BBQ und E-Commerce bei B+S Logistik: Steigende Erwartungen erfüllen – Eurotransport

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B+S Logistik beleuchtet E-Commerce beim BBQ: Händler und Logistiker müssen liefern und die steigenden Erwartungen erfüllen.
Der Onlinehandel boomt. Dieser Trend besteht natürlich nicht erst seit Beginn der Coronapandemie. Allerdings entwickelt sich Covid-19 zum Beschleuniger in Sachen E-Commerce. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) spricht daher vom Corona-Effekt. Wobei nicht nur die Zahl der Bestellungen steigt. Auch die Kundenerwartungen nehmen zu.
Das führt zu einigen Herausforderungen in der Branche, die beim nunmehr vierten E-Commerce BBQ des Logistikdienstleisters B+S beleuchtet wurden. Mehr als 30 Referentinnen und Referenten gaben vor rund 580 Teilnehmern dazu Einblicke in Trends und Lösungen. Denn zumindest auf den ersten Blick sind wachsende Auftragsvolumen, die Multi-Channel-Strategien der Onlinehändler sowie der Kundenwunsch nach klar kommunizierten und möglichst kurzen Lieferzeiten nicht unter einen Hut zu bringen.
Der Onlinehandel zeichnet sich besonders durch eine Vielfalt an Artikeln aus – aber eben auch durch ebenso viele Optionen mit Blick auf die Anbieter. Letztere haben dabei meist ein Ziel: Sie wollen etwas vom großen E-Commerce-Kuchen abhaben und streben Wachstum an. Größer, schneller, besser und besonders mehr scheint das Gebot der Stunde. Davon ist auch Doreen Schumm, Head of Marketplace Sales beim Online-Marktplatz Kaufland.de überzeugt. Sie rät Händlern dazu, ihre Produkte über möglichst viele Plattformen anzubieten. „Der Kunde sieht sich um, erkennt den Händlernamen wieder und wird schlussendlich eher auf einem der Marktplätze bestellen“, erklärte die Marktplatzexpertin.
Je mehr Akteure auf den Markt kommen und je engmaschiger die Vertriebsnetze sind, desto größer wird der Druck auf jeden Einzelnen, den Kunden ein besonderes Kauferlebnis zu bieten. Das wiederum hängt mit der Transparenz der Online-Angebote zusammen: Für die Verbraucher wird es leichter, Produkte und Leistungen zu vergleichen und bei entsprechenden Bewertungen oder Erfahrungen den Anbieter zu wechseln. Das mit dem Vergleichen scheint, erläuterte Thomas Kurschat, Senior B2B Marketing Manager beim Vergleichsportal idealo.de, eine typisch deutsche Eigenart zu sein. So nutzen hiesige Konsumenten laut Kurschat 17-mal häufiger die Vergleichsportale als etwa die Briten. Und nicht nur der Preis sei ein Vergleichskriterium. Ganze 89 Prozent der Deutschen prüfen, so der BBQ-Speaker, Bewertungen und Rezensionen eines Artikels oder eines Händlers. „Bewertungen sind ein sehr wichtiger Vertrauensmaßstab“, berichtete Kurschat.
Doch wie entsteht Vertrauen in eine Marke oder einen Onlinehändler? Die Antwort lieferte Sven Pelka, Chief Strategy Officer (CSO) von Triple A Internetshops. Laut Pelka geht es unter anderem darum, Versprechen einzuhalten. Denn indem Onlinehändler ihren Kunden gegenüber Versprechen abgeben – beispielsweise mit Blick auf den Lieferzeitpunkt oder die Servicequalität –, wecken sie gewisse Erwartungen. Die Kernfaktoren der Erwartungen seien hierbei die Verfügbarkeit der Artikel und die Lieferzeit, erläuterte Kurschat. Ihm zufolge ist der Preis dann weniger relevant. Es bringe „nichts, wenn ich das günstigste Angebot finde, das Produkt aber nach Weihnachten geliefert wird“.
Auch für den Online-Marktplatz Kaufland.de ist die Lieferzeit ein entscheidendes Erwartungskriterium. Der Marktplatzanbieter geht sogar so weit, in seiner sogenannten Buy Box auf kompetitive Lieferzeiten zu setzen. Wer am schnellsten ist, werde vom Algorithmus automatisch optisch hervorgehoben, erklärte Schumm. Dies biete zum einen Orientierung, erhöhe zum anderen aber den Druck nicht nur auf Händler, sondern ebenso auf Logistikdienstleister und Fulfillment-Anbieter. Die werden – neben ihrer Rolle als Logistikabwickler – mehr und mehr zum „Erwartungsmanager“.
Damit stehen sie allerdings vor anderen Herausforderungen und haben darüber hinaus noch ihre ganz eigenen Erwartungen. Denn um das Tempo, das der von Verbrauchererwartungen angetriebene Onlinehandel vorgibt, langfristig mittragen zu können, brauche es, so Stefan Brinkmann, geschäftsführender Gesellschafter von B+S, vor allem eines: motiviertes und qualifiziertes Personal. Damit Logistikdienstleister an engagierte und kluge Köpfe he­rankommen, müsse man kreativ werden, erklärte Brinkmann beim Round Table des E-Commerce BBQ.
Der Logistikdienstleister setzt auf Präsenz – ob in verschiedenen Social-Media-Kanälen, auf Veranstaltungen oder auch bei der Image-Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ der Logistikbranche. Gleichzeitig erkennt Brinkmann, genauso wie Andreas Schumann, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP): Logistiker dürfen sich nicht verstecken und müssen zeigen, wie attraktiv das Berufsfeld sein kann. Offenheit und Transparenz seien hier die wichtigsten Bausteine, erklärte Schumann. Wenn das gelingt, stehe einem nachhaltigen Wachstum des E-Commerce nichts mehr im Wege, sind sich die Experten einig.
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