Mit Bitcoin für die Rente vorsorgen: Sinnvoll oder Quatsch? – futurezone.de

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Wer an Kryptowährungen denkt muss fast zwangsläufig Bitcoin sagen. Doch eignet sich eine langfristige Anlage für die Rente und Altersvorsorge?
Seit der Einführung im Jahr 2008 ist der Wert des Bitcoins kontinuierlich gewachsen. Mittlerweile ist die Kryptowährung längst im Mainstream angekommen. Immer mehr Menschen investieren. Deine private Altersvorsorge muss also nicht zwangsläufig aus Bargeld, Aktien, Immobilien oder ETFs bestehen. Doch ergibt es tatsächlich Sinn, im Hinblick auf die Rente in Bitcoins zu investieren? Wir klären auf.
Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, die ein dezentrales und sicheres Zahlungssystem schaffen sollen. Die Übertragung erfolgt verschlüsselt. Allerdings sind Kryptowährungen bislang gesellschaftlich und wirtschaftlich noch nicht als umfassendes Zahlungsmittel anerkannt.
Bitcoin ist ein Zahlungssystem. Alle Transaktionen werden auf der Blockchain gespeichert. Die Chain ist nicht manipulierbar oder veränderbar. Durch das sogenannte Mining entstehen neue Coins.
Dr. Norbert Blüm, damaliger Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, verkündete während des Wahlkampfes 1986 einen mittlerweile legendären Satz. „Die Rente ist sicher“, sagte der Politiker damals. So sicher ist die Altersvorsorge allerdings keinesfalls. Laut der Bundeszentrale für Politische Bildung gibt es ein großes Problem. Die Menschen werden im Schnitt immer älter, die Gesellschaft schrumpft. Verhältnismäßig müssen immer mehr wenige jungen Menschen die Renten für die Älteren finanzieren.
Aktuell erhalten Frauen durchschnittlich 640 Euro im Monat, Männer etwa 1.000 Euro pro Monat, berichtet die Zeit. Dass das in Zeiten steigender Mieten immer weniger zum Leben reicht, dürfte klar sein. Immer wieder gibt es Berichte darüber, zuletzt unter anderem bei der Tagesschau, dass das Rentensystem in Deutschland sogar vor dem Kollaps stehe. Es könnte also riskant sein, wenn du nicht noch zusätzlich privat vorsorgst.
Hier kommt der Bitcoin ins Spiel. Doch ist es sinnvoll, damit für die Rente vorzusorgen? Dafür würde sprechen, dass die Kryptowährung relativ inflationssicher ist. Der Grund: Die Menge an Bitcoins beziehungsweise das Angebot ist aufgrund des sogenannten Halvings auf 21 Millionen begrenzt. Es besteht also eine künstliche Angebotsverknappung, was nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage den Preis steigern könnte.
Außerdem hat der Wert des Bitcoins langfristig gesehen stets zugenommen. Generell solltest du es bei der Altersvorsorge wie der Wirtschaftswissenschaftler Benjamin Graham halten und eine defensive Strategie fahren. Du solltest also keine kurzfristigen Gewinne anstreben und nicht spekulieren. Dennoch solltest du bedenken, dass Kryptowährungen aktuell kurzfristig noch extremen Schwankungen unterliegen.
Deine Investition kann am nächsten Tag also bereits viel weniger Wert sein. Auch haben Influencer wie Elon Musk einen gewissen Einfluss auf die Kurse. Im Mai hatte der Tesla-Gründer beispielsweise den Bitcoin-Kurs mit einem Tweet auf Talfahrt geschickt. Da Kryptowährungen noch nicht gesellschaftlich vollumfänglich wie Fiatgeld etabliert ist, handelt es sich um eine Spekulation. Außerdem können Staaten den Bitcoin theoretisch verbieten.
Falls du privat für deine Rente vorsorgen möchtest, solltest du daher höchstens einen Anteil investieren, dessen potenzieller Verlust dich in kein finanzielles Loch fallen lässt. Niemals solltest du lediglich mit Kryptowährungen vorsorgen. Entscheide dich für ein diversifiziertes Portfolio aus Aktien, ETFs, Immobilien, Gold und Kryptos, um dein Risiko zu streuen. Daher eignet sich der Bitcoin aktuell für deine Rente nur bedingt. Das kann sich jedoch ändern, falls Kryptowährungen gesellschaftlich akzeptiert und als grundsätzliches Zahlungsmittel anerkannt werden.
Quellen: Bundeszentrale für Politische Bildung, Zeit Online, Tagesschau, Aktien Mag

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