Der Börsen-Tag am Montag, 4. Oktober 2021 – n-tv.de – n-tv NACHRICHTEN

Lange Zeit sah es so aus, dass der deutsche Aktienmarkt ruhig und mit kleinem Verlust in die neue Woche starten würde. Doch am Nachmittag kam Unruhe auf, mit den Kursen ging es kräftiger nach unten.
Im Handel wurde in diesem Zusammenhang auf die steigenden Notierungen beim Öl verwiesen, auch die Renditen auf die US-Anleihen befanden sich mit 1,50 Prozent im Zehnjahresbereich wieder im Steigen. Zudem sorgte der Fed-Banker James Bullard mit seiner Aussage, dass das Risiko bei der Inflationsentwicklung auf der Oberseite sei, für Verunsicherung bei den Anlegern. Am Vormittag war es Chinas schwankender Immobilienriese Evergrande, der die Händler beschäftigte.   
Mit den Ölpreisen ging es steil nach oben, nachdem die Opec+-Staaten keine Abkehr von ihren Plänen zur schrittweisen Erhöhung der Fördermenge beschlossen haben. Trotz größeren Bedarfs an Öl soll die monatliche Fördermenge um 400.000 Barrel pro Tag erst ab November erhöht werden. Das bedeute unter dem Strich, dass sich die Öllagerbestände bis zum Jahresende verringerten, kommentierte Peter McNally, Global Sector Lead for Industrial, Materials and Energy bei Third Bridge, die Entscheidung der Opec+.
Der Dax ging mit einem klaren Minus von 0,8 Prozent auf 15.037 Punkte aus dem Handel. Im Gegensatz zum vergangenen Freitag unterquerte er heute nicht die 15.000er-Marke. Auch MDax, TecDax und SDax befanden sich im roten Bereich. Der EuroStoxx50 notierte 1,1 Prozent tiefer bei 3993 Stellen.
Die Aktien der Adler Group verteuerten sich im SDax um 2,6 Prozent. Die luxemburgische Immobiliengesellschaft prüft einen Verkauf von Teilen ihrer Mietwohnungen, um den eigenen Verschuldungsgrad zu senken. Von mehreren institutionellen Interessenten lägen Übernahmeangebote dafür vor, heißt es vom Unternehmen.
Bei MLP ging es um 2,8 Prozent nach oben. Der Finanzdienstleister hatte positiv überrascht und erwartet für 2021 ein deutliches Übertreffen der eigenen Ebit-Prognose und für das dritte Quartal ein Ebit deutlich über Vorjahresniveau.
Adidas fielen im Dax um 2,3 Prozent, nachdem die Bank of America die Aktie auf "Underperform" nach "Neutral" abgestuft hat.

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Das vom deutschstämmigen Milliardär Peter Thiel unterstützte Fintech AvidXchange strebt bei seinem Börsengang an der Wall Street eine Bewertung von rund 4,4 Milliarden US-Dollar an. Ziel sei es, bis zu 506 Millionen Dollar einzunehmen, teilte AvidXchange mit.
Im April 2020 wurde die 21 Jahre alte US-Firma bei einer Finanzierungsrunde noch mit zwei Milliarden Dollar bewertet. AvidXchange entwickelt Software, die Zahlungen und Rechnungen für kleine und mittlere Unternehmen automatisiert. Im vergangenen Jahr kam die Firma nach eigenen Angaben auf 53 Millionen Transaktionen mit einem Gesamtwert von 145 Milliarden Dollar.
Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck wird am Donnerstag im rheinland-pfälzischen Wörth die Fertigung seines ersten elektrischen Serien-Lkw aufnehmen. Der eActros hat drei oder vier Batteriepakete und eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern.
Erst Ende vergangener Woche hatten die Aktionäre von Daimler grünes Licht gegeben für die Abspaltung von Daimler Truck. Der Lkw- und Bushersteller soll bis Weihnachten an die Börse gebracht werden. Er sieht sich als Weltmarktführer für Nutzfahrzeuge und beschäftigt über 100.000 Menschen.

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Wichtige Meldung am Nachmittag: Die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 wird mit Gas befüllt. Heute habe die Befüllung des ersten Strangs begonnen, teilte die Nord Stream 2 AG mit. Die Erstbefüllung ist notwendig, bevor der eigentliche Gastransport starten kann.

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US-Anleger sind wegen der wieder aufgeflammten Sorgen rund um den Krisenkonzern China Evergrande zum Wochenstart auf der Hut. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab zur Eröffnung 0,2 Prozent auf 34.263 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,3 Prozent auf 4345 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,6 Prozent auf 14.486 Punkte. Auch die steigenden Renditen der US-Staatsanleihen drückten auf die Kauflaune. Investoren trieb die Sorge um, dass ein Kollaps von Evergrande weitreichende Folgen für das Finanzsystem und andere Branchen haben könnte.
Ein erneuter Rekord bei den Auslieferungen ließ Anleger unterdessen zu Anteilsscheinen von Tesla greifen. Die Aktien des US-Elektroautobauers zogen in der Spitze um 3,6 Prozent an. Trotz der Chip-Krise hat der E-Auto-Bauer im dritten Quartal mehr Fahrzeuge ausgeliefert als erwartet und einen neuen Rekord aufgestellt.
Merck verteuerten sich um bis zu 3,9 Prozent. Der US-Konzern hat ein Medikament entwickelt, das den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung abmildern soll. Das Risiko, schwer zu erkranken oder ins Krankenhaus zu gehen, werde durch die Einnahme des Medikaments um rund die Hälfte reduziert, erklärte Merck vergangene Woche. Der Pharmakonzern will so bald wie möglich eine Notfallzulassung bei der FDA beantragen.
Die Ölfördergruppe Opec+ wird ihre Tagesproduktion trotz Knappheit am Weltmarkt im November nur um die geplanten 400.000 Barrel (je 159 Liter) anheben. Das gab die von Saudi Arabien und Russland angeführte Allianz nach einer kurzen Online-Beratung bekannt. Zuvor hatten Medienberichte und Analysten-Kommentare die Möglichkeit eines noch höheren Anstiegs in Aussicht gestellt.
Nachdem sich aber abzeichnete, dass die 23 Förderländer nicht nachbessern würden, kletterte der Preis für die Nordseesorte Brent am Nachmittag um drei Prozent auf 81,38 US-Dollar. WTI-Öl verteuerte sich um zwei Prozent auf 77,77 Dollar.
Der Dax trat am Nachmittag wieder den Rückwärtsgang an. Der deutsche Leitindex notierte 0,8 Prozent tiefer bei 15.017 Punkten. Der EuroStoxx50 sackte um 0,8 Prozent auf 4005 Zähler ab.

Die Menge an Kohlendioxid, die ein Unternehmen im Jahr emittieren darf, ist durch die EU limitiert. Produziert es mehr, muss das Unternehmen zusätzliche Rechte erwerben, stößt es weniger CO2 aus, kann es die überflüssigen Rechte verkaufen. Der Handel mit Emissionsrechten boomt. Wie er funktioniert und wie Anleger davon profitieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Anouch Wilhelms von der Société Générale.

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Der Autobauer Volvo strebt noch in diesem Jahr an die Stockholmer Börse. Volvo Cars wolle dabei umgerechnet 2,5 Milliarden Euro an frischem Kapital aufnehmen, zudem wolle sich der Hauptaktionär Geely möglicherweise von einem Teil seines Anteils trennen, teilte das Unternehmen mit. Der chinesische Konzern wolle aber weiterhin der größte Anteilseigner bleiben.
Es dürfte einer der größten Börsengänge in Europa in diesem Jahr werden. Insidern zufolge strebt Volvo Cars eine Bewertung von umgerechnet etwa 17 Milliarden Euro an.
Geely Holding hatte Volvo vor rund einem Jahrzehnt vom US-Autobauer Ford für 1,8 Milliarden Dollar gekauft. 2018 zogen die Chinesen schon einmal einen Börsengang von Volvo in Betracht. Die Pläne wurden aber wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China und der daraus resultierenden Probleme in der weltweiten Autoindustrie zu den Akten gelegt.

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Benzin wird immer teurer. Am Wochenende kostete Super der Sorte E10 erstmals seit 2013 im bundesweiten Tagesdurchschnitt mehr als 1,60 Euro pro Liter. Am Samstag waren es laut ADAC 1,602 Euro je Liter, am Sonntag 1,606 Euro. Letzteres sind 2,4 Cent mehr als eine Woche davor. Diesel verteuerte sich binnen Wochenfrist um 2,8 Cent auf 1,469 Euro je Liter am Sonntag.
Zentraler Treiber sind die zuletzt immer weiter gestiegenen Ölpreise. Die Nordseesorte Brent hatte vergangene Woche ein Dreijahreshoch erklommen. Die Nachfrage nach Erdöl, Benzin und Diesel ist konjunkturbedingt hoch, das Angebot wegen anhaltender Ausfälle im Golf von Mexiko knapp.
Die Börsenwelt schaut besorgt auf die Evergrande-Krise. Der Handel mit Aktien des chinesischen Immobilienriesen muss ausgesetzt werden. Die Angst vor einem weltweiten Domino-Effekt wächst. ntv-Börsenreporterin Corinna Wohlfeil spricht darüber mit Ascan Iredi, Analyst der DZ Privatbank.

Der Baustoffkonzern Heidelbergcement verkauft Geschäftsteile in Spanien. Die Sparte Zuschlagstoffe und Transportbeton in den Regionen Katalonien, Madrid und Asturien sowie das Transportbetongeschäft auf den Balearen würden an unterschiedliche Käufer veräußert, teilte das Dax-Unternehmen mit. Angaben zum Verkaufspreis machte der Konzern nicht. Die Behörden müssen den Transaktionen noch zustimmen. Die Aktie von Heidelbergcement verteuerte sich um 0,3 Prozent.

DIW-Chef Marcel Fratzscher hält es für machbar, Milliardeninvestitionen des Staates in Klimaschutz und Digitalisierung ohne Verletzung der Schuldenbremse umzusetzen. Er plädiere für die Bildung einer einmaligen Rücklage über rund 500 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen, aus der in den kommenden zehn Jahren die Ausgaben für Klimaschutz und Digitalisierung bezahlt werden könnten, sagt der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Diese Rücklage könnte im kommenden Jahr angelegt werden, wenn die Schuldenbremse ohnehin noch ausgesetzt ist."
Für den normalen Haushalt sollte dann ab 2023 oder 2024 die Bremse wieder gelten. Das werde schwer genug, weil man dafür sparen und Subventionen abbauen müsse. "Es gibt in dieser Legislaturperiode ein einmaliges Zeitfenster zum Handeln: Der Staat kann sich jetzt zu null Prozent Zinsen verschulden und die nötigen Investitionen tätigen", so der Ökonom. "In zehn Jahren kommt hingegen die Demografiekeule mit Sozialausgaben, die durch die Decke gehen", warnte Fratzscher. "Wenn uns die ökologisch-digitale Transformation jetzt nicht gelingt, hängen uns die Amerikaner und Chinesen ab." Dann werde es wirtschaftlich sehr, sehr schwierig.
Mit Erleichterung haben Anleger auf einen Schuldspruch von Petrofac in einer Bestechungsaffäre reagiert. Der Aktienkurs des britischen Öl-Dienstleisters schoss in London um knapp 17 Prozent hoch und war mit 203 Pence so teuer wie zuletzt vor knapp eineinhalb Jahren.
Ein Gericht verurteilte das Unternehmen zu einer Strafe von umgerechnet 90 Millionen Euro, weniger als die Hälfte der zuvor befürchteten Summe.

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Mit Abgaben dürfte die Wall Street in die neue Handelswoche starten. Händler verweisen auf die anhaltenden Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten um eine Anhebung der US-Schuldenobergrenze, die globale Energiekrise und die neuen Entwicklungen um den wankenden chinesischen Immobilienriesen Evergrande. Der hoch verschuldete Konzern hat heute seine Aktien vom Handel in Hongkong aussetzen lassen.
Der Future auf den S&P-500 reduziert sich aktuell um 0,4 Prozent. Die Konjunkturdatenagenda ist zu Wochenbeginn übersichtlich. Es werden lediglich die Auftragseingänge Industrie für den August bekannt gegeben.
Mit Blick auf die Ölpreise wird auf die Entscheidungen der Opec+ im Tagesverlauf gewartet. Es wird davon ausgegangen, dass die bisherige Vereinbarung einer schrittweisen Steigerung der Produktion bestätigt wird.
Bei den Einzelwerten geht es für die Tesla-Aktie vorbörslich um 2,1 Prozent nach oben. Der Elektroautohersteller hat seine Auslieferungen im dritten Quartal stärker als erwartet gesteigert.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)
Mit dem Leasing von vier weiteren Flugzeugen Airbus A350-900 baut die Lufthansa ihrer Langstreckenflotte mit diesem treibstoffeffizienten Typ auf 21 Maschinen aus. Ab dem ersten Halbjahr 2022 würden die Flugzeuge bei der Kernmarke Lufthansa zum Einsatz kommen, teilte der MDax-Konzern mit.
Die zweimotorigen Airbus A350-900 verbrauchen rund 2,5 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer Flugstrecke und damit rund 30 Prozent weniger als die ihre Vorgängermodelle. Ersetzen sollen sie vor allem viermotorige Langstreckenflugzeuge der Airbus A340-Familie.
Der Chipmangel trifft die Autoindustrie schwer. Besonders Kunden von Kleinwagen brauchen derzeit Geduld. Tesla scheinen die Probleme in den Lieferketten kaltzulassen. Der E-Autohersteller erzielt einen Auslieferungsrekord. Doch das Bild täuscht, berichtet Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.
 

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Im Handelskrieg mit China will die US-Administration von Präsident Joe Biden an den gegen Peking verhängten Strafzöllen festhalten, aber mehr Ausnahmen zu Gunsten der US-Wirtschaft zulassen. Hochrangige Beamte der Biden-Regierung kündigten an, es werde wieder ein Prozess gestartet, bei dem US-Firmen in bestimmten Fällen beantragen könnten, von Strafzöllen auf Einfuhren aus China befreit zu werden.
US-Wirtschaftsvertreter hatten dies angesichts von Kostensteigerungen durch die Zölle dringend gefordert. Außerdem wolle die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai bald wieder direkte Gespräche mit Peking aufnehmen und durchsetzen, dass sich China an seine Zusagen aus dem gemeinsamen "Phase-Eins-Abkommen" halte, hieß es. Tai wollte sich am Nachmittag MESZ in einer Rede bei einem Think-Tank (Denkfabrik) in Washington zur neuen Strategie der US-Regierung im Handelskonflikt mit China äußern.
Mit Strafzöllen auf Einfuhren aus China in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar hatte Bidens Amtsvorgänger Donald Trump den Konflikt gestartet. Er wollte das Handelsdefizit mit China senken und warf Peking unfaire Handelsmethoden vor. Der Konflikt schaukelte sich hoch, bis Trump ein Jahr später auf fast alle Importe aus China im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar Strafzölle verhängt hatte – mehr als Peking mit Gegenzöllen beantworten konnte.
Ein neues Steueroasen-Leak belastet Hunderte Politiker und Prominente aus der ganzen Welt. Die sogenannten Pandora Papers enthüllen heimliche Offshore-Geschäfte, unter anderem von 35 derzeitigen und ehemaligen Staats- und Regierungschefs. ntv-Wirtschaftschef Ulrich Reitz erklärt die Hintergründe.

Der Dax hat im Verlauf des Vormittags seine Verluste wieder abgebaut. Er notierte zu Mittag nahezu unverändert bei 15.155 Stellen. Auch der EuroStoxx50 berappelte sich wieder und war mit 4033 Punkten auf Freitagniveau.
Ein Händler war allerdings nicht so optimistisch. "Die Marktteilnehmer gehen in die Defensive", sagte er. Am Markt werde in Pharma-Aktien sowie in Titel der Nahrungsmittel- und Getränkehersteller umgeschichtet. "Viele Marktteilnehmer sehen die derzeitige Ruhe als Ruhe vor dem Sturm an und erwarten, dass der Dax je nach Entwicklung an der Wall Street erneut die 15.000er-Marke testet", sagt er weiter.
Am Dax-Ende litten Adidas unter einer skeptischen Studie der Bank of America und fielen um 1,6 Prozent. Ein Analyst verwies auf die unsichere Erholung des chinesischen Absatzmarktes und die Probleme, die derzeit in den Lieferketten vorherrschten.
Unter den Schlusslichtern im MDax büßten die Anteilsscheine von Nemetschek drei Prozent ein, nachdem das Bankhaus Metzler die Kaufempfehlung für die Papiere gestrichen hatte. Mit Blick auf den Aktienkurs des Bausoftware-Spezialisten sei es an der Zeit für eine Atempause, schrieb Analyst Holger Schmidt. Die anstehenden Resultate zum dritten Quartal dürften seiner Ansicht nach wie gewohnt von hoher Nachfrage geprägt sein.
Kräftig hoch ist es kurz vor Mittag mit Preis für Nordseeöl der Sorte Brent gegangen – er kletterte um 1,2 Prozent auf 79,28 US-Dollar. Damit wurden anfängliche Verluste wettgemacht. Ein Barrel der US-Leichtölsorte WTI verteuerte sich geringfügig um 0,1 Prozent auf 75,81 Dollar.
Die großen Förderländer werden Insidern zufolge dem Ruf nach einer stärkeren Ausweitung der Produktion wohl nicht folgen. Die Gruppe werde voraussichtlich an ihrem Plan festhalten, die Quoten um monatlich 400.000 Barrel pro Tag anzuheben, sagten mehrere Personen aus dem Umfeld der Opec+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören. Die Ölminister der beteiligten Staaten wollen ab Nachmittag MESZ über ihre Förderpolitik beraten.
Nach dem Ende des Bieterwettstreits um Morrisons machen Anleger Kasse. Der Aktienkurs der britischen Supermarktkette fiel um 3,8 Prozent. Am Wochenende hatte der Finanzinvestor Clayton, Dubilier & Rice für umgerechnet insgesamt 8,18 Milliarden Euro den Zuschlag erhalten. Die Morrisons-Aktionäre müssen dem Deal noch zustimmen.
Börsianern zufolge könnte sich der unterlegene Morrisons-Interessent Softbank mit seiner Investmentsparte Fortress nach anderen Übernahmezielen in der britischen Supermarktbranche umsehen. Sainsbury sei der wahrscheinlichste Kandidat. Dessen Aktien stiegen um 1,3 Prozent.
Die Lage der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer hat sich im September empfindlich verschlechtert. Der entsprechende Ifo-Wert stürzte von 32,0 auf 13,2 Punkte. Im Juli waren es noch 52,9 Punkte. "Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Autobranche die am stärksten von Lieferengpässen mit Vorprodukten betroffene Branche ist", sagt Oliver Falck, der Leiter des Ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.
Positive Impulse kommen einzig aus dem Ausland: Die Exporterwartungen haben sich deutlich verbessert. Der Indikator stieg auf 34,5 Punkte von 17,0 im August. "Das kann sich positiv auf die Produktionserwartungen auswirken", heißt es vom Ifo Institut. Der Wert stieg von 35,4 auf 37,4 Punkte. "Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unsicherheit vieler Konsumenten in China durch die Krise des Immobilienentwicklers Evergrande auf die Stimmung der deutschen Autobauer drückt, die inzwischen mehr Autos in China produzieren als in Deutschland", so Falck.

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Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich erneut eingetrübt. Das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) verschlechterte sich im Oktober bereits den  dritten Monat in Folge. Allerdings sank der Index nur geringfügig auf 98,01 Punkte nach 98,29 Zählern im Vormonat. Die negative Entwicklung der Verbraucherstimmung habe an Dynamik verloren, erklärte der HDE.
Zugleich blicken die Verbraucher nach HDE-Angaben pessimistisch auf die konjunkturelle Entwicklung und senken deshalb erneut ihre Erwartungen. Mit einem gesamtwirtschaftlichen Aufschwung werde nicht gerechnet. Auch die Einkommenserwartungen gingen etwas zurück.
Das monatliche Konsumbarometer des Verbands basiert auf einer Umfrage unter rund 16.000 Menschen. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.
Kaum ist die Bundestagswahl vorbei drängen auch schon wieder die bekannten Probleme nach vorne: So sind die Preise für Öl, Gas und Strom kräftig angezogen und auch die Angst vor stärkerer Inflation und höheren Zinsen bremst den Markt. Wird die Inflation die Notenbanken bald schon zwingen, die Zinsen zu erhöhen? Und welche Auswirkungen hat das dann konkret auf die Aktienmärkte? Welche Strategien für Anleger jetzt richtig sind , darüber diskutiert Friedhelm Tilgen mit Oliver Roth von der Investmentbank Oddo BHF Asset Management und Robert Rethfeld vom Analysehaus Wellenreiter-Invest.

Der Wohnimmobilienkonzern Adler Group steht eventuell vor einer Neuausrichtung. Aktuell laufe "eine grundlegende Überprüfung" der strategischen Handlungsmöglichkeiten, teilte der SDax-Konzern mit. Hintergrund sei, dass man von mehreren Interessenten Angebote für Teile des Miet-Portfolios erhalten habe.
Ein Ergebnis der Überprüfung könne der Verkauf eines wesentlichen Teils des von der Adler Group direkt oder indirekt gehaltenen Mieteinnahmen generierenden Immobilienbestandes sein, hieß es weiter. Die möglichen Erlöse sollten dann eventuell zur Rückzahlung oder zum Rückkauf von Anleihen sowie gegebenenfalls zum Erwerb von eigenen Aktien verwendet werden. Die Aktie der Adler Group verteuerte sich am Vormittag um 3,2 Prozent und lag damit an der SDax-Spitze.
Der deutsche Arbeitsmarkt wird im kommenden Jahr von der Erholung der Konjunktur profitieren. Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresdurchschnitt 2022 um 290.000 auf 2,32 Millionen sinken, nach einem Rückgang von 82.000 auf 2,61 Millionen in diesem Jahr, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer neuen Prognose mitteilte. Die Zahl der Erwerbstätigen werde 2021 um rund 20.000 Personen auf 44,88 Millionen sinken, im Frühjahr 2022 aber das Vorkrisenniveau erreichen und im Jahresschnitt 2022 mit 45,4 Millionen um 560.000 Personen höher liegen als im laufenden Jahr.
Bei der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten rechnen die Forscherinnen und Forscher für 2022 mit einem Plus um 550.000 auf 34,42 Millionen. Damit würden neue Rekordstände erreicht, hieß es weiter.
Tesla hat trotz Chip-Krise im dritten Quartal mehr Fahrzeuge ausgeliefert als erwartet und einen neuen Rekord aufgestellt. Das US-Unternehmen verkaufte von Juli bis September nach eigenen Angaben 241.300 Stück. Das ist ein Anstieg um 73 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und eine Zunahme um 20 Prozent verglichen mit dem Vorquartal. Analysten hatten lediglich mit 229.242 gerechnet. Für Tesla ist es das sechste Quartal mit Zugewinnen. Die Produktion stieg in den drei Monaten um 15 Prozent auf 237.823 Fahrzeuge verglichen mit dem Vorquartal.

Und es geht wieder bergab: Der deutsche Aktienmarkt ist mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Der Dax gab in den ersten Minuten 0,5 Prozent auf 15.081 Punkte ab. Auch MDax, TecDax und SDax verzeichneten Rückgänge. Der EuroStoxx50 notierte 0,5 Prozent tiefer bei 4018 Stellen.
"Nachdem der Name Evergrande in den vergangenen Tagen etwas aus den Schlagzeilen verschwunden war, ist der drohende Zusammenbruch des mit mehr als 300 Milliarden Dollar verschuldeten chinesischen Immobilen-Giganten spätestens mit der Handelsaussetzung seiner Aktien wieder mehr als präsent", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.
Die Verteidigung der 200-Tage-Linie im Dax am Freitag hatte in Frankfurt erst einmal für Aufatmen gesorgt. "Auch ein Test der letzten Tiefs um 14.800 wäre noch kein Beinbruch", so ein Marktteilnehmer. "Darunter würde sich das Bild allerdings stark eintrüben und völlig umkehren", sagt er. Das Abwärtspotenzial liege dann bei weiteren 1000 Punkten oder mehr. Am Freitag war der Dax bis auf 14.984 Zähler runtergegangen.

Die Regierungsumbildung in Japan hat die dortigen Anleger zu Wochenbeginn nervös gemacht. Der Nikkei fiel um 1,2 Prozent auf 28.445 Punkte. Der Leitindex der Hongkonger Börse rutschte sogar um 2,3 Prozent auf 24.018 Zähler ab, nachdem die Aktien des kriselnden Immobilienkonzern China Evergrande vom Handel ausgesetzt worden waren. In China und Südkorea blieben die Märkte feiertagsbedingt geschlossen.
Medienberichten zufolge will Evergrande die Mehrheit an seinem Immobilienverwalter für umgerechnet 4,4 Milliarden Euro an den Konkurrenten Hopson, an dem der chinesische Staat beteiligt ist, verkaufen. Offenbar versuche Evergrande weiterhin, seine Rechnungen zu zahlen. In den vergangenen Tagen hatte das Unternehmen die Frist für mehrere millionenschwere Zinszahlungen auf Dollar-Anleihen kommentarlos verstreichen lassen. In den kommenden Wochen werden bei ähnlichen Bonds weitere 162 Millionen Dollar fällig.
Dem japanischen Aktienmarkt machten derzeit drei Faktoren zu schaffen: Die Anzeichen für eine Abschwächung des Wachstums beim wichtigen Handelspartner China, der Streit um den US-Haushalt und der Regierungswechsel in Japan, sagte Analyst Tomoichiro Kubota vom Brokerhaus Matsui. Unter dem neuen Ministerpräsidenten sei nicht mit einer ähnlich lockeren Geldpolitik wie in den vergangenen Jahren zu rechnen.
Überraschend hohe Lagerbestände setzen Sojabohnen zu. Der US-Terminkontrakt auf dieses Lebens- und Futtermittel fällt um ein knappes Prozent auf ein Neunmonatstief von 12,35 Dollar je Scheffel. Dem US-Landwirtschaftsministerium USDA zufolge lagen die Lagerbestände zum 1. September bei 256 Millionen Scheffel.
Die Ölpreise bewegen sich am Montag vor einem mit Spannung erwarteten Treffen großer Förderländer nur wenig. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 79,24 Dollar. Das sind vier Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt fünf Cent auf 75,83 Dollar.
Am Ölmarkt richten sich die Blicke zu Wochenbeginn auf ein Treffen großer Produktionsländer. Der Ölverbund Opec+, angeführt von den Ölriesen Saudi-Arabien und Russland, will über seine kurzfristige Förderpolitik beraten. Das Umfeld ist angespannt: Die Nachfrage nach Erdöl, Benzin und Diesel ist konjunkturbedingt hoch, das Angebot wegen anhaltender Ausfälle im Golf von Mexiko knapp.
Dementsprechend sind die Ölpreise zuletzt deutlich gestiegen. Der Preis für Nordseeöl liegt gegenwärtig nur knapp unter seinem in der vergangenen Woche markierten Dreijahreshoch von gut 80 Dollar. Es gilt daher als möglich, dass die Opec+ ihre Förderung stärker ausweitet als bisher geplant. Aktuell wollen die 23 Förderländer ihre Tagesproduktion um monatlich 400 000 Barrel erhöhen, um die steigende Nachfrage zu bedienen.
 
Nach den kräftigen Verlusten der vergangenen Woche stabilisiert sich der Euro um die Marke von 1,16 Dollar. Marktteilnehmer sprechen von Gewinnmitnahmen in Dollar-Long-Positionen. Diese könnten sich noch fortsetzen, sagt Karen Jones von Commerzbank FX. Begrenzt werde das Erholungspotenzial vom beschleunigten Abwärtstrend bei aktuell 1,1707 Dollar und vom mittelfristigen Abwärtstrend bei 1,1802 Dollar. Aktuell notiert der Euro bei 1,1598 Dollar und damit auf dem Niveau vom Freitagabend.
Zum Auftakt der neuen Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Freitag hatte er 0,7 Prozent im Minus bei 15.156,44 Punkten geschlossen. Vor dem Hintergrund stark steigender Energiepreise richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf das Treffen der "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören. Insidern zufolge könnte die Gruppe ihre Förderquoten schneller ausweiten als bislang geplant. Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda warnte aber vor überzogenen Erwartungen. Schließlich hätten die einige Förderländer wie Nigeria oder Angola schon jetzt Schwierigkeiten, ihre Quoten zu erfüllen. Daher seien Wetten auf einen fallenden Ölpreis derzeit nur etwas für Mutige.

Die britische Regierung droht erneut mit der Aussetzung der im Nordirland-Protokoll festgelegten Zollregelungen. Brexit-Minister David Frost werde am Montag bei seiner Rede auf dem Parteitag der Tories ankündigen, dass "die Schwelle für die Anwendung von Artikel 16" erreicht sei, hieß es in einer Erklärung der konservativen Regierungspartei von Premier Boris Johnson. Das Nordirland-Protokoll ist einer der strittigsten Punkte in den Post-Brexit-Beziehungen zwischen Brüssel und London.
Frost werde in seiner Rede davor warnen, "dass das Protokoll nun das Karfreitagsabkommen untergräbt und dass die Schwelle für die Anwendung von Artikel 16 erreicht ist", hieß es weiter. Die britische Regierung will das Protokoll trotz der Weigerung der EU neu verhandeln. Bereits mehrfach drohte London deshalb damit, Artikel 16 auszulösen. Dieser erlaubt es, bestimmte Teile des Post-Brexit-Abkommens im Falle "ernster wirtschaftlicher, sozialer oder ökologischer Schwierigkeiten" außer Kraft zu setzen.
London ist in andauernden Gesprächen mit Brüssel über die Umsetzung des Nordirland-Protokolls. Dieses sieht vor, dass zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Mitglied Irland keine Zollkontrollen eingeführt werden. Stattdessen soll zwischen Großbritannien und Nordirland kontrolliert werden.
Die Nachricht, dass der mit Liquiditätsproblemen kämpfende, hoch verschuldete chinesische Immobilienriese Evergrande seine Aktien vom Handel hat aussetzen lassen, sorgt an den Aktienmärkten der Region für Kursverluste. In Tokio, wo der Nikkei-Index nach guten Vorgaben aus den USA anfangs noch leicht zugelegt hatte, geht es mittlerweile um 1,4 Prozent nach unten auf 28.373 Punkte. In Hongkong beträgt das Minus 2,3 Prozent.
Sydney orientiert sich dagegen wie oft mehr an den US-Vorgaben und liegt ein Prozent im Plus. Dort waren die Gewinne anfangs aber auch schon größer, nachdem in den USA zum Ausklang der Vorwoche die Nachricht beflügelt hatte, dass das Pharmaunternehmen Merck auf dem Weg ist, eine Pille zur Behandlung von Covid-19 zu entwickeln.
In Schanghai ruht unterdessen der Aktienhandel bis einschließlich Donnerstag im Rahmen der sogenannten Goldenen Woche und auch in Seoul wird am Montag nicht gehandelt. Dort findet der Nationalfeiertag statt.
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,1 Prozent auf 111,10 Yen und gibt 0,4 Prozent auf 6,4452 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notiert er kaum verändert bei 0,9308 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1591 Dollar und zieht 0,1 Prozent auf 1,0791 Franken an. Das Pfund Sterling verliert 0,1 Prozent auf 1,3538 Dollar.
 
Die Aktien in Japan verlieren angesichts der Sorgen über Chinas Immobiliensektor. Der Handel mit Aktien des hoch verschuldeten Unternehmens Evergrande wurde an der Hongkonger Börse ausgesetzt, nachdem das Unternehmen in der vergangenen Woche zum zweiten Mal eine wichtige Zinszahlung für seine Offshore-Schulden verpasst hatte. "Das größte Problem ist nicht ein Zahlungsausfall von Evergrande, sondern das Umfeld, das zu dem Niedergang des Unternehmens geführt hat. Die Behörden regulieren Wohnungsbaudarlehen und die Kreditvergabe an Immobilienunternehmen. Die Märkte sind bereits auf der Suche nach dem nächsten Evergrande", sagte Kazutaka Kubo, Senior Economist bei Okasan Securities. "Die Gefahr, dass die Probleme von Evergrande auf den gesamten chinesischen Immobiliensektor übergreifen, nimmt zu."
Der Nikkei-Index gibt etwa 1 Prozent auf 28.498 Punkte ab. Der breiter gefasste Topix-Index verliert 0,6 Prozent auf 1974 Punkte.

Der Handel mit Aktien des schwer angeschlagenen chinesischen Immobilienriesen Evergrande an der Börse in Hongkong ist ausgesetzt worden. Einen Grund nannte die Hongkonger Börse in ihrer Mitteilung am Montag nicht. Es ist das erste Mal in der jüngsten Liquiditätskrise des mit mehr als 300 Milliarden US-Dollar (258 Milliarden Euro) verschuldeten Unternehmens, dass der Handel mit seinen Aktien ausgesetzt wurde.
Neben der Evergrande Group (EVG) wurden auch die Aktien des Hausverwaltungs-Arms Evergrande Property Services nicht gehandelt. Dagegen ging das Geschäft mit der Elektroauto-Sparte Evergrande New Energy Vehicle Group unverändert weiter. Vor dem Hintergrund von Zahlungsschwierigkeiten sind die Aktien der Evergrande Group in diesem Jahr schon um rund 80 Prozent gefallen.
Evergrande gilt als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Die Probleme des Konzerns haben international Besorgnis über den Zustand des chinesischen Immobiliensektors ausgelöst. Erst vergangene Woche hatte Evergrande eine Bank-Beteiligung für zehn Milliarden Yuan (1,3 Milliarden Euro) verkauft, um sich etwas Luft zu verschaffen.
 
Ein versöhnlicher Wochenschluss sieht anders aus: Der Dax hat eine Woche mit deutlichen Aufs und noch deutlicheren Abs mit einem Verlust abgeschlossen. Am Freitag verabschiedete sich der deutsche Börsenleitindex noch einmal 0,7 Prozent oder knapp 100 Punkte schwächer mit 15.156 Zählern ins Wochenende. Dabei hätte es durchaus noch schlimmer kommen können, denn der Index wies ein Tagestief von 14.984 Stellen auf – die psychologisch wichtige 15.000er Marke war gefallen. Dass der Dax am Ende den Sprung wieder darüber geschafft hat, liegt vor allem an einer starken Wall Street. Die Handelsspanne von fast 280 Punkten zeigt aber, dass die Anleger nach wie vor nervös sind: Inflationsgespenst, Zinsspekulationen, drohender Shutdown in den USA und China-Sorgen waren die beherrschenden Themen der Vorwoche – und es werden auch die bestimmenden Themen der neuen Handelswoche sein. Ein weiteres Thema stößt allerdings dazu.
Der US-Kongress hat eine Haushaltssperre zwar vorerst abgewendet, doch das weitaus größere Problem eines drohenden Zahlungsausfalls bleibt bestehen. Die Abgeordneten und Senatoren hatten am Donnerstag mehrheitlich für einen Übergangsetat gestimmt, der die Finanzierung der Bundesbehörden bis Anfang Dezember sicherstellt. Weiter keine Annäherung gab es jedoch im Ringen um eine Erhöhung oder Aussetzung der Schuldenobergrenze. Gelingt dies nicht, können die USA nach Einschätzung von Finanzministerin Janet Yellen wohl ab Mitte Oktober ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Die Folge wären eine Rezession und vermutlich eine Finanzkrise, warnte die frühere Notenbank-Chefin. "In der Vergangenheit gab es immer kurz vor knapp eine Lösung", prognostizierte Christian Henke vom Brokerhaus IG Market. "Dennoch dürfte das Unterfangen nicht leicht werden. Vor allem die Republikaner könnten Probleme bereiten."
Parallel dazu verfolgen die Börsianer die Gespräche zur Bildung einer neuen Bundesregierung, wobei allgemein mit einer "Ampel-Koalition" unter Führung der SPD oder einer "Jamaika"-Koalition unter Führung von CDU/CSU gerechnet werde, sagte Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. "Beide wären wegen zu erwartender Investitionen in Klimaschutz, Digitalisierung und Infrastruktur und einer – dank FDP – eher geringen Gefahr von Steuererhöhungen aus Aktienmarktsicht positiv zu bewerten."
Und nun noch die Berichtssaison
Von der anstehenden Bilanzsaison seien auch kaum positive Impulse zu erwarten, warnt Mark Decker, Chef der Vermögensverwaltung des Bankhauses Merck Finck. "Wir rechnen damit, dass sich die ungewöhnlich hohen Wachstumsraten der ersten beiden Quartale in den letzten beiden Quartalen nicht ganz fortsetzen werden." Grund hierfür sei die rasche Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus sowie die steigenden Kosten für Rohstoffe, Zulieferteile und Löhne.
Zu Wochenbeginn halten sich die Unternehmen mit Ergebnisausweisen zurück. Erneut könnten Konjunkturdaten für Kursimpulse sorgen. Aber auch diese Agenda ist alles andere als prall gefüllt. Für Aufmerksamkeit dürfte etwa der Sentix-Konjunkturindex sorgen, der am Vormittag veröffentlicht wird. Daneben stellt der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) seine Forderungen an eine künftige Bundesregierung vor. Daneben trifft sich die Eurogruppe, der Medizin-Nobelpreis wird vergeben und in den USA stehen Daten zum Auftragseingang der Industrie an.

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