Aktien kaufen für Anfänger: So gelingt der Börseneinstieg – GeVestor.de

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Aktien kaufen kann für Anfänger eine schwierige Sache sein. Unser Artikel verrät Ihnen die 10 wichtigsten Tipps für einen erfolgreichen Börsen-Start und gute Gewinne. (Foto: iQoncept | Adobe Stock)
Aktien kaufen erscheint vielen Börsen-Neulingen wie eine undurchschaubar komplizierte Wissenschaft. Doch das muss nicht so sein! Neue Anleger erhalten in diesem Artikel die wichtigsten Grundlagen und Tipps, um den Einstieg ins Aktiengeschäft professionell zu meistern.
In diesem Artikel führen wir Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Planungspunkte und machen den Aktienkauf für Sie zu einem leicht verständlichen Instrument der Vermögenspflege.
Definition Aktie: Eine Aktie ist ein Wertpapier, mit dem Sie Miteigentümer einer AG werden
Technische Voraussetzungen: Um Aktien zu kaufen benötigt man ein Wertpapierdepot, entweder über seine Hausbank oder über einen Onlinebroker.
WKN: Bedeutet Wertpapierkennnummer und ist eine 6-stellige Nummer aus Zahlen und Buchstaben, die jedes Wertpapier eindeutig identifizierbar macht.
ISIN: An internationalen Börsen lassen sich Aktien und andere Wertpapiere anhand der ISIN (International Security Identification Number) unterscheiden.
Grundsätzlich gibt es in Deutschland 8 Wertpapierbörsen, eine Devisenbörse, eine Wertpapierterminbörse und eine Warenterminbörse.
Ein Großteil des Aktienhandels wird in Deutschland über die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), welche die wichtigste deutsche Börse ist, und XETRA abgewickelt. Xetra ist eine elektronische Handelsplattform, über die inzwischen ein sehr großer Teil der Börsenumsätze abgewickelt wird.
Die Wertpapierbörse wird auch als Aktien- oder Effektenbörse bezeichnet. Sie ist eine Börse, an der Wertpapiere, Aktien und Derivate im Sinn des jeweiligen nationalen Wertpapierhandelsgesetzes gehandelt werden.
Nach der Depoteröffnung bei Ihrer Hausbank oder bei einer der zahlreichen übers Internet erreichbaren Direktbanken, stehen Ihnen vier Wege offen, eine Order zu erteilen:
Unabhängig davon, auf welchem Weg Sie Ihre Order abgeben, benötigen Sie bei jeder Order die folgenden Angaben:
Ein Kurs wird durch Angebot (Verkäufer von Aktien) und Nachfrage (Käufer von Aktien) bestimmt. Die „klassische“ Variante der Kursermittlung läuft folgendermaßen ab: Für jede Aktie werden alle eingehenden Kauf- und Verkaufsaufträge im Orderbuch gesammelt.
Stimmt die Preisvorstellung von Käufer (Kauflimit) und Verkäufer (Verkaufslimit) überein, findet der Handel statt – und zwar zu dem Kurs, zu dem der maximale Umsatz (= gehandelte Aktienanzahl) zustande kommt.
Auf dem Kassamarkt (auch Spotmarkt genannt) vollzieht sich der Aktienhandel, ebenso wie der Handel mit Waren oder Anleihen – auch Basiswerte genannt werden. Als Kassageschäft wird also der Vertragsabschluss über den Kauf oder Verkauf von beispielsweise Aktien bezeichnet.
Der Kassamarkt ist ein Teilmarkt einer Börse, welcher bei der Abwicklung eines Geschäfts unmittelbar nach dessen Abschluss stattfinden muss. In Deutschland ist dieser Zeitraum auf zwei Tage festgelegt. Das bedeutet: zwei (Börsentage) später wird Ihr Konto beim Kauf mit dem Kaufpreis belastet und die Aktie oder die Anleihe in Ihr Depot eingebucht.
Der Terminmarkt bildet das Komplement zum Kassamarkt. Während das Geschäft beim Kassamarkt spätestens nach zwei Handelstagen erfüllt sein muss, muss es am Terminmarkt mindestens drei Handelstage nach dem Geschäftsabschluss beidseitig erfüllt sein. An Terminmärkten werden Wertpapiere, Devisen, Metalle und weitere Derivate gehandelt.
Die Aktienbörse ist eine kontinuierliche Auktion. Angebotene Aktien werden an die meistbietenden Marktteilnehmer verkauft. Ist das Angebot einer Aktie höher als die Nachfrage nach ihr, müssen sich die Anbieter mit einem niedrigeren Preis begnügen, wenn sie ihre Aktien losschlagen möchten. Ist hingegen die Nachfrage in einer Aktie höher als das Angebot, dann müssen die Kaufwilligen aufgrund der höheren Konkurrenz mehr Geld bieten, wenn Sie die Aktien besitzen möchten.
Das bedeutet: Wenn Sie Aktien kaufen, die im Kurs gesunken sind, dann kaufen Sie Aktien, die immer weniger Marktteilnehmer haben wollen und die deshalb sehr wahrscheinlich noch weiter absinken. Da Sie indes nur dann mit dem Kauf einer Aktie Geld verdienen, wenn diese im Kurs steigt, ist es folglich wesentlich lukrativer auf Aktien zu setzen, deren Kurs in jüngster Zeit gestiegen ist. Denn genau das dokumentiert anhaltende Nachfrage.
Der erste Tipp mag vielleicht etwas überflüssig wirken, ist aber in Wahrheit für viele Anleger der Schlüssel zum erfolgreichen Start an der Börse: Wer Aktien kaufen möchte, sollte den gesamten Mechanismus des Wertpapierhandels kennen und verstanden haben.
Schon der legendäre Börsen-Guru Warren Buffett predigte einst, dass man immer nur in Produkte investieren solle, die man auch begreift. Dieser Ratschlag gilt natürlich in besonderem Maße für die Grundlage des Investments selbst, also die Aktien.
Aktien sind insbesondere langfristig eine ertragreiche Geldanlage. Die Aktienmärkte haben in den vergangenen 20 Jahren weltweit im Durchschnitt rund 8% Rendite pro Jahr gebracht – trotz aller Krisen. Inflationsbereinigt fällt dieser Wert zwar etwas niedriger aus. Dennoch sind Aktieninvestments in der heutigen Niedrig-Zins-Phase attraktiver denn je.
Stellen Sie sicher, dass Ihr Startkapital nicht anderweitig benötigt wird – und das weder heute noch in einigen Jahren.
Ein Aktienkauf muss auf Grundlage einer soliden Planung erfolgen.
Daher sind die folgenden Fragen von entscheidender Bedeutung für Ihren Erfolg als Anleger:
Das führt uns auch direkt zum nächsten Punkt: Wie hoch soll Ihr Gewinn sein? Allgemein gilt die Faustregel „hohe Rendite gleich hohes Risiko“. Wollen Sie viel Rendite erwirtschaften? In diesem Fall sollten Sie im Ernstfall nicht zu sehr an Ihrem Geld hängen.
Für Anfänger lohnt der Gedanke der Diversifikation. Ihr Geld sollte möglichst breit gestreut angelegt werden. Kaufen Sie hierfür nicht nur eine Einzel-Aktie, sondern mehrere, denn eine Streuung verteilt die Risiken und bringt mehr Sicherheit.
Die Mischung hängt vom persönlichen Risiko-Rendite-Profil und dem verfügbaren Anlagekapital ab. Ein Aktienportfolio muss aber auch gepflegt werden. Mit der Verwaltung zu vieler Akten kommt man schnell an seine Grenzen. Deshalb sollten gerade Anfänger nicht mehr als 10 bis 15 Aktien kaufen und in ihrem Depot halten.
Nach dieser Grundplanung geht es an die konkrete Auswahl verschiedener Aktien. Hierzu muss man sich vorab gründlich über die einzelnen Unternehmen informieren, die für einen Aktienkauf infrage kommen. Wichtig hierbei sind:
Wer von einem bestimmten Unternehmen Aktien kaufen will, der muss es genau kennen. Hilfe können Sie dabei von aktuellen Aktien- und Unternehmensberichten erwarten, die auf Finanzportalen kostenlos angeboten werden.
Sie sollten sich zuvor auch über die Gebühren beim Aktienkauf und Aktienhandel informieren. Direktbanken sind günstiger und sparen Kosten. Alle Gebühren und Transaktionskosten, die beim Aktien kaufen und natürlich auch dem späteren Verkauf entstehen, schmälern den erstrebten Gewinn.
Experten-Tipp: Eröffnen Sie nicht automatisch bei Ihrer jahrelang genutzten Bank ein Depot. Informieren Sie sich vorher über die Konditionen und vergleichen Sie die Angebote.
Kommen wir nun in die Testphase: Testen Sie sich selbst und ihre Unternehmensaktien in einem sicheren Umfeld. Zu diesem Zweck gibt es mittlerweile mehrere Online-Simulatoren, mit denen Sie den Aktienhandel „nachspielen” können. Sie erhalten ein Kontingent, investieren, und sehen, was passiert, ohne tatsächlich Verluste zu erleiden.
Wichtig: Für den Aktienhandel sollten Sie sich immer feste Grenzen setzen, also einen Höchst- bzw. Mindestkurs für Kauf und Verkauf festlegen. Damit bleiben Sie stets im planbaren Bereich und vermeidet Verluste bei Kursausschlägen. Feste Grenzen bewahren vor der eigenen Gier. Lieber Gewinne innerhalb der Grenzen mitnehmen und sicher reinvestieren als hinterher mit völlig leeren Händen dazustehen.
Wie wichtig es ist, sich selbst gut zu informieren, zeigt sich auch beim Bankberater. Hier heißt es, aufpassen, mitdenken und sich nicht zu Entscheidungen drängen lassen. Berater, die Provisionen erhalten oder Vorgaben der Bank umsetzen müssen, empfehlen nicht immer das, was der Anleger braucht. Auch bei der Beratung gilt das Prinzip der Diversifikation: Ein breit gestreutes Spektrum verschiedener Informationsquellen hilft dabei, Risiken zu vermeiden.
Experten sehen mehrheitlich die Gefahr, dass die Risiken am Aktienmarkt über- und die Risiken für den Anleihenmarkt unterschätzt werden. In den vergangenen Jahren sind große Investitionssummen in die vermeintlich sicheren Staatsanleihen geflossen; zunächst weil die Renditen noch attraktiv waren, dann weil die Angst vor weiteren Krisen eine Fluchtbewegung raus aus Aktien und hinein in Anleihen ausgelöst hat.
Mittlerweile reichen die Zinsen am Anleihemarkt kaum aus, um überhaupt die bislang niedrigen Inflationsraten zu erwirtschaften. Dieses Problem am Anleihenmarkt begünstigt auf der anderen Seite den Aktienmarkt-Aufschwung, der von Anlegern wieder zunehmend als Alternative in Betracht gezogen werden sollte.
In den kommenden Jahren werden die Kapitalströme in den Aktienmarkt-Aufschwung weiter tragen. Bleiben Sie also trotz kurzfristiger Rücksetzer investiert.
Viele Anleger waren lange Zeit in Aktien unterinvestiert und versuchten dann durch sehr offensive Aktien das Verpasste aufzuholen. Doch vergessen werden darf nicht, dass auch ein lange Zeit bestehender Aufschwung einmal ein Ende hat. Das Risiko besteht, dass der Aktienmarkt im reifen Stadium eines Aufschwungs selektiver ansteigt als zuvor.
Vermeiden Sie in solchen Zeiten hochriskante Aktien mit fragwürdigen Geschäftsmodellen und setzen Sie auf Aktien von Qualitätsunternehmen.
Fokussieren Sie sich auf das, was die Märkte wirklich bewegt. Und das ist letztlich vor allem der Verlauf der Konjunktur, die sich politischem Geschehen auch weiterhin in einer Aufschwungphase befinden kann. Schenken Sie politischen Themen und geopolitischen Ereignissen also nicht mehr Bedeutung als angemessen.
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Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.
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