoin
Der Preisauftrieb am Ölmarkt geht weiter. Die Sorte Brent aus der Nordsee gewinnt 0,6 Prozent und ist mit 77,74 Dollar je Barrel so teuer wie zuletzt vor rund drei Monaten. Die schleppende Erholung der Ölförderung im Golf von Mexiko nach dem Wirbelsturm “Ida” lasse die Lagerbestände schmelzen, schreiben die Analysten der ANZ
Brent
In den vergangenen Wochen haben die Preise in der Tendenz zugelegt. Hauptgrund ist das derzeit knappe Angebot, das unter anderem auf Förderprobleme im Golf von Mexiko zurückgeht. Dort machen sich immer noch die Nachwirkungen des schweren Hurrikans Ida bemerkbar.
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