Wie könnte man einer drohenden Inflation entkommen? – Boerse-express.com

01.08.2021 | 10:04
Quelle: www.fool.de
In den letzten Wochen und Monaten mehren sich die Signale, dass die steigenden Inflationsraten langfristiger Natur sein könnten. Während die Inflation in den USA zwischen August 2020 und Januar 2021 in einem stabilen Rahmen zwischen 1,2 und 1,4 % lag, stieg diese im Juni 2021 auf 5 % und im Juli 2021 bereits auf 5,4 % an.
Wenngleich die Aussage, dass es sich hierbei nur um einen temporären Anstieg durch die US-Notenbank handelt, den Kapitalmarkt beruhigen konnte, zweifeln viele an dieser Einschätzung. Diese Skepsis wird voraussichtlich in den nächsten Monaten ansteigen, wenn erkennbar wird, dass die Inflation auf diesem Niveau verharrt oder sogar ansteigt.
Daher solltest du dir als Anleger überlegen, welche Methoden du hast, um im Drohszenario einer langfristig hohen Inflation gewappnet zu sein.
Keine Frage, sollte es Inflationsraten von über 10 % und mehr in den USA oder Europa geben, wird dies auch nicht spurlos an den Kapitalmärkten vorbeigehen. Solltest du jedoch noch nicht in Aktien oder ETFs (Exchange-Traded-Funds) investiert sein, könnten diese Turbulenzen für dich eine einmalige Chance darstellen. Denn langfristig führt kein Weg an Aktien vorbei. Vor allem in Zeiten hoher Inflation. Denn während das Kapital auf Bankkonten immer weniger wert und im schlimmsten Fall sogar wertlos wird, bleibt eine Unternehmensbeteiligung bestehen.
Doch auch Edelmetalle eignen sich als Vermögensschutz bei einer hohen Inflation. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, keinen übermäßig großen Anteil ins Portfolio aufzunehmen. Denn Gold und Silber zahlen keine Dividenden. Somit könnte ein Anteil von beispielsweise 80 % deine langfristige Rendite deutlich verschlechtern.
Des Weiteren eignen sich auch Immobilien bzw. Grund und Boden als Werterhalt. Hier hat man als Anleger jedoch den Nachteil, dass die Transaktionskosten im Vergleich zu Aktien oder Edelmetallen deutlich höher sind und ein Verkauf sehr kompliziert ist. Zusätzlich entsteht das Risiko, nur an eine Immobilie gebunden zu sein.
Nichtsdestotrotz hat die Inflation auch Vorteile. Denn dadurch werden auch Kredite langfristig entwertet. Hat man beispielsweise einen Kredit aufgenommen, um sich sein Eigenheim finanzieren zu können, bezahlt man zwar nominal den gleichen Betrag zurück. Daran wird die Inflation nichts ändern. Da jedoch jeder Euro weniger wert ist, bezahlt man einen niedrigeren Wert zurück, als man erhalten hat.
Könnte man daher eine hohe Inflation nutzen, um mit dem erhaltenen Fremdkapital Aktien, Edelmetalle oder Immobilien zu kaufen? In der Theorie ja und es wird nach jeder Krise Menschen geben, die durch ein solches Unterfangen reich wurden. Jedoch solltest du dir darüber im Klaren sein, dass dieser Plan sehr riskant ist. Denn selbst ein diversifizierter Index wie der MSCI World könnte theoretisch um 70 % einbrechen. Das ist schon schlimm genug, wenn man nur mit Eigenkapital investiert ist. Keine Frage, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich die Wirtschaft in einem solchen Szenario wieder erholt, jedoch würde ich mich persönlich nicht diesem Risiko aussetzen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass man sein Vermögen nur durch Investitionen in Sachwerte vor einer langfristig hohen Inflation schützen kann. Denn hast du den überwiegenden Anteil deines Vermögens auf Tagesgeldkonten oder dem Sparbuch liegen, wirst du von Jahr zu Jahr durch die Inflation „enteignet“.
Zudem solltest du auch im Rahmen der Inflationsvermeidung stets darauf achten, ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Keine Frage, Gold könnte in Zeiten hoher Inflation eine Spekulation wert sein. Dennoch solltest du nicht 80 % deines Vermögens in das Edelmetall investieren. Denn damit machst du dich sehr abhängig. Als unabhängiger Investor hält man vielmehr eine gut diversifizierte Bandbreite an Aktien von tollen Zukunftsunternehmen, die auch bei hohen Inflationsraten wachsen können.
Der Artikel Wie könnte man einer drohenden Inflation entkommen? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.
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