Aktien, EFT, Fonds – So investieren Deutsche – Oberpfalz TV

23. Juni 2021
Viele Menschen sind in der Corona-Pandemie sparsamer geworden. Doch die meisten legen ihr Geld nicht einfach unter das Kopfkissen, sondern versuchen es gewinnbringend zu investieren, um auch in Zukunft ausgesorgt zu haben. Doch wie genau investieren Deutsche? Was hat sich durch Corona verändert? Und in welche Geldanlagen sollte jetzt investiert werden?
2020 war ein sehr ereignisreiches Jahr. Auch am Sparverhalten vieler Deutscher änderte sich viel, wie eine Studie der ING-DiBa AG zeigt. Besonders Aktien gewannen stark an Popularität. So wurden hierzulande 49 Milliarden Euro in Aktien allein investiert, mehr als je zuvor in einem Jahr. Das entspricht einem Anstieg von 160% zum Vorjahr. Zudem stiegen die Investitionen in EFT-, Aktien- und Immobilienfonds. Auch Mischfonds wie der ACATIS GANÉ Value Event Fonds waren sehr beliebt.
Für den plötzlichen Anstieg der Popularität von Wertpapieren gibt es mehrere Gründe. Zum einen sinken die Zinserträge aus Bankeinlagen immer weiter. Seit der Finanzkrise 2008 haben diese um unglaubliche 93% abgenommen, obwohl das Volumen der Spareinlagen um 73% stieg. Mit klassischem Sparen ist ein Vermögensaufbau heutzutage also fast unmöglich. Der andere Grund ist, dass der Aktienmarkt während des ersten weltweiten Lockdowns stark eingebrochen ist. Viele Menschen sahen darin ihre Chance in den Wertpapierhandel einzusteigen und von dem Konjunkturanstieg nach der Pandemie zu profitieren.
Im europäischen Vergleich war Deutschland Europameister beim Sparen. Ganze 388 Milliarden Euro groß waren die privaten Geldanlagen der Deutschen 2020. Das ist ein Anstieg von 45% zu 2019. Damit sind sie zum achten Mal in Folge ganz oben. Auf dem zweiten Platz ist Frankreich mit 261 Milliarden Euro, es folgt Italien mit 123 Milliarden. In Deutschland betrug der Wert der privaten Geldanlagen pro Person im Durchschnitt 4.671 Euro, mehr als je zuvor. 2019 hatte dieser noch bei 3.200€ gelegen, 2013 bei 1.700€.
Obwohl Deutsche mehr Geld als je zuvor in Aktien investierten, werden diese noch immer nur von einem kleinen Teil genutzt. Gerade einmal 17% aller Deutschen geben an Wertpapiere zu nutzen. Zum Vergleich: Am beliebtesten ist noch immer das Sparen auf einem Girokonto, was von 47% genutzt wird. Danach kommen das klassische Sparbuch, Lebensversicherung, Bausparvertrag, Immobilien, Investmentfonds, Riester-Rente und kurzfristige Geldanlagen und schließlich Aktien.
Bei dieser Fülle von Möglichkeiten wird es für Menschen, welche einfach nur etwa Geld zusätzlich verdienen möchten, um sich beispielsweise vor Altersarmut zu schützen, schnell unübersichtlich. Worein sollte das hart erarbeitete Geld also investiert werden? Aktien können für den größten Gewinn sorgen, verfügen aber auch über ein hohes Risiko. Deshalb sollte in mehrere Aktien investiert werden, um m gliche Verluste mit den Gewinnen einer anderen Aktie wieder auszugleichen. Wer das nötige Knowhow hat, sollte momentan in Aktien investieren. Denn dies ist durch diverse neue Möglichkeiten wie Trading-Apps so einfach wie nie zuvor. Hinzu kommt, dass auch mit neuen Investitionsmöglichkeiten wie Kryptowährungen schnelles Geld gemacht werden. Das Risiko dabei ist allerdings um ein Vielfaches höher und der Anleger kann durch unüberlegtes Handeln blitzschnell seine gesamten Investitionen verlieren. Für Menschen, welche einen größeren Betrag investieren wollen, bleibt der Immobilienmarkt eine gute Alternative. Doch auch dort können Anleger viel Geld durch schlechte Entscheidungen oder pures Pech verlieren.
Doch gibt es auch Möglichkeiten für Menschen, die kein großes Risiko eingehen, sondern einfach nur ihre jetzige oder spätere Rente aufbessern wollen? Hier kommen Fonds ins Spiel. Bei diesen wird das investierte Geld von Fondsmanagern für den Anleger investiert. Je nach Art des Fonds gibt es auch dabei ein Risiko. Dieses ist allerdings weitaus geringer als beim selbstständigen Investieren, da Fonds eine Vielzahl von Investments anlegen. Das Geld der Anleger ist bei einer eventuellen Pleite der Fondsgesellschaft zudem besonders geschützt. Empfehlenswert sind vor allem Mischfonds, da diese in eine Vielzahl von Märkten anlegen. Dazu gehören neben Aktien und Anleihen auch Währungen, Rohstoffe und Immobilien. Dadurch ist das Risiko besonders gering.
Viele Fonds haben zudem den Vorteil, dass sie besonders nachhaltig sind. Das heißt, dass sich die Fondsgesellschaften dazu verpflichten, in umweltschützende und sozial agierende Unternehmen zu investieren. Dadurch werden faire und nachhaltige Geschäftsmodelle unterstützt und alle Beteiligten profitieren. Wonach genau sich solche Fonds richten, kann hier nachgeschaut werden.
Der Anstieg der Konjunktur nach den teilweise schweren wirtschaftlichen Folgen kann auch für Anleger positive Folgen haben, solange das Ersparte richtig investiert wird. Möglichkeiten für risikoscheue und risikobereite Menschen gibt es genug. Insgesamt gilt aber: Umso eher mit dem Investieren angefangen wird, umso besser.
Autor des Artikels ist Conny Zschage

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