Tomatenkrankheit: Braunfäule bei Tomaten behandeln – GEO.de

Ob rot oder gelb, oval oder kugelrund, groß oder klein – die Deutschen lieben ihre Tomaten. Auf Balkonen und in Gärten, in Pflanzkübeln und Gemüsebeeten sprießen im Sommer überall Tomatenpflanzen aus dem Boden. Und wohl nichts fürchten stolze Hobbygärtner mehr als die Kraut- und Braunfäule, wissenschaftlich Phytophthora infestans.
Die hartnäckige Pilzkrankheit, die neben Tomaten übrigens auch andere Nachtschattengewächse wie Kartoffeln heimsucht, tritt besonders häufig in feuchten Sommern auf. Denn wie die meisten Pilzarten liebt auch Phytophthora infestans feuchtwarme Bedingungen. Bei solchen Bedingungen können sich die Sporen auf den Pflanzen wunderbar breit machen.
Die Pilzsporen werden durch Wind und Regen übertragen. Auch beim Gießen kann der Pilz, dessen Sporen sich in der Erde rund um die Tomatenpflanzen befinden, durch hochspritzende Erde an die Stängel und untersten Blätter gelangen. Schon sind die Pflanzen infiziert.
Ein klares Zeichen, dass eine Pflanze von der Kraut- und Braunfäule befallen ist, sind braune Flecken auf den Blättern und längliche dunkle Stellen an den Stängeln. Auf den Blattunterseiten kann sich zusätzlich ein zarter weißer Pilzrasen bilden. Im Verlauf der Krankheit werden die Blätter zunehmend schwarz, beginnen zu welken und sterben schließlich ab. Die Sporen überdauern im Boden.
Die Früchte selbst entwickeln harte Flecken, verfärben sich braun und faulen vom Stielansatz her. An befallenen Tomaten zeigen sich manchmal auch größere, matschig-braune Stellen.
Ein sehr ähnliches Schadbild zeigt sich bei der sogenannten Frucht- und Stängelfäule, wissenschaftlich Didymella lycopersici. Diese Pilzerkrankung beginnt allerdings am Stängelansatz als schwarzes, eingesunkenes Rindengewebe.
Haben Sie bereits die ersten braunen Stellen an den Blatträndern und Stängeln Ihrer Tomatenpflanzen entdeckt, heißt es unverzüglich handeln. Das bedeutet: Schnell weg mit den betroffenen Blättern und Stängeln und bei starkem Befall auch gleich mit der ganzen Pflanze.
Dünnen Sie das übrige Blattwerk großzügig aus: Schneiden Sie die Blätter der Tomatenpflanzen unterhalb der ersten Tomaten-Rispen ab. Auch oberhalb können Sie die Blattmasse reduzieren – so kann die Pflanze schneller abtrocknen und erschwert es dem Pilz, sich niederzulassen.
Haben Sie alle befallenen Pflanzenteile entfernt, sollten diese direkt im Bio- oder Restmüll entsorgt werden. Keinesfalls landen sollten die Pflanzen auf dem Kompost – damit würden Sie dem Pilz eine Brutstätte im eigenen Garten schaffen. Ist die Arbeit getan, sollten Werkzeuge mit kochendem Wasser gründlich gereinigt und am besten mit Essig oder Alkohol desinfiziert werden.
Ist die Kraut- und Braunfäule bereits stark fortgeschritten, hilft nur noch eins: Weg mit der Pflanze! Ernten Sie vorher noch die nicht befallenen Tomaten, falls welche vorhanden sind. Grüne Tomaten reifen auch nach dem Pflücken nach, sofern sie gesund geblieben sind.
Dass Wind und Regen die Pilzsporen in den Garten tragen, können selbst Gartenprofis nicht gänzlich vermeiden. Doch um der Kraut- und Braunfäule vorzubeugen, lässt sich trotzdem einiges tun.
Der Pilz Phytophthora infestans benötigt Feuchtigkeit, um zu gedeihen. Sorgen Sie also für Trockenheit. Gewächshäuser und Tomatendächer sind eine gute Hilfe, um den Tomatenpflanzen einen möglichst trockenen Standort zu bieten. Speziell im Gewächshaus sollte man auf konstante Temperaturen und ausreichenden Luftaustausch achten.
Achten Sie außerdem beim Gießen darauf, nur unten direkt auf den Boden oder in den Topf zu gießen. Lassen Sie kein Spritzwasser von unten an oder auf die Blätter kommen. Staunässe ist zu vermeiden.
Auch der Pflanzstandort kann über Glück und Leid der Tomatenpflanzen entscheiden. Tomaten sollten im Gemüsebeet nicht neben Kartoffeln angepflanzt werden, da Kartoffeln als "Zwischenwirt" des Pilzes dienen können. Auf ehemaligen Flächen von mit der Kraut- und Braunfäule befallenen Pflanzen sollte zudem eine vierjährige Anbaupause eingelegt werden.
Tomatenpflanzen sollten außerdem nicht zu eng nebeneinander stehen, um der Kraut- und Braunfäule vorzubeugen. Etwa 70 Zentimeter Abstand sind ein guter Richtwert, damit sich die Blätter der einzelnen Pflanzen nicht berühren und diese im Falle eines Regengusses zügig wieder trocknen können.
Die Wahl der Tomaten-Sorte kann ebenfalls dabei helfen, der Kraut- und Braunfäule vorzubeugen. Zwar gibt es keine Tomaten-Sorte, die zu hundert Prozent vor der Pilzerkrankung geschützt ist, doch sind einige weniger anfällig. Zu den widerstandsfähigen Tomatensorten zählen beispielsweise
Um den eigenen Tomatenpflanzen darüber hinaus etwas Gutes zu tun, können Hobbygärtner mit Jauchen, Tees und Suden die Widerstandskraft der Pflänzchen fördern. Ein Aufguss mit Ackerschachtelhalm eignet sich für Tomaten hervorragend.
Dafür fünf Gramm getrockneten Ackerschachtelhalm pro 1 Liter Wasser in einen Teebeutel geben, mit kochendem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Wer frischen Ackerschachtelhalm zum Aufgießen verwendet, benötigt dafür 100 bis 150 Gramm je 1 Liter Wasser. Nach dem vollständigen Abkühlen die Tomatenpflanzen mehrmals pro Woche mit dem unverdünnten Teeaufguss einsprühen.
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