Chinesische Aktien im Aufwind, Renren-Sprung um 75% und das glimpfliche Ende einer Horrorwoche für Facebook – onvista

Die polit-ökonomische Großwetterlage hatte die Aktienkurse in der vergangenen Woche wieder fest im Griff. Nachdem Inflationsangst und steigende Anleihezinsen zunächst die Tech-Werte zum Absturz gebracht hatten, sorgten die (temporäre) Einigung über den US-Haushalt und die Gespräche zwischen den USA und China für Erleichterung. Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag lieferte dagegen kein eindeutiges Signal: Zwar lag die Zahl der neuen Jobs deutlich unter den Erwartungen, wurde aber nicht als Anlass für eine Verschiebung des Taperings interpretiert. Allerdings könnten die aktuell rasant steigenden Energiepreise noch in die Gleichung eingreifen: Sie erhöhen die Inflation und belasten die Konjunkturerholung, bringen also das böse Wort von der Stagflation zurück ins Spiel und engen die Optionen für die Notenbanken ein. Aus Sicht der Makroökonomie bleibt die Lage somit kompliziert.
Entwicklung der Plattform-Aktien in der vergangenen Woche:Für die chinesischen Plattform-Aktien keimte mit den Gesprächen zwischen den USA und China in der vergangenen Woche wieder Hoffnung auf ein Ende des „Tech War“ zwischen den beiden Ländern auf. Wenn sich US-Präsident Joe Biden und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping in den nächsten Wochen austauschen, könnte auch dieses Thema auf den Tisch kommen. Denn der Markt hofft offenbar auf ein baldiges Ende der „Wild-East-Regulierung“, denn die Kurse der großen chinesischen Plattformen sind in der vergangenen Woche schon einmal kräftig gestiegen. Alibaba (+12%), JD.com (+12) und Netease (+15%) legten zweistellig zu; Pinduoduo, Meituan, Didi oder Tencent immerhin zwischen 7 und 9 Prozent. Starinvestor Charlie Munger hat zuerst im Frühjahr und jetzt wieder in großem Stil in Alibaba investiert und auch im Reddit-Forum „Wallstreetbets“ war Alibaba eines der Hauptgesprächsthemen. Solange aber nicht klar ist, was Joe Biden und Xi Jinping bei diesem Treffen tatsächlich vereinbaren werden, bleibt die Hoffnung auf die große Wiederauferstehung der chinesischen Plattform-Aktien spekulativ. Aber immerhin gibt es jetzt ein Datum, das den Käufern chinesischer Papiere zumindest etwas Planungssicherheit zurückbringen könnte.
Renren: +75 Prozent
Planungssicherheit bekamen die Aktionäre der chinesischen Social-Media-Plattform Renren schon am vergangenen Freitag, als ein Vergleich mit Insidern zu ihren Gunsten ausging.. Die Aktie machte einen Sprung um 44 Prozent und verstärkte die ohnehin gute Entwicklung des neuen Shooting-Stars auf dem chinesischen Social-Media-Markt. Die Renren-Aktie hat seit Jahresbeginn schon 400 Prozent zugelegt.
LendingClub: +9 Prozent
Den 470 Prozent Kurszuwachs innerhalb eines Jahres ließ Lendingclub in der vergangenen Woche weitere 9 Prozent folgen. Der Kurs der Kredit-Plattform ist allerdings im vergangenen Jahr deutlich gefallen, erholt sich nach der Anpassung des Geschäftsmodells und dem Kauf einer Bank aber sehr gut. Mehr Infos hier.
Facebook: -3,8 Prozent
„Nur“ 3,8 Prozent – die Horrorwoche hätte für die Facebook-Aktie auch übler ausgehen können. Der Totalausfall aller drei Netzwerke (Facebook, Instagram und Whatsapp) lieferte die Steilvorlage für die Senatsanhörung der Whistleblowerin Frances Haugen. Deren Kernaussage „Facebook stellt seinen Profit über das Wohl seiner Nutzer“ konnte zwar niemanden ernsthaft überraschen, aber es noch einmal so deutlich aus dem Inneren des Unternehmens zu hören, war Wasser auf die Mühlen der Zerschlagungsbefürworter. Eine große Umfrage unter US-Teenagern, die nicht nur Snapchat als ihr wichtigstes Kommunikationstool nannten, sondern auch erstmals TikTok vor Instagram einsortierten, machte die Woche für Mark Zuckerberg auch nicht besser. Zumal die Stimmung unter den US-Amerikanern sich immer stärker gegen Facebook richtet: Inzwischen sind schon 31 Prozent der Amerikaner der Meinung, Facebook habe einen negativen Einfluss auf die Gesellschaft. Alle anderen großen Plattformen sind deutlich beliebter.
Screenshot, Chart oder sonstiges Schmuckbild
Da Facebook schon negative Auswirkungen der Anti-Tracking-Initiative von Apple angedeutet hat, steigt nun die Spannung vor den Quartalszahlen, die am 25. Oktober veröffentlich werden.
Foto: Ken Wolter / shutterstock.com

Dr. Holger Schmidt lehrt Digitale Transformation an der TU Darmstadt, ist Buchautor und Kenner der digitalen Ökonomie. Seine Schwerpunkte sind die Plattformökonomie, digitale Geschäftsmodelle und Künstliche Intelligenz. Er ist Erfinder des Plattform-Index und seit 1. Juli auch als Advisor des The Original Platform Fund aktiv.
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